Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Angebote kalkulieren, Lastenhefte auswerten, Videotermine mit Kunden führen, das CRM pflegen und Berichte schreiben lässt sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen. Kundenbesuche, Vorführungen, Inbetriebnahmen, Messen und Abstimmungen in der Produktion verlangen dagegen Anwesenheit vor Ort. Im Außendienst ist es verbreitet, dass das Homeoffice als Ausgangspunkt für ein Vertriebsgebiet dient; das bedeutet aber nicht Arbeit überwiegend am Schreibtisch zu Hause, sondern je nach Stelle zwei bis vier Reisetage pro Woche. Im technischen Innendienst ist Homeoffice in Teilen üblich, meist an einzelnen Tagen pro Woche und oft erst nach der Einarbeitung, weil Produktwissen im Betrieb vermittelt wird. Eine Stelle ganz von zu Hause ohne Reisen ist in diesem Beruf die Ausnahme. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen ruhigen Platz für Kundengespräche, muss mit vertraulichen Zeichnungen und Preisdaten sorgfältig umgehen und für Kunden und Innendienst verlässlich erreichbar sein.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Sales Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.500 € 6.600 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 6.900 € 8.500 € 82.800 €

In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA-Tarif der IG Metall), erfahrene Sales Engineers werden aber oft außertariflich bezahlt; daneben hängt das Gehalt stark von Betriebsgröße und Region ab. Im Außendienst kommt meist ein variabler Anteil von etwa zehn bis dreißig Prozent sowie ein Dienstwagen hinzu, der in den Werten nicht enthalten ist, während Innendienststellen mit mehr Homeoffice-Anteil eher am unteren Rand liegen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sales Engineer?

Ein Sales Engineer verkauft Produkte, die sich ohne technisches Verständnis nicht verkaufen lassen: Messtechnik, Sensorik, Steuerungen, Laser- und Optiksysteme, elektronische Baugruppen oder Komponenten für den Maschinenbau. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Lösung zur Anwendung des Kunden passt. Dazu gehören Gespräche mit Konstrukteuren und Einkäufern, das Lesen von Lastenheften, das Auslegen von Komponenten und das Erstellen technisch begründeter Angebote. Sales Engineers führen Produkte beim Kunden vor, stimmen Sonderanfertigungen mit Entwicklung und Produktion ab, verhandeln Preise und Liefertermine und betreuen Kunden nach dem Abschluss weiter. Ein Teil der Arbeit ist Verwaltung: Pflege des CRM-Systems, Besuchsberichte, Forecasts und Abstimmungen mit dem Innendienst. Unterschieden wird oft zwischen Außendienst, der Kunden in einem Vertriebsgebiet besucht, und technischem Innendienst, der Anfragen und Angebote vom Standort aus bearbeitet.

Wie wird man Sales Engineer?

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Elektrotechnik, Mechatronik, Physik, Feinwerktechnik oder des Wirtschaftsingenieurwesens, meist als Bachelor. Viele Sales Engineers kommen nicht direkt von der Hochschule, sondern wechseln nach einigen Jahren in Entwicklung, Applikation oder Service in den Vertrieb, weil sie die Produkte dann bereits kennen. Auch Techniker oder Meister der Elektrotechnik mit Berufserfahrung finden über den technischen Innendienst den Einstieg. Verkaufstechnik und Verhandlungsführung werden meist im Betrieb oder über Seminare gelernt. Gutes Englisch wird fast überall erwartet, weil Kunden, Lieferanten und Konzernmutter oft im Ausland sitzen.

Was der Beruf verlangt

Im Außendienst bestimmt das Reisen den Alltag: lange Autofahrten, Übernachtungen, Messeauftritte und Besuche bei Kunden im In- und Ausland. Arbeitszeiten richten sich nach Kundenterminen und Projekten, nicht nach festen Bürozeiten. Hinzu kommt der Druck durch Umsatzziele, an die häufig ein Teil des Gehalts gekoppelt ist. Lange Projektlaufzeiten bis zum Auftrag, verlorene Ausschreibungen und Reklamationen gehören dazu. Der Beruf verlangt, technische Details präzise zu erklären und gleichzeitig wirtschaftlich zu argumentieren, und das gegenüber Gesprächspartnern mit sehr unterschiedlichem Wissensstand. Wer Verkaufsgespräche und Preisverhandlungen als belastend empfindet, ist in einer Applikations- oder Entwicklungsstelle meist besser aufgehoben. Intern muss zwischen Kundenwünschen und den Möglichkeiten von Produktion und Entwicklung vermittelt werden, was Geduld und Durchsetzungsvermögen erfordert.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Unternehmen der Elektrotechnik, Automatisierung und Optik Fachleute suchen, die sowohl die Technik als auch den Kunden verstehen, und diese Kombination knapp ist. Konjunkturschwächen in Automobil- und Maschinenbau schlagen allerdings auf die Auftragslage durch. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für Großkunden, zum Vertriebsleiter für eine Region oder ein Land, ins Produktmanagement oder ins Business Development. Mit Erfahrung in einer Nischentechnologie, etwa Bildverarbeitung oder Lasertechnik, steigen Verhandlungsposition und Wechselmöglichkeiten deutlich.

Aufgaben

  • Technische Anfragen von Kunden aufnehmen und Anforderungen klären
  • Passende Produkte auslegen und technisch begründete Angebote erstellen
  • Kunden besuchen und Produkte vorführen
  • Preise, Liefertermine und Vertragsbedingungen verhandeln
  • Sonderlösungen mit Entwicklung und Produktion abstimmen
  • Kundenprojekte bis zur Inbetriebnahme begleiten
  • CRM-Daten pflegen, Besuchsberichte und Umsatzprognosen erstellen
  • Auf Fachmessen ausstellen und neue Kunden gewinnen

Voraussetzungen

  • Studium der Elektrotechnik, Mechatronik, Physik, Feinwerktechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen oder Technikerabschluss mit Berufserfahrung
  • Fundiertes Verständnis der vertriebenen Technik
  • Verhandlungsgeschick und Freude an Kundengesprächen
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu häufigen Reisen
  • Selbstständige Arbeitsorganisation und Umgang mit Umsatzzielen

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Mess- und Sensortechnik
  • Unternehmen der Automatisierungs- und Antriebstechnik
  • Hersteller optischer und photonischer Systeme
  • Elektronik- und Bauteilehersteller
  • Technische Distributoren und Handelsvertretungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein ingenieurwissenschaftliches Bachelorstudium von drei bis dreieinhalb Jahren, etwa in Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Häufig folgen zunächst einige Jahre in Entwicklung, Applikation oder Service, bevor der Wechsel in den Vertrieb erfolgt. Techniker mit zweijähriger Weiterbildung und Berufserfahrung steigen oft über den technischen Innendienst ein.

Homeoffice-Stellen als Sales Engineer

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