Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Konzeptarbeit, Dokumentation, Infrastructure as Code, Code-Reviews und die meisten Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich gut von zu Hause erledigen, weshalb Homeoffice in diesem Beruf weit verbreitet ist, in vielen Stellen an zwei bis vier Tagen pro Woche. Stellen, die ganz von zu Hause ausgeübt werden, gibt es vor allem bei Softwarefirmen und manchen Beratungen, sie sind aber nicht die Regel. Anwesenheit verlangen vor allem Kundenworkshops, Projektstarts und Teamtreffen, in der Beratung auch mehrtägige Einsätze vor Ort, sodass Homeoffice dort oft mit Reisen abwechselt. Bei Banken, Behörden und sicherheitskritischen Arbeitgebern gelten teils strengere Regeln, etwa feste Präsenztage, Sicherheitsüberprüfungen oder Zugriffe nur aus bestimmten Netzen. Zu Hause sind ein ruhiger Arbeitsplatz, eine stabile Internetverbindung und ein sorgfältiger Umgang mit Zugangsdaten nötig, weil Cloud Architects oft weitreichende Berechtigungen haben. Bei Störungen oder Rufbereitschaft wird schnelle Erreichbarkeit erwartet, was die Arbeitszeit auch im Homeoffice nicht immer planbar macht.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Cloud Architect verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.800 € 5.600 € 6.500 € 67.200 €
Mit Berufserfahrung 6.000 € 7.000 € 8.200 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 8.700 € 11.000 € 104.400 €

Die Gehälter werden überwiegend frei verhandelt; am stärksten wirken Unternehmensgröße, Branche und Region, wobei Großkonzerne, Finanzbranche und Beratungen im Raum München und Frankfurt am oberen Rand liegen. In Beratungen kommt oft ein variabler Anteil hinzu, im öffentlichen Sektor gilt dagegen meist der TVöD oder TV-L mit deutlich engerer und häufig niedrigerer Spanne, als die Werte hier zeigen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Cloud Architect?

Ein Cloud Architect plant, wie die IT eines Unternehmens in einer oder mehreren Cloud-Plattformen aufgebaut wird. Am Anfang stehen meist Gespräche mit Fachabteilungen, Entwicklungsteams und IT-Sicherheit: Welche Anwendungen sollen migriert werden, welche Anforderungen an Verfügbarkeit, Datenschutz und Kosten gelten? Daraus entstehen Zielarchitekturen, etwa ein Netzwerkdesign mit getrennten Umgebungen für Entwicklung und Produktion, ein Konzept für Identitäten und Zugriffsrechte oder ein Plan, wie eine ältere Anwendung in Container überführt wird. Cloud Architects schreiben Architekturdokumente, zeichnen Diagramme, bewerten Dienste verschiedener Anbieter und legen Standards fest, an die sich andere Teams halten. Häufig arbeiten sie selbst mit Infrastructure as Code, etwa mit Terraform, und prüfen Pull Requests. Ein wachsender Teil der Arbeit betrifft Kostenkontrolle: Ressourcen dimensionieren, Reservierungen planen, unnötige Ausgaben aufspüren. In Beratungshäusern kommen Kundenworkshops, Angebote und Aufwandsschätzungen hinzu.

Wie wird man Cloud Architect?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Die meisten kommen über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines verwandten Fachs und sammeln danach mehrere Jahre Erfahrung als Systemadministrator, DevOps Engineer, Softwareentwickler oder Netzwerkspezialist. Auch Fachinformatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung gelangen mit entsprechender Berufserfahrung in die Rolle. Zertifizierungen der Anbieter, etwa AWS Certified Solutions Architect oder Azure Solutions Architect Expert, werden in vielen Stellenanzeigen verlangt oder gern gesehen. Ein direkter Einstieg nach dem Studium ist selten; der Titel setzt in der Regel praktische Erfahrung mit dem Betrieb von Cloud-Systemen voraus.

Was der Beruf verlangt

Die Plattformen ändern sich laufend, neue Dienste erscheinen, alte werden abgekündigt. Wer in der Rolle bleibt, muss sich ständig weiterbilden, oft auch außerhalb der Arbeitszeit. Architekturentscheidungen haben lange Folgen: Ein schlechtes Design verursacht über Jahre hohe Kosten oder Sicherheitslücken, und Cloud Architects stehen dafür in der Verantwortung. Ein großer Teil des Tages besteht aus Abstimmung, Überzeugungsarbeit und Dokumentation statt aus Technik, was nicht jedem liegt. Bei Migrationen und Störungen können Abend- und Wochenendeinsätze anfallen, in manchen Unternehmen auch Rufbereitschaft. In der Beratung kommt Reisetätigkeit zu Kunden hinzu, deren Umfang je nach Arbeitgeber stark schwankt. Gute Englischkenntnisse sind nötig, weil Dokumentation und viele Teams englischsprachig arbeiten.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch, weil viele Unternehmen ihre Rechenzentren ablösen, Anwendungen modernisieren und mehrere Cloud-Anbieter parallel nutzen. Gesucht werden vor allem Fachleute mit Erfahrung in Sicherheit, Netzwerken und regulierten Branchen wie Banken, Versicherungen oder dem öffentlichen Sektor, wo Anforderungen an Datensouveränität steigen. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an rein manueller Administration, was die Architekturrolle aufwertet. Entwicklungswege führen zum Enterprise Architect, zur Leitung eines Plattform- oder Cloud-Teams, zum Chief Technology Officer oder in die selbstständige Beratung. Spezialisierungen etwa auf Cloud-Sicherheit, Datenplattformen oder FinOps sind ebenfalls verbreitet.

Aufgaben

  • Zielarchitekturen für Anwendungen und Infrastruktur in der Cloud entwerfen
  • Anforderungen mit Fachabteilungen, Entwicklung und IT-Sicherheit abstimmen
  • Migrationen bestehender Systeme in die Cloud planen und begleiten
  • Netzwerk-, Identitäts- und Berechtigungskonzepte festlegen
  • Infrastruktur mit Terraform oder ähnlichen Werkzeugen beschreiben und prüfen
  • Cloud-Kosten analysieren und Ressourcen passend dimensionieren
  • Architekturdokumente, Diagramme und Standards für Teams erstellen
  • Dienste verschiedener Cloud-Anbieter bewerten und Empfehlungen aussprechen

Voraussetzungen

  • Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbar, alternativ IT-Ausbildung mit langer Berufserfahrung
  • Mehrjährige Praxis in Systemadministration, DevOps, Netzwerk oder Softwareentwicklung
  • Fundierte Kenntnisse mindestens einer großen Cloud-Plattform, oft durch Herstellerzertifizierung belegt
  • Verständnis von IT-Sicherheit, Netzwerken und Datenschutzanforderungen
  • Gute Englischkenntnisse und Sicherheit im Erklären technischer Entscheidungen
  • Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung

Wo man arbeitet

  • IT-Beratungen und Systemhäuser
  • Softwareunternehmen und Cloud-Anbieter
  • IT-Abteilungen großer Unternehmen, etwa in Industrie und Handel
  • Banken und Versicherungen
  • IT-Dienstleister des öffentlichen Sektors
  • Selbstständig als freiberufliche Berater

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Informatikstudium von drei bis fünf Jahren mit Bachelor- oder Masterabschluss, gefolgt von etwa drei bis fünf Jahren Berufserfahrung im Betrieb oder in der Entwicklung von IT-Systemen. Alternativ führt eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker mit entsprechend längerer Praxis in die Rolle. Herstellerzertifizierungen werden meist berufsbegleitend erworben.

Homeoffice-Stellen als Cloud Architect

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