International Key Account Manager (m/w/d)
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International Key Account Managerinnen und Manager betreuen die wichtigsten Handelskunden eines Herstellers in mehreren Ländern, in der Nahrungs- und Genussmittelbranche vor allem internationale Lebensmittelhändler und Einkaufsallianzen. Sie verhandeln Jahresvereinbarungen, planen Aktionen und verantworten Umsatz und Marge ihrer Kunden.
Ein erheblicher Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Auswertungen, Forecasts, Angebotskalkulationen, Präsentationen, Abstimmungen mit Kollegen in anderen Ländern und viele Kundentermine per Videokonferenz. Jahresgespräche, Verhandlungen mit Einkäufern, Messen und Besuche in den Landesgesellschaften verlangen dagegen Anwesenheit, oft im Ausland. In vielen Unternehmen ist Homeoffice an zwei bis drei Tagen pro Woche üblich; daneben gibt es Stellen, die ohne festen Büroarbeitsplatz von zu Hause aus geführt werden, dann aber mit häufigen Reisen verbunden sind, sodass von einer Tätigkeit ganz von zu Hause keine Rede sein kann. Mittelständische Hersteller erwarten teils weiterhin überwiegend Präsenz am Standort. Wer von zu Hause arbeitet, braucht eine stabile Internetverbindung, einen ruhigen Platz für vertrauliche Verhandlungen und muss mit Konditionen und Kundendaten so sorgfältig umgehen wie im Büro; Erreichbarkeit auch zu ungewohnten Zeiten wegen anderer Zeitzonen wird häufig erwartet.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.000 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.200 € | 6.300 € | 7.800 € | 75.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.800 € | 8.200 € | 10.500 € | 98.400 € |
Das Gehalt hängt am stärksten von der Größe des Herstellers, der Bedeutung der betreuten Kunden und dem variablen Anteil ab, der häufig 10 bis 25 Prozent des Jahreseinkommens ausmacht und in den Werten nicht enthalten ist, ebenso wenig wie der oft gestellte Dienstwagen. Tarifverträge der Ernährungsindustrie, etwa der Süßwaren- oder Brauindustrie, gelten in manchen Betrieben, Key Account Manager werden dort aber meist außertariflich bezahlt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht eine kleine Zahl großer Kunden, die in mehreren Ländern einkaufen: internationale Handelsketten, Discounter, Großhändler oder Einkaufsallianzen, in denen sich Händler verschiedener Länder zusammengeschlossen haben. Für diese Kunden erstellen International Key Account Manager Jahrespläne mit Umsatz-, Mengen- und Margenzielen, verhandeln Listungen, Konditionen und Werbekostenzuschüsse und stimmen Aktionen und Produkteinführungen ab. In der Nahrungs- und Genussmittelbranche geht es oft auch um Handelsmarken, Sortimentsänderungen, Preiserhöhungen wegen gestiegener Rohstoffkosten und um Lieferfähigkeit. Ein großer Teil der Arbeit läuft intern: Abstimmung mit Marketing, Produktion, Supply Chain, Controlling und den Vertriebsteams in den einzelnen Ländern. Dazu kommen Auswertungen von Abverkaufsdaten, Forecasts, Präsentationen für Jahresgespräche und die Betreuung von Kunden auf Fachmessen wie Anuga, ISM, SIAL oder PLMA.
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Betriebswirtschaft, des internationalen Managements, der Lebensmittelwirtschaft oder eines verwandten Fachs, gefolgt von mehreren Jahren Vertriebserfahrung. Viele kommen über eine kaufmännische Ausbildung, etwa zur Industriekauffrau oder zum Groß- und Außenhandelskaufmann, in den Vertrieb und arbeiten sich über Innendienst, Außendienst oder nationales Key Account Management hoch. Direkt nach dem Abschluss wird man selten eingestellt; Arbeitgeber erwarten in der Regel Erfahrung im Verhandeln mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Verhandlungssicheres Englisch ist Pflicht, eine weitere Sprache wie Französisch, Spanisch oder eine osteuropäische Sprache ist häufig ausdrücklich gefordert.
Der Beruf ist an Zahlen gebunden: Umsatz und Ergebnis der betreuten Kunden werden gemessen, ein Teil des Gehalts hängt meist davon ab. Jahresgespräche mit großen Händlern sind harte Verhandlungen, bei denen Einkäufer mit Auslistung drohen und Zugeständnisse bei Preisen oder Zuschüssen verlangen. Reisen gehören fest dazu, je nach Stelle mehrere Tage im Monat, teils mit Übernachtungen und Flügen. Arbeitszeiten sind oft lang und unregelmäßig, besonders in der Verhandlungssaison im Herbst und Winter, rund um Messen und bei Lieferengpässen. Die Zusammenarbeit über Länder und Zeitzonen hinweg bringt frühe oder späte Termine mit sich. Wer Konflikte scheut oder feste Feierabende braucht, hat es in diesem Beruf schwer.
Die Nachfrage ist stabil. Der Lebensmittelhandel konzentriert sich zunehmend auf wenige große Konzerne und internationale Einkaufsallianzen, und Hersteller brauchen Fachleute, die diese Kunden länderübergreifend betreuen. Die Zahl der Stellen ist allerdings begrenzt, und Arbeitgeber suchen meist erfahrene Kräfte. Mögliche nächste Schritte sind die Leitung eines Key-Account-Teams, die Verantwortung für eine Region als Head of Sales oder Export Manager oder eine Position als Vertriebsleitung. Ein Wechsel in den Einkauf auf Handelsseite oder ins Category Management ist ebenfalls verbreitet.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft oder internationalem Management (drei bis fünf Jahre), gefolgt von drei bis fünf Jahren Erfahrung im nationalen Vertrieb oder Key Account Management. Ein Einstieg über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung und den Aufstieg im Vertrieb ist möglich, dauert aber meist länger.
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