Senior Consultant Compensation & Benefits (m/w/d)
Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Zum Ko...
Consultants für Compensation & Benefits entwickeln und prüfen Vergütungssysteme, Gehaltsbänder und betriebliche Zusatzleistungen. Sie arbeiten in Unternehmensberatungen oder in der Personalabteilung größerer Unternehmen.
Die Analysearbeit eignet sich gut für das Homeoffice: Marktdaten auswerten, Gehaltsbänder modellieren, Kosten von Gehaltsrunden berechnen, Konzepte schreiben und Präsentationen vorbereiten. Workshops mit Führungskräften, Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Präsentationen vor der Geschäftsführung finden dagegen häufig vor Ort statt, auch wenn viele Abstimmungen inzwischen per Video laufen. In Beratungen und größeren Unternehmen ist hybrides Arbeiten mit etwa zwei bis drei Tagen pro Woche zu Hause verbreitet; Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, kommen vor, sind aber eher die Ausnahme und setzen meist Berufserfahrung voraus. Bei Beratungen hängt der Umfang zudem stark davon ab, wie oft Mandanten Termine vor Ort erwarten. Wer zu Hause arbeitet, braucht einen Arbeitsplatz, an dem niemand mitlesen oder mithören kann, denn Gehaltsdaten unterliegen strengem Datenschutz und werden meist nur über gesicherte Firmenrechner und VPN bearbeitet. In heißen Phasen wie Gehaltsrunden oder Projektabgaben wird enge Erreichbarkeit erwartet.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.900 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.200 € | 6.200 € | 7.500 € | 74.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.500 € | 11.000 € | 102.000 € |
Die Gehälter werden in Beratungen meist frei verhandelt und enthalten dort einen variablen Anteil, der von Auslastung und Projekterfolg abhängt; große internationale Beratungen und Konzerne zahlen deutlich mehr als kleine Beratungen und Mittelständler. In tarifgebundenen Unternehmen liegen C&B-Stellen oft in den oberen Entgeltgruppen oder außertariflich, etwa oberhalb des Tarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Unternehmen seine Beschäftigten bezahlt und welche Leistungen es darüber hinaus anbietet. Dazu gehört die Bewertung von Stellen nach Verfahren wie Hay, Mercer IPE oder eigenen Modellen der Beratung, aus der sich Grades und Gehaltsbänder ableiten. Consultants vergleichen Gehälter mit Marktdaten aus Vergütungsstudien, entwerfen Bonus- und Provisionsmodelle, rechnen die Kosten von Gehaltsrunden durch und prüfen, ob Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit gleich bezahlt werden. Auf der Benefits-Seite geht es um betriebliche Altersversorgung, Dienstwagenregelungen, Jobrad, Zuschüsse oder Versicherungen. Ein großer Teil der Arbeit findet in Excel, in HR-Systemen wie SAP SuccessFactors oder Workday und in Präsentationen statt. Hinzu kommen Workshops mit Personalleitungen, Abstimmungen mit Führungskräften und in vielen Projekten Gespräche mit dem Betriebsrat, weil Vergütungssysteme der Mitbestimmung unterliegen. In Beratungen betreut man mehrere Mandanten parallel, in Unternehmen ist man für die eigene Belegschaft zuständig, oft für mehrere Länder.
Der übliche Weg führt über ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personal, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspsychologie oder Wirtschaftsmathematik. Einsteiger beginnen häufig als Analyst oder Junior Consultant in einer Vergütungsberatung oder als Referent in der HR-Abteilung eines Konzerns, teils nach einem Praktikum oder Traineeprogramm. Quereinsteiger kommen aus der Personalarbeit, der Entgeltabrechnung oder dem Controlling; sie bringen oft Erfahrung mit Tarifverträgen und Zahlen mit, müssen sich aber Methoden der Stellenbewertung und des Benchmarkings aneignen. Weiterbildungen wie der Certified Compensation Professional oder Lehrgänge zur betrieblichen Altersversorgung sind verbreitet, aber keine Pflicht.
Die Arbeit verlangt sicheren Umgang mit großen Datenmengen und die Fähigkeit, Ergebnisse für Geschäftsführungen und Betriebsräte verständlich aufzubereiten. Vergütung ist ein heikles Thema: Neue Modelle erzeugen Gewinner und Verlierer, und Consultants müssen Widerstände aushalten und sachlich bleiben. Zu bestimmten Zeiten ballt sich die Arbeit, etwa vor den jährlichen Gehaltsrunden, bei Bonusberechnungen oder kurz vor Projektabschlüssen. In Beratungen sind Überstunden und Reisen zu Mandanten üblich, die Zahl der parallelen Projekte kann hoch sein. Weil Gehaltsdaten zu den vertraulichsten Informationen eines Unternehmens gehören, ist absolute Verschwiegenheit Voraussetzung. In internationalen Konzernen wird viel auf Englisch gearbeitet.
Die Nachfrage ist stabil und wird durch neue Vorgaben gestützt, allen voran die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die Unternehmen zu Gehaltsstrukturen und Berichten über Entgeltunterschiede verpflichtet. Auch Fachkräftemangel und der Wettbewerb um Beschäftigte über Zusatzleistungen halten das Thema auf der Tagesordnung. Erfahrene Consultants steigen zum Senior Consultant, Manager oder Partner auf oder wechseln als Head of Compensation & Benefits in ein Unternehmen. Andere spezialisieren sich auf Vorstandsvergütung, Altersversorgung oder internationale Entsendungen. Die Zahl der Stellen ist überschaubar und konzentriert sich auf große Unternehmen und Ballungsräume.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren in Wirtschaftswissenschaften, Personalmanagement oder einem verwandten Fach. Danach folgt der Einstieg als Analyst, Junior Consultant oder Referent; bis zur selbstständigen Projektverantwortung vergehen meist zwei bis drei Jahre. Quereinstieg aus Personalwesen, Entgeltabrechnung oder Controlling ist möglich, oft ergänzt durch berufsbegleitende Zertifikate.
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