Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Im Außendienst ist die Wohnung in vielen Stellen der Ausgangspunkt der Arbeit, weil es kein festes Büro im Gebiet gibt: Tourenplanung, Recherche, Telefonakquise, Angebote und die Pflege des CRM-Systems werden häufig von zu Hause erledigt. Der Kern des Berufs, das Gespräch beim Kunden vor Ort, verlangt aber Anwesenheit, und je nach Arbeitgeber verbringen Außendienstler zwei bis vier Tage pro Woche unterwegs. Ganz von zu Hause lässt sich diese Tätigkeit deshalb nicht ausüben; überwiegend von zu Hause arbeiten nur Stellen, die eigentlich Telefon- oder Videovertrieb sind und eher dem Innendienst entsprechen. Wie hoch der Anteil der Heimarbeit konkret ist, hängt stark von Gebietsgröße, Produkt und Vorgaben zu Besuchszahlen ab und lässt sich für den Beruf insgesamt nicht verlässlich beziffern. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen ruhigen Platz für Telefonate, eine stabile Internetverbindung und muss Kundendaten so ablegen, dass Mitbewohner keinen Einblick haben. Feste Termine im Kalender, Erreichbarkeit für die Vertriebsleitung und regelmäßige Teammeetings im Büro oder per Video gehören in den meisten Stellen dazu.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter Außendienst Neukundenakquise verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.100 € 3.800 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Für Agentur- und Werbevertrieb gibt es keinen verbreiteten Tarifvertrag, die Gehälter werden frei verhandelt; die Werte geben das Fixgehalt wieder, auf das häufig Provisionen von einem Fünftel bis zur Hälfte des Gesamteinkommens kommen, dazu oft ein Dienstwagen. Am stärksten hängt das Einkommen vom Verhältnis zwischen Fixum und Provision und von den tatsächlichen Abschlüssen ab, außerdem von Produkt und Betriebsgröße; Stellen als selbstständiger Handelsvertreter haben gar kein Fixgehalt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Außendienst in der Neukundenakquise?

Die Arbeit beginnt meist mit der Suche nach Interessenten: Firmen in einem zugeteilten Gebiet recherchieren, Ansprechpartner ermitteln, kalt anrufen und Termine vereinbaren. In der Werbe- und Marketingbranche geht es häufig um Leistungen wie Anzeigen in Branchenverzeichnissen, Plakat- und Digitalwerbung, Webseiten, Suchmaschinenmarketing oder Social-Media-Betreuung, verkauft an Handwerksbetriebe, Praxen, Händler und mittelständische Unternehmen. Beim Termin vor Ort wird der Bedarf des Kunden erfragt, ein Angebot vorgestellt und über Preis, Laufzeit und Umfang verhandelt. Danach folgen Angebotserstellung, Nachfassen per Telefon oder E-Mail, Vertragsabschluss und die Übergabe an die Kollegen, die den Auftrag umsetzen. Jeder Kontakt wird im CRM-System dokumentiert, dazu kommen Tourenplanung, Wochenberichte und Abstimmungen mit der Vertriebsleitung über Ziele und Abschlusszahlen.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Außendienst?

Einen vorgeschriebenen Weg gibt es nicht. Viele kommen über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Marketingkommunikation, Kaufmann für Büromanagement oder Groß- und Außenhandelskaufmann. Auch ein Studium der Betriebswirtschaft, Medien- oder Kommunikationswissenschaft führt in den Beruf. Der Quereinstieg ist in der Neukundenakquise verbreiter als in fast jedem anderen kaufmännischen Beruf: Arbeitgeber stellen häufig Bewerber aus Gastronomie, Einzelhandel, Callcenter oder anderen Verkaufsberufen ein und arbeiten sie in einigen Wochen bis Monaten in Produkte und Gesprächsführung ein. Fortbildungen wie der Geprüfte Fachkaufmann für Vertrieb oder der Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel sind möglich, für den Einstieg aber selten Bedingung.

Was der Beruf verlangt

Neukundenakquise bedeutet vor allem, Ablehnung auszuhalten. Ein großer Teil der Anrufe und Besuche endet ohne Ergebnis, und die Arbeit wird an Termin- und Abschlusszahlen gemessen, die wöchentlich oder monatlich überprüft werden. Wer die Ziele mehrere Monate verfehlt, gerät unter Druck, zumal ein Teil des Einkommens oft von Provisionen abhängt. Die Fluktuation ist entsprechend hoch. Hinzu kommen lange Autofahrten, Termine, die sich nach den Kunden richten, und gelegentlich Abende oder Übernachtungen im Gebiet. Ein Führerschein ist praktisch immer Pflicht. Bei Stellenangeboten lohnt ein genauer Blick: Manche Anzeigen beschreiben eine Tätigkeit als selbstständiger Handelsvertreter auf reiner Provisionsbasis, ohne festes Gehalt, ohne Dienstwagen und mit eigenem Kostenrisiko.

Aussichten

Vertriebskräfte, die neue Kunden gewinnen, werden laufend gesucht, auch weil viele die Stelle nach kurzer Zeit wieder verlassen. Der Einstieg ist daher vergleichsweise leicht, die dauerhafte Bewährung schwerer. In der Werbebranche verschiebt sich das Geschäft von Print zu digitalen Leistungen, was Kenntnisse in Online-Marketing wertvoller macht. Wer verlässlich Abschlüsse erzielt, kann in die Betreuung von Großkunden als Key-Account-Manager wechseln, ein Vertriebsteam als Gebiets- oder Teamleiter übernehmen oder in den Innendienst und das Marketing wechseln. Ein Teil der Erfahrenen macht sich als Handelsvertreter selbstständig.

Aufgaben

  • Potenzielle Geschäftskunden im eigenen Gebiet recherchieren und Ansprechpartner ermitteln
  • Unternehmen telefonisch kalt anrufen und Vor-Ort-Termine vereinbaren
  • Kunden besuchen, Werbebedarf erfragen und Leistungen wie Anzeigen oder Online-Marketing vorstellen
  • Angebote erstellen, Preise und Laufzeiten verhandeln und Verträge abschließen
  • Offene Angebote telefonisch oder per E-Mail nachfassen
  • Kontakte, Gesprächsergebnisse und Abschlüsse im CRM-System dokumentieren
  • Besuchstouren planen und Wochenberichte an die Vertriebsleitung liefern
  • Neue Kunden an Projektmanagement oder Kundenbetreuung übergeben

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu täglichen Fahrten im Gebiet
  • Kaufmännische Ausbildung, Studium oder Verkaufserfahrung, Quereinstieg häufig möglich
  • Sicheres Auftreten am Telefon und im persönlichen Gespräch
  • Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen bei vielen Absagen
  • Selbstorganisation bei freier Tages- und Tourenplanung
  • Umgang mit CRM-Systemen und gängigen Büroprogrammen
  • Grundverständnis von Werbung und Online-Marketing in der Agenturbranche

Wo man arbeitet

  • Werbe- und Marketingagenturen
  • Verlage und Anbieter von Branchenverzeichnissen
  • Vermarkter von Außen- und Digitalwerbung
  • Online-Marketing-Dienstleister
  • Medienhäuser mit Anzeigenverkauf
  • Vertriebsdienstleister im Auftrag anderer Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Marketingkommunikation, oder ein betriebswirtschaftliches Studium mit Bachelorabschluss nach drei bis dreieinhalb Jahren. Viele Arbeitgeber nehmen auch Quereinsteiger mit Verkaufserfahrung und arbeiten sie in einigen Wochen bis Monaten ein.

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