Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Angebote ausarbeiten, das CRM pflegen, Telefonate und Videotermine mit Kunden führen und interne Abstimmungen lassen sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen; Erstgespräche mit neuen Kunden, Vertragsverhandlungen und Kundenbesuche verlangen dagegen häufig Anwesenheit vor Ort. Im IT-Vertrieb ist Homeoffice in Teilen üblich, meist als hybrides Modell mit zwei bis drei Tagen zu Hause pro Woche und festen Präsenztagen im Büro für Teambesprechungen. Bei Stellen mit Gebietsverantwortung für Baden-Württemberg arbeiten manche Account Manager überwiegend vom eigenen Wohnort aus, sind aber regelmäßig unterwegs zu Kunden, sodass ein solcher Job eher Außendienst mit Homeoffice als Basis ist als ein reiner Schreibtischjob zu Hause. Ganz von zu Hause ohne Kundentermine ist die Ausnahme und kommt am ehesten im Inside Sales oder bei Anbietern mit kleinen, digital betreuten Kunden vor. Für den Alltag bedeutet das einen ruhigen Arbeitsplatz für Videokonferenzen, verlässliche Erreichbarkeit während der Geschäftszeiten, vertraulichen Umgang mit Preisen und Kundendaten sowie die Bereitschaft, kurzfristig zu Terminen zu fahren.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Account Manager Baden-Württemberg verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.500 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.000 € 84.000 €

Die Werte beziehen sich auf das Fixgehalt; im IT-Vertrieb kommt meist ein variabler Anteil von 20 bis 40 Prozent der Gesamtvergütung hinzu, der vom erreichten Umsatz abhängt, dazu oft ein Dienstwagen. Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht; Arbeitgeber in Baden-Württemberg, insbesondere im Großraum Stuttgart, zahlen ebenso wie große Softwarehersteller meist über dem Bundesdurchschnitt, kleine Systemhäuser darunter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Account Manager?

Ein Account Manager ist für eine feste Gruppe von Geschäftskunden verantwortlich und soll mit ihnen über Jahre Umsatz machen. In Stellen mit regionalem Zuschnitt auf Baden-Württemberg sind das häufig mittelständische Unternehmen aus Maschinenbau, Automobilzulieferung, Handel oder dem öffentlichen Sektor zwischen Mannheim, Stuttgart, Ulm und dem Bodensee. Im IT-Umfeld geht es um Softwarelizenzen, Cloud- und Rechenzentrumsleistungen, Managed Services oder Hardware. Zum Alltag gehören Telefonate und Videokonferenzen mit IT-Leitern und Einkäufern, Termine vor Ort, das Erstellen von Angeboten, Verhandlungen über Preise und Vertragslaufzeiten sowie die Pflege aller Kontakte im CRM-System. Bei technischen Fragen zieht der Account Manager Presales-Berater oder Techniker hinzu, bei Problemen nach dem Kauf vermittelt er zwischen Kunde und Support. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht darin, auslaufende Verträge zu verlängern und zusätzliche Produkte zu verkaufen.

Wie wird man Account Manager?

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Viele kommen über ein Studium der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder des Wirtschaftsingenieurwesens in den Beruf, in Baden-Württemberg oft über ein duales Studium an der DHBW mit Schwerpunkt Vertrieb oder Dienstleistungsmanagement. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für IT-System-Management oder Industriekaufmann, mit anschließender Berufserfahrung im Innendienst. Quereinsteiger aus technischen IT-Berufen oder aus dem Vertrieb anderer Branchen haben gute Chancen, wenn sie Verhandlungsgeschick und Verständnis für Geschäftsprozesse mitbringen. Den Einstieg bildet oft eine Stelle im Inside Sales oder als Junior Account Manager mit kleinerem Kundenstamm.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf wird an Zahlen gemessen. Quartals- und Jahresziele, Forecasts und regelmäßige Pipeline-Besprechungen bestimmen den Takt, und gegen Quartalsende steigt der Druck spürbar. Ein Teil des Einkommens hängt in der Regel vom erreichten Umsatz ab, was schwankende Monatseinkommen bedeuten kann. Bei regionaler Gebietsverantwortung kommen Fahrten mit dem Dienstwagen zu Kundenterminen hinzu, teils mehrere Tage pro Woche, dazu Messen und Firmenveranstaltungen. Kunden erwarten Erreichbarkeit auch außerhalb fester Zeiten, wenn ein Angebot drängt oder ein System ausfällt. Schwer fallen vielen der Umgang mit Absagen, verlorene Ausschreibungen und die Abhängigkeit von internen Abteilungen, deren Fehler beim Kunden auf den Account Manager zurückfallen. Wer ungern telefoniert, verhandelt oder sich festlegt, ist in diesem Beruf auf Dauer nicht zufrieden. Die Fluktuation ist in vielen Vertriebsteams vergleichsweise hoch.

Aussichten

Die Nachfrage nach Account Managern im IT-Bereich ist stabil, weil Unternehmen ihre IT zunehmend als Abonnement und Dienstleistung beziehen und laufende Kundenbeziehungen wichtiger werden als einmalige Verkäufe. Baden-Württemberg mit seiner dichten Industrie und vielen Systemhäusern bietet dafür einen großen Markt. Konjunkturelle Schwächen, etwa in der Automobilindustrie, wirken sich allerdings direkt auf Budgets und damit auf erreichbare Ziele aus. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für Großkunden, zum Strategic Account Manager, in die Vertriebsleitung oder in angrenzende Rollen wie Partner Management und Customer Success. Branchenwissen und Zertifizierungen großer Softwarehersteller erhöhen die Chancen auf größere Kundenportfolios.

Aufgaben

  • Bestehende Geschäftskunden im zugeteilten Gebiet betreuen und regelmäßig kontaktieren
  • Angebote für Software, Cloud-Dienste und IT-Leistungen erstellen und verhandeln
  • Auslaufende Verträge verlängern und Zusatzprodukte verkaufen
  • Kundentermine vor Ort und per Videokonferenz vorbereiten und führen
  • Presales-Berater und Techniker für fachliche Fragen einbinden
  • Kontakte, Verkaufschancen und Forecasts im CRM-System pflegen
  • Reklamationen und Eskalationen zwischen Kunde und Support klären

Voraussetzungen

  • Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen oder kaufmännische Ausbildung mit Vertriebserfahrung
  • Grundverständnis für IT-Produkte und Geschäftsprozesse von Unternehmenskunden
  • Verhandlungsgeschick und sicheres Auftreten am Telefon und beim Kunden
  • Belastbarkeit bei Zielvorgaben und Umgang mit Absagen
  • Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft bei Gebietsverantwortung
  • Sehr gutes Deutsch, für internationale Anbieter oft auch gutes Englisch

Wo man arbeitet

  • IT-Systemhäuser
  • Softwarehersteller
  • Cloud- und Rechenzentrumsanbieter
  • Telekommunikationsunternehmen
  • IT-Distributoren und Reseller

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium von drei bis dreieinhalb Jahren, in Baden-Württemberg häufig als duales Studium an der DHBW, oder eine dreijährige kaufmännische Ausbildung etwa als Kaufmann für IT-System-Management. Danach folgen meist ein bis drei Jahre im Vertriebsinnendienst oder als Junior Account Manager, bevor ein eigener Kundenstamm übernommen wird.

Homeoffice-Stellen als Account Manager Baden-Württemberg

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