Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein großer Teil der Tätigkeiten lässt sich am Bildschirm erledigen: Bilanzen erfassen, Kreditanträge vorbereiten, CRM-Daten pflegen, E-Mails und Telefonate mit Kunden. Anwesenheit verlangen dagegen Kundentermine in der Filiale, die Legitimation neuer Vertretungsberechtigter, die Bearbeitung von Originalunterlagen mit Unterschrift und die Vertretung im Team, wenn Kunden vor Ort erscheinen. Bei vielen größeren Privatbanken und manchen Landesbanken ist mobiles Arbeiten an zwei bis drei Tagen pro Woche über Betriebsvereinbarungen geregelt, bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist es uneinheitlich und hängt stark vom Haus und von der Führungskraft ab, häufig auf einzelne Tage begrenzt. Eine Stelle ganz von zu Hause ist in diesem Beruf die Ausnahme, und in der Einarbeitung wird meist Präsenz erwartet. Wer mobil arbeitet, braucht einen abgeschlossenen Arbeitsplatz, an dem niemand Gespräche oder Bildschirminhalte mitbekommt, denn Bankgeheimnis und Datenschutz gelten zu Hause genauso; Papierunterlagen dürfen in vielen Häusern nicht mitgenommen werden. Erwartet wird zudem feste Erreichbarkeit zu den Geschäftszeiten, damit Betreuer und Kunden die Assistenz wie im Büro ansprechen können.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Vertriebsassistenz Firmenkunden verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €

Das Gehalt richtet sich meist nach Tarif: bei Privatbanken und öffentlichen Banken nach dem Tarifvertrag für das private und öffentliche Bankgewerbe, bei Sparkassen nach dem TVöD-Sparkassen, bei Genossenschaftsbanken nach dem Tarifvertrag für die Volksbanken und Raiffeisenbanken; entscheidend ist die Eingruppierung, die mit Kreditkompetenz und eigenständig betreuten Aufgaben steigt. Das tarifliche 13. Gehalt und weitere Sonderzahlungen sind in den Werten nicht enthalten, außertariflich vergütete Stellen in Großbanken können darüber liegen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Vertriebsassistenz Firmenkunden?

Eine Vertriebsassistenz im Firmenkundengeschäft arbeitet einem oder mehreren Firmenkundenbetreuern zu, die mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe oder Freiberufler betreuen. Der Betreuer führt die Gespräche und trifft die Vertriebsentscheidungen, die Assistenz sorgt dafür, dass alles Nötige dafür bereitliegt. Dazu gehört, Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen in die Bilanzanalyse-Systeme einzugeben, Kreditanträge vorzubereiten, Sicherheitenunterlagen zusammenzustellen und fehlende Dokumente bei den Kunden anzufordern. Bei Kontoeröffnungen prüft sie Handelsregisterauszüge, wirtschaftlich Berechtigte und Legitimationen nach den Vorgaben des Geldwäschegesetzes. Hinzu kommen Terminkoordination, Gesprächsvorbereitung, das Pflegen der Kundendaten im CRM-System und die Bearbeitung von Anfragen zu Zahlungsverkehr, Online-Banking, Avalen oder Kontoführung. In vielen Häusern übernimmt die Assistenz auch einfache Standardgeschäfte selbst und ist für Kunden die erste Ansprechperson, wenn der Betreuer nicht erreichbar ist.

Wie wird man Vertriebsassistenz Firmenkunden?

Der übliche Weg ist eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann, die drei Jahre dauert und mit Abitur häufig auf zweieinhalb Jahre verkürzt wird. Viele wechseln nach einigen Jahren im Privatkundengeschäft oder in der Marktfolge Kredit in die Assistenz des Firmenkundenbereichs. Ein Quereinstieg ist möglich, etwa mit einer Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement oder Industriekaufmann und Erfahrung in Buchhaltung oder Vertriebsinnendienst; dann wird bankfachliches Wissen in der Einarbeitung und über interne Schulungen nachgeholt. Wer später selbst Firmenkunden betreuen will, bildet sich meist zum Bankfachwirt und anschließend zum Bankbetriebswirt weiter.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist von Vorgaben geprägt: Kreditprozesse, Geldwäscheprüfung und Dokumentationspflichten lassen wenig Spielraum, und Fehler in Unterlagen fallen spätestens bei der Kreditprüfung oder Revision auf. Termindruck entsteht, wenn ein Kunde kurzfristig eine Finanzierung braucht oder zum Quartals- und Jahresende viele Unterlagen gleichzeitig eingehen. Die Assistenz hängt stark vom Arbeitsstil der Betreuer ab, denen sie zuarbeitet, und muss mehrere Anliegen parallel im Blick behalten. Die Arbeitszeiten liegen überwiegend in den üblichen Bürozeiten, Schichtarbeit gibt es nicht. Wer gern eigenständig verkauft, stößt an Grenzen, denn Abschlüsse und Kundenbeziehung liegen in der Regel beim Betreuer. Verschwiegenheit und ein sicherer Umgang mit Zahlen und Bilanzen sind Grundvoraussetzung.

Aussichten

Banken und Sparkassen bauen Filialen ab und automatisieren Standardprozesse, das Firmenkundengeschäft bleibt aber beratungsintensiv und auf zuverlässige Zuarbeit angewiesen. Durch Fusionen und zentralisierte Teams verändern sich die Stellen: Assistenzen arbeiten häufiger für größere Betreuergruppen oder in regionalen Vertriebsservice-Einheiten. Gefragt sind Fachkräfte mit Kreditkenntnissen und Routine im Umgang mit Bilanzdaten. Wer sich weiterbildet, kann in die Marktfolge, das Kreditanalysegeschäft oder selbst in die Firmenkundenbetreuung wechseln, zunächst oft für kleinere Gewerbekunden.

Aufgaben

  • Jahresabschlüsse und BWAs in Bilanzanalyse-Systeme eingeben
  • Kreditanträge und Sicherheitenunterlagen vorbereiten
  • Kontoeröffnungen und Legitimationsprüfungen nach Geldwäschegesetz bearbeiten
  • Fehlende Unterlagen bei Firmenkunden anfordern und nachhalten
  • Termine koordinieren und Kundengespräche vorbereiten
  • Kundendaten und Vertriebsaktivitäten im CRM-System pflegen
  • Anfragen zu Zahlungsverkehr, Online-Banking und Kontoführung beantworten

Voraussetzungen

  • Ausbildung als Bankkauffrau oder Bankkaufmann oder vergleichbare kaufmännische Ausbildung
  • Grundkenntnisse in Bilanzen und Kreditgeschäft
  • Sicherer Umgang mit MS Office und Banksoftware
  • Sorgfalt und Verschwiegenheit im Umgang mit Kundendaten
  • Freundliches, verbindliches Auftreten am Telefon
  • Fähigkeit, mehrere Vorgänge parallel zu organisieren

Wo man arbeitet

  • Sparkassen
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Private Geschäftsbanken
  • Landesbanken
  • Förderbanken
  • Leasing- und Factoringgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann mit IHK-Abschluss, mit Abitur oft auf zweieinhalb Jahre verkürzt. Danach folgen meist einige Jahre Berufserfahrung im Privatkundengeschäft oder in der Kreditbearbeitung, bevor der Wechsel in die Firmenkundenassistenz gelingt. Quereinsteiger mit kaufmännischer Ausbildung werden im Betrieb eingearbeitet.

Homeoffice-Stellen als Vertriebsassistenz Firmenkunden

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