Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

In vielen Stellen haben Regional Sales Manager kein festes Büro im Werk, sondern arbeiten von zu Hause aus als Basis, von der sie zu den Kunden in ihrem Gebiet fahren; das wird oft als Homeoffice ausgeschrieben, bedeutet aber in der Regel überwiegend Reisetätigkeit. Von zu Hause lassen sich Angebotsvorbereitung, CRM-Pflege, Berichte, Telefonate, Videokonferenzen mit Kunden und Abstimmungen mit dem Innendienst erledigen, während Kundenbesuche, Maschinenabnahmen, Messen und Vertriebsmeetings im Werk Anwesenheit verlangen. Ganz von zu Hause ist der Beruf kaum auszuüben; üblich ist eine Mischung, bei der je nach Gebiet ein bis drei Tage pro Woche am heimischen Schreibtisch verbracht werden, bei großen Gebieten auch weniger. Arbeitgeber stellen dafür meist Laptop, Mobiltelefon und Dienstwagen, ein ruhiger Arbeitsplatz zu Hause wird aber vorausgesetzt. Weil Preise, Kundendaten und technische Unterlagen vertraulich sind, gelten für die Arbeit von zu Hause und unterwegs Vorgaben zu VPN, Datensicherung und Verschwiegenheit. Wer wegen Kinderbetreuung oder Pflege verlässlich zu Hause sein muss, sollte die Reisequote vorab genau klären, denn sie ist in diesem Beruf wichtiger als die Zahl der Homeoffice-Tage.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Regional Sales Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.800 € 5.800 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €

Im Maschinen- und Anlagenbau gelten die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall), Regional Sales Manager werden aber häufig außertariflich bezahlt; neben Betriebsgröße und Größe des Vertriebsgebiets bestimmt vor allem der variable Anteil, oft 10 bis 30 Prozent des Jahreseinkommens, was tatsächlich ankommt. Ein Dienstwagen zur privaten Nutzung ist üblich und in den Zahlen nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Regional Sales Manager?

Ein Regional Sales Manager ist für den Umsatz in einer Vertriebsregion zuständig, etwa für mehrere Bundesländer, für Süddeutschland oder für ein Land im Ausland. Im Maschinen- und Anlagenbau heißt das: Kunden wie Zulieferer, Produktionsbetriebe oder Lebensmittelhersteller besuchen, ihren Bedarf an Maschinen, Anlagen, Ersatzteilen oder Serviceverträgen ermitteln und daraus gemeinsam mit Konstruktion und Anwendungstechnik ein Angebot entwickeln. Dazu gehören Preisverhandlungen, das Nachfassen bei offenen Angeboten, die Pflege der Kundendaten im CRM-System und Forecasts für die Vertriebsleitung. Viele Regional Sales Manager betreuen zusätzlich Handelsvertreter oder Händler in ihrem Gebiet, stehen auf Messen am Stand und klären Reklamationen, wenn eine Anlage nicht wie zugesagt läuft. Die Verkaufszyklen sind lang: Zwischen erstem Gespräch und Auftrag für eine Anlage vergehen oft Monate, manchmal Jahre.

Wie wird man Regional Sales Manager?

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder in Betriebswirtschaft mit technischem Schwerpunkt. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker oder Mechatroniker, gefolgt von einer Weiterbildung zum Techniker oder Technischen Betriebswirt und einigen Jahren im Innendienst, in der Anwendungstechnik oder im Service. Quereinsteiger aus dem technischen Kundendienst sind im Maschinenbau gern gesehen, weil sie die Produkte kennen. Direkt nach dem Abschluss wird die Position selten besetzt; meist werden einige Jahre Vertriebs- oder Branchenerfahrung erwartet. Für Regionen im Ausland sind verhandlungssicheres Englisch und oft eine weitere Sprache Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist ein Reiseberuf. Je nach Gebietsgröße sind Regional Sales Manager an zwei bis vier Tagen pro Woche unterwegs, mit langen Autofahrten, Hotelübernachtungen und bei Auslandsregionen auch Flugreisen. Feste Arbeitszeiten gibt es kaum; Termine richten sich nach den Kunden, Messen fallen oft auf Wochenenden. Ein Teil des Gehalts ist meist variabel und an Umsatzziele gebunden, was in schwachen Konjunkturphasen spürbaren Druck erzeugt, wenn Investitionen bei den Kunden ausbleiben. Verlangt werden technisches Verständnis, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, Absagen auszuhalten. Wer allein im Gebiet arbeitet, muss sich selbst organisieren und hat weniger Austausch mit Kollegen als im Innendienst.

Aussichten

Die Nachfrage nach erfahrenen Vertriebsleuten mit technischem Hintergrund ist im Maschinen- und Anlagenbau stabil, schwankt aber mit der Investitionsbereitschaft der Industrie. Gefragt sind zunehmend Kenntnisse in Automatisierung, Digitalisierung von Anlagen und im Verkauf von Service- und Softwareleistungen. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für Großkunden, zum Area Sales Manager für größere Gebiete, zum Vertriebsleiter oder in die Geschäftsführung von Vertriebsniederlassungen. Einige wechseln in die Selbstständigkeit als Handelsvertreter.

Aufgaben

  • Bestandskunden im Vertriebsgebiet besuchen und betreuen
  • Neue Kunden in Industriebetrieben gewinnen
  • Kundenbedarf aufnehmen und mit der Anwendungstechnik Angebote ausarbeiten
  • Preise und Lieferbedingungen verhandeln
  • Kundenkontakte und Verkaufschancen im CRM-System pflegen
  • Umsatzprognosen und Gebietsberichte für die Vertriebsleitung erstellen
  • Handelsvertreter und Händler in der Region steuern
  • Auf Messen und bei Kundenveranstaltungen präsentieren

Voraussetzungen

  • Technisches oder wirtschaftlich-technisches Studium oder technische Ausbildung mit Weiterbildung
  • Mehrjährige Erfahrung im Vertrieb, Innendienst oder technischen Service
  • Gutes Verständnis der verkauften Maschinen und Anlagen
  • Verhandlungssicheres Englisch, bei Auslandsregionen oft weitere Sprachen
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen
  • Selbstständige Arbeitsorganisation und Belastbarkeit bei Umsatzzielen

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Maschinen und Anlagen
  • Zulieferer für Antriebs- und Automatisierungstechnik
  • Hersteller von Industriekomponenten und Werkzeugen
  • Vertriebsniederlassungen internationaler Industrieunternehmen
  • Technische Großhändler

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium mit Bachelor- oder Masterabschluss im Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau oder in technischer Betriebswirtschaft, alternativ eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung mit anschließender zweijähriger Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Vor der Übernahme einer Vertriebsregion stehen meist mehrere Jahre im Innendienst, Service oder als Junior im Außendienst.

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