Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Im Außendienst ist das eigene Zuhause in vielen Stellen der Dienstsitz: Wer ein großes Gebiet betreut, hat oft kein Büro beim Arbeitgeber, sondern startet die Touren von zu Hause und erledigt dort Tourenplanung, Angebote, Besuchsberichte, CRM-Pflege und Telefonate mit Kunden und Innendienst. Das ist allerdings kein Homeoffice im Sinne eines Schreibtischjobs, denn der Kern der Arbeit findet beim Kunden, auf Messen und im Auto statt; üblich sind drei bis fünf Reisetage pro Woche, an den übrigen Tagen wird am heimischen Schreibtisch gearbeitet. Ganz oder überwiegend von zu Hause lässt sich der Beruf nicht ausüben, Stellen mit wenig Reisetätigkeit sind eher dem Innendienst zuzurechnen. Für den Alltag heißt das: ein ruhiger Arbeitsplatz, Platz für Muster und Kataloge, oft ein Firmenwagen, Laptop und Diensthandy vom Arbeitgeber sowie gute Erreichbarkeit auch unterwegs. Kundendaten und Konditionen sind vertraulich und dürfen zu Hause nicht offen zugänglich sein. Hinzu kommen regelmäßige Termine in der Zentrale, etwa zu Vertriebstagungen und Produktschulungen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Fachberater im Außendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.500 € 5.500 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.600 € 7.000 € 67.200 €

Außendienstgehälter werden meist frei verhandelt und liegen oft außerhalb der Tarifverträge der Holz- und Kunststoffindustrie, die die IG Metall regional abschließt; entscheidend sind der Anteil der umsatzabhängigen Provision, die Größe des Gebiets und des Unternehmens sowie ob ein auch privat nutzbarer Firmenwagen dazugehört. Selbstständige Handelsvertreter arbeiten überwiegend auf Provision, ihr Einkommen schwankt deutlich stärker als das angestellter Fachberater.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fachberater im Außendienst?

Fachberater im Außendienst vertreten einen Hersteller oder Großhändler bei dessen Kunden. Sie sind für ein Verkaufsgebiet zuständig, das je nach Unternehmen eine Region, ein Bundesland oder mehrere Länder umfasst. In der Holz- und Möbelindustrie besuchen sie Möbelhäuser, Küchen- und Einrichtungsstudios, Tischlereien, Innenausbauer, Holzfachhandel sowie Architektur- und Planungsbüros. Dort stellen sie neue Kollektionen, Materialien oder Beschläge vor, bringen Muster mit, erklären technische Eigenschaften und Verarbeitung, besprechen Konditionen und nehmen Bestellungen auf. Ein großer Teil der Arbeit ist Bestandspflege: Ausstellungsflächen beim Händler gestalten, Verkaufspersonal schulen, Reklamationen aufnehmen und mit dem Innendienst klären. Dazu kommt die Gewinnung neuer Kunden, etwa durch Kaltakquise oder Kontakte auf Messen. Zwischen den Terminen planen sie Touren, schreiben Besuchsberichte, pflegen Daten im CRM-System und erstellen Angebote.

Wie wird man Fachberater im Außendienst?

Eine geschützte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein kaufmännischer Abschluss, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, oder ein handwerklich-technischer wie Tischler oder Holzmechaniker, jeweils mit anschließender Erfahrung im Verkauf. Gerade in der Holz- und Möbelbranche schätzen Arbeitgeber Bewerber, die das Material und die Verarbeitung aus eigener Praxis kennen. Auch Holztechniker, Meister oder Absolventen eines Studiums der Holztechnik, Innenarchitektur oder Betriebswirtschaft wechseln in den Außendienst. Quereinsteiger aus dem Möbel- oder Küchenverkauf im Einzelhandel finden häufig über diesen Weg in den Beruf. Die Produktschulung übernimmt in der Regel der Arbeitgeber.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf bedeutet viel Zeit im Auto. Mehrere hundert Kilometer an einem Tag sind keine Seltenheit, in großen Gebieten kommen Übernachtungen und Messewochen hinzu. Arbeitstage beginnen früh und enden oft spät, weil Termine sich nach den Öffnungszeiten der Kunden richten und die Büroarbeit danach erledigt wird. Viele Stellen sind mit Umsatzzielen verbunden, an denen ein Teil des Gehalts hängt; das erzeugt Druck, besonders in schwachen Marktphasen, wie sie die Möbelbranche in den vergangenen Jahren erlebt hat. Absagen, schwierige Preisverhandlungen und Reklamationen gehören zum Alltag. Wer den Beruf ausübt, arbeitet weitgehend allein und muss sich selbst organisieren. Muster und Kataloge zu tragen ist körperlich nicht schwer, aber das lange Sitzen am Steuer belastet auf Dauer.

Aussichten

Außendienstler mit Branchenkenntnis werden laufend gesucht, auch weil die Fluktuation in diesem Beruf vergleichsweise hoch ist. Persönliche Beratung bleibt in der Holz- und Möbelbranche wichtig, weil Material, Oberfläche und Verarbeitung vor Ort gezeigt werden müssen, auch wenn Bestellungen zunehmend über Händlerportale laufen. Mit Erfahrung führt der Weg zum Key Account Manager für große Handelsketten, zum Gebietsverkaufsleiter oder zum Vertriebsleiter. Eine Alternative ist die Selbstständigkeit als Handelsvertreter, der mehrere Hersteller vertritt und auf Provisionsbasis arbeitet.

Aufgaben

  • Händler, Tischlereien und Planungsbüros im Verkaufsgebiet besuchen
  • Neue Kollektionen, Materialien und Muster vorstellen
  • Preise und Konditionen verhandeln und Aufträge aufnehmen
  • Verkaufspersonal beim Händler schulen und Ausstellungen mitgestalten
  • Neukunden akquirieren und auf Messen betreuen
  • Reklamationen aufnehmen und mit dem Innendienst klären
  • Touren planen, Besuchsberichte schreiben und das CRM-System pflegen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische oder holztechnische Ausbildung, alternativ ein passendes Studium
  • Erfahrung im Verkauf, idealerweise in der Holz-, Möbel- oder Baubranche
  • Führerschein der Klasse B und Bereitschaft zu täglichen Fahrten und Übernachtungen
  • Sicheres Auftreten, Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit bei Absagen
  • Selbstständige Arbeitsorganisation und Umgang mit CRM-Systemen und Office-Programmen
  • Technisches Verständnis für Werkstoffe und Verarbeitung

Wo man arbeitet

  • Möbelhersteller
  • Hersteller von Holzwerkstoffen, Bodenbelägen und Türen
  • Beschlag- und Zubehörhersteller
  • Holz- und Baustoffgroßhandel
  • Handelsvertretungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Berufsausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Tischler, gefolgt von einigen Jahren Verkaufserfahrung. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Holztechnik, Innenarchitektur oder Betriebswirtschaft von etwa drei bis vier Jahren in den Beruf; die Produktschulung übernimmt der Arbeitgeber.

Homeoffice-Stellen als Fachberater im Außendienst

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