Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Analysen, Marketingpläne, Agenturbriefings, Budgetkontrolle und viele Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich von zu Hause erledigen. Anwesenheit verlangen dagegen Workshops mit Agenturen und Teams, Außendiensttagungen, Kongresse, Produktschulungen und je nach Unternehmen Begleitungen im Außendienst. In größeren Pharmaunternehmen sind hybride Modelle mit Homeoffice an etwa zwei bis drei Tagen pro Woche verbreitet, Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind die Ausnahme und kommen eher bei kleineren oder international verteilten Teams vor. Wegen vertraulicher Launch-Planungen und Umsatzdaten gelten strenge Vorgaben zu Datenschutz und IT-Sicherheit, gearbeitet wird in der Regel mit Firmenrechner und gesichertem Zugang. Wer von zu Hause arbeitet, muss trotzdem mit Präsenztagen, Reisen und Terminen außerhalb der Kernzeiten rechnen, sodass sich der Beruf nur eingeschränkt für Menschen eignet, die fest an den Wohnort gebunden sind.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Brand Management verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.200 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.200 € 10.500 € 98.400 €

Das Gehalt hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Große Pharmakonzerne zahlen deutlich mehr als Konsumgüterhersteller oder kleinere Firmen, und ein Bonus von etwa zehn bis zwanzig Prozent des Jahresgehalts ist üblich. Viele Pharmaunternehmen wenden die Tarifverträge der chemischen Industrie (IG BCE) an, Brand Manager werden dort aber meist außertariflich bezahlt, sodass das Gehalt frei verhandelt wird.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Brand Manager?

Brand Manager verantworten eine Marke wirtschaftlich und inhaltlich. Sie werten Marktdaten und Verordnungszahlen aus, beobachten Wettbewerber und leiten daraus die Positionierung und den jährlichen Markenplan ab. Daraus entstehen Kampagnen, Materialien für den Außendienst, Inhalte für Fachportale, Newsletter und Kongressauftritte. Die Umsetzung übernehmen meist Agenturen, die der Brand Manager brieft, steuert und deren Entwürfe er abnimmt. In der Pharmaindustrie ist zu unterscheiden zwischen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, bei denen sich die Kommunikation an Ärztinnen, Ärzte und Apotheken richtet, und rezeptfreien Produkten, die auch direkt beim Verbraucher beworben werden dürfen. Jedes Werbemittel durchläuft eine Freigabe durch Medizin, Recht und Regulatory Affairs nach den Vorgaben des Heilmittelwerbegesetzes. Hinzu kommen Budgetkontrolle, Umsatzprognosen, Abstimmungen mit Market Access und Key Account Management sowie die Vorbereitung von Produkteinführungen.

Wie wird man Brand Manager?

Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing oder ein naturwissenschaftliches Studium wie Pharmazie, Biologie oder Biochemie, gelegentlich auch Medizin. Der Einstieg erfolgt häufig über ein Traineeprogramm, eine Stelle als Junior Product Manager oder Marketing Assistant. In der Pharmaindustrie ist auch der Weg aus dem Außendienst verbreitet: Pharmareferenten mit guten Ergebnissen wechseln nach einigen Jahren ins Produktmanagement. Berufsbegleitende Weiterbildungen im Pharmamarketing oder Healthcare Management erleichtern den Quereinstieg, ersetzen aber selten die Berufserfahrung in der Branche.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf steht unter dauerndem Ergebnisdruck, denn die Leistung eines Brand Managers wird an Umsatz- und Marktanteilszielen gemessen. Vor Produkteinführungen, in der Budgetplanung und vor großen Kongressen sind lange Arbeitstage üblich. Kongresse und Außendiensttagungen finden teils am Wochenende statt und bringen Reisetätigkeit mit sich. Schwer fällt vielen die Abhängigkeit von anderen: Freigabeschleifen dauern, internationale Konzernvorgaben schränken den eigenen Spielraum ein, und Entscheidungen fallen in Matrixorganisationen oft erst nach vielen Abstimmungen. Gefragt sind analytisches Denken, sicherer Umgang mit Zahlen, Durchsetzungsvermögen gegenüber Agenturen und Kollegen sowie die Fähigkeit, sich in medizinische Studien einzuarbeiten. Umstrukturierungen, Fusionen und der Verkauf ganzer Produktportfolios kommen in der Branche regelmäßig vor und betreffen das Marketing oft direkt.

Aussichten

Die Nachfrage ist in der Pharmaindustrie stabil, verschiebt sich aber: Mit Patentabläufen verlieren Marken an Gewicht, während neue Spezialpräparate etwa in der Onkologie oder bei seltenen Erkrankungen Fachleute mit medizinischem Verständnis suchen. Digitale Kommunikation über mehrere Kanäle gewinnt an Bedeutung, wer Daten auswerten und Online-Kampagnen steuern kann, ist gefragter. Der übliche Entwicklungsweg führt vom Junior über den Senior Brand Manager zum Group Product Manager, Marketing Director oder zur Leitung einer Business Unit. Auch Wechsel in internationale Konzernfunktionen, zu Agenturen oder in die Beratung sind verbreitet. Außerhalb der Pharmabranche arbeiten Brand Manager vor allem in Konsumgüterindustrie und Handel.

Aufgaben

  • Markt-, Verordnungs- und Wettbewerbsdaten auswerten
  • Markenstrategie und jährlichen Marketingplan erstellen
  • Agenturen briefen und Kampagnen steuern
  • Werbemittel durch die medizinische und rechtliche Freigabe bringen
  • Marketingbudget planen und überwachen
  • Außendienst mit Argumenten und Materialien versorgen
  • Kongressauftritte und Fachveranstaltungen vorbereiten
  • Produkteinführungen mit Medizin, Market Access und Vertrieb abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium, meist Betriebswirtschaft, Marketing, Pharmazie oder Naturwissenschaften
  • Berufserfahrung im Marketing, Produktmanagement oder Pharmaaußendienst
  • Sicherer Umgang mit Zahlen, Marktdaten und Tabellenkalkulation
  • Verständnis medizinischer Studien und der Regeln des Heilmittelwerbegesetzes
  • Sehr gute Englischkenntnisse für internationale Abstimmungen
  • Bereitschaft zu Reisen und Terminen außerhalb der üblichen Arbeitszeit

Wo man arbeitet

  • Pharmaunternehmen
  • Hersteller rezeptfreier Arzneimittel und Gesundheitsprodukte
  • Medizintechnikunternehmen
  • Konsumgüterhersteller
  • Healthcare-Agenturen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren in Betriebswirtschaft oder einem naturwissenschaftlichen Fach. Danach folgt meist ein Traineeprogramm von zwölf bis 24 Monaten oder eine Stelle als Junior Product Manager, in der Pharmabranche auch ein Wechsel aus mehreren Jahren Außendienst.

Homeoffice-Stellen als Brand Management

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