Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Vorbereitung von Angeboten, Pflege des CRM-Systems, Forecasts, Abstimmungen mit dem eigenen Team und viele Kundengespräche per Video lassen sich von zu Hause erledigen. Persönliche Termine bei Kunden, Präsentationen vor Entscheidungsgremien, Vertragsverhandlungen und Messen verlangen dagegen Anwesenheit vor Ort, und gerade Banken und Versicherer legen auf persönliche Beziehungen oft Wert. Bei IT- und Softwareanbietern ist ein hybrides Modell mit zwei bis drei Tagen Homeoffice pro Woche in vielen Stellen üblich; manche Stellen sind als gebietsbezogene Außendienstrolle mit Wohnortbüro angelegt, was dann überwiegend Homeoffice plus Reisen bedeutet und nicht ganz von zu Hause. Eine Stelle ganz ohne Reisen und Präsenz ist in diesem Beruf die Ausnahme. Wer von zu Hause arbeitet, muss Vertraulichkeit sicherstellen, weil Vertragsdaten und Informationen über die IT der Kunden besonders schutzbedürftig sind, und braucht einen ruhigen Arbeitsplatz für Videotermine.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Account Manager Financial Services verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.300 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 10.500 € 96.000 €

Die Werte beziehen sich auf das Fixgehalt; dazu kommt in fast allen Stellen eine erfolgsabhängige Provision von oft 20 bis 40 Prozent des Zieleinkommens, sodass das tatsächliche Jahreseinkommen stark vom Vertriebserfolg abhängt. Ein Tarifvertrag gilt in der IT-Branche meist nicht; am stärksten wirken Größe und Herkunft des Anbieters, die Größe der betreuten Kunden und der Arbeitsort, wobei internationale Softwarekonzerne und Standorte wie Frankfurt und München höher zahlen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Account Manager Financial Services?

Account Manager in diesem Bereich verantworten eine feste Zahl von Kunden aus der Finanzbranche, etwa Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privatbanken, Versicherer oder Zahlungsdienstleister. Verkauft werden meist Software, Cloud-Dienste, IT-Services oder Datenprodukte, zum Beispiel Kernbankensysteme, Lösungen für Meldewesen und Compliance, Zahlungsverkehrsplattformen oder Sicherheitssoftware. Der Arbeitsalltag besteht aus Kundenterminen, Telefon- und Videokonferenzen, dem Ausarbeiten von Angeboten und dem Pflegen der Vertriebspipeline im CRM-System. Account Manager klären mit Fachabteilungen und Einkauf der Kunden, welcher Bedarf besteht, holen Lösungsberater und Techniker für Präsentationen dazu und verhandeln Preise und Vertragslaufzeiten. Ein großer Teil der Arbeit gilt Verlängerungen und Zusatzgeschäft bei bestehenden Kunden. Dazu kommen Ausschreibungen, Forecasts für die eigene Vertriebsleitung und die Abstimmung mit Rechtsabteilung und Projektteams, wenn ein Vertrag unterschrieben ist.

Wie wird man Account Manager Financial Services?

Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik oder eines verwandten Fachs. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über eine Bankausbildung oder eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Vertriebserfahrung. Viele kommen aus dem Inside Sales, als Sales Development Representative oder aus der Beratung bei Banken. Wer die Abläufe in einem Kreditinstitut kennt, hat Vorteile, weil Kunden über Regulierung, Meldepflichten und Auslagerungsvorgaben sprechen wollen. Für Stellen mit Schwerpunkt auf großen Häusern werden in der Regel mehrere Jahre Erfahrung im B2B-Vertrieb erwartet.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist an Umsatzziele gebunden, die quartalsweise oder jährlich gemessen werden. Ein erheblicher Teil des Einkommens hängt davon ab, ob diese Ziele erreicht werden, und Quartals- und Jahresenden bringen spürbaren Druck. Verkaufszyklen in der Finanzbranche sind lang: Zwischen erstem Gespräch und Vertragsabschluss vergehen oft viele Monate, weil Einkauf, IT-Sicherheit, Datenschutz und Revision eines Kunden zustimmen müssen. Das verlangt Geduld und Ausdauer bei Rückschlägen. Reisetätigkeit zu Kunden und Messen gehört in vielen Stellen dazu, teils mit Übernachtungen. Die Arbeitszeiten richten sich nach Kundenterminen und sind nicht immer planbar. Gefragt sind sicheres Auftreten gegenüber Vorständen und Fachabteilungen, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, technische Lösungen verständlich zu erklären. Verhandlungssicheres Englisch wird bei internationalen Anbietern meist erwartet. Die Fluktuation im Softwarevertrieb ist vergleichsweise hoch, und Gebietswechsel oder Umstrukturierungen kommen vor.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Banken und Versicherer investieren in die Ablösung alter Systeme, in Cloud-Lösungen und in die Umsetzung regulatorischer Vorgaben wie DORA, was Anbieter mit Branchenkenntnis brauchen. Gleichzeitig ist der Markt von Konsolidierung geprägt: Fusionen von Banken und Anbietern verringern die Zahl der Kunden. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für große Institute, zum Teamleiter oder Head of Sales Financial Services oder in angrenzende Rollen wie Business Development, Partnermanagement oder Customer Success.

Aufgaben

  • Bestehende Kunden aus Banken und Versicherungen betreuen und Kontakte zu Entscheidern pflegen
  • Bedarf der Kunden ermitteln und passende Software- oder Servicelösungen vorschlagen
  • Angebote erstellen sowie Preise und Vertragslaufzeiten verhandeln
  • Vertragsverlängerungen und Zusatzgeschäft vorbereiten und abschließen
  • Vertriebspipeline und Kundenkontakte im CRM-System dokumentieren
  • Lösungsberater und Techniker für Präsentationen und Ausschreibungen einbinden
  • Umsatzprognosen für die Vertriebsleitung erstellen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium oder kaufmännische beziehungsweise Bankausbildung
  • Mehrjährige Erfahrung im B2B-Vertrieb, idealerweise im Software- oder IT-Umfeld
  • Kenntnisse der Abläufe und Regulierung in der Finanzbranche
  • Verhandlungsgeschick und sicheres Auftreten gegenüber Führungskräften
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu regelmäßigen Dienstreisen, meist mit Führerschein

Wo man arbeitet

  • Softwarehersteller mit Schwerpunkt Finanzbranche
  • IT-Dienstleister und Rechenzentren für Banken
  • Cloud- und Plattformanbieter
  • Anbieter von Zahlungsverkehrs- und Fintech-Lösungen
  • IT-Beratungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsinformatik (drei bis fünf Jahre) oder eine dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann mit anschließender Vertriebserfahrung. Der Einstieg erfolgt oft über Inside Sales oder Business Development, bevor nach zwei bis vier Jahren eigene Kunden übernommen werden.

Homeoffice-Stellen als Account Manager Financial Services

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