Was macht ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator?
Sobald auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind, muss der Bauherr nach der Baustellenverordnung einen Koordinator bestellen. Diese Aufgabe übernimmt der SiGeKo. In der Planungsphase prüft er Entwürfe und Bauabläufe auf Gefährdungen, erstellt den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, bereitet die Vorankündigung an die zuständige Arbeitsschutzbehörde vor und legt die Unterlage für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage an, etwa für Wartung an Dächern oder Fassaden. Während der Ausführung begeht er regelmäßig die Baustelle, kontrolliert Gerüste, Absturzsicherungen, Verkehrswege und Baugruben, spricht Mängel bei Bauleitern und Polieren an und dokumentiert sie in Begehungsprotokollen. Er koordiniert, welches Gewerk wann und wo arbeitet, damit sich die Firmen nicht gegenseitig gefährden, leitet Koordinationsbesprechungen und schreibt den SiGe-Plan fort, wenn sich der Bauablauf ändert. Weisungsbefugnis gegenüber den Firmen hat er in der Regel nur, soweit der Bauherr sie ihm überträgt; vieles läuft über Überzeugungsarbeit und saubere Dokumentation.
Wie wird man Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Die Regel zum Arbeitsschutz auf Baustellen RAB 30 verlangt drei Bausteine: eine baufachliche Qualifikation, etwa als Architekt, Bauingenieur, Bautechniker oder Meister im Bauhandwerk, dazu mehrjährige Berufserfahrung in Planung oder Ausführung, außerdem arbeitsschutzfachliche Kenntnisse und spezielle Koordinatorenkenntnisse. Letztere werden in Lehrgängen nach Anlage B und Anlage C der RAB 30 erworben, die Bildungsträger, Kammern, Berufsgenossenschaften und Prüforganisationen anbieten. Viele kommen als Bauleiter, Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Planer in die Tätigkeit und üben sie zunächst neben ihrer bisherigen Arbeit aus. Ohne Baustellenpraxis ist der Einstieg kaum möglich, weil Gefährdungen vor Ort erkannt und gegenüber erfahrenen Bauleuten vertreten werden müssen.
Was der Beruf verlangt
Der SiGeKo steht oft zwischen den Interessen: Firmen wollen schnell bauen, der Bauherr möchte Kosten sparen, und Sicherheitsmaßnahmen kosten beides. Konflikte mit Polieren und Nachunternehmern gehören zum Alltag, ebenso die Erfahrung, dass Mängel bei der nächsten Begehung wieder auftauchen. Wer mehrere Baustellen betreut, verbringt viel Zeit im Auto und arbeitet bei jedem Wetter im Freien, auf Gerüsten und in Baugruben. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig. Bei Unfällen kann die Frage der Haftung und der eigenen Dokumentation ernst werden, was Genauigkeit beim Protokollieren verlangt. Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Baufortschritt; frühe Termine vor Arbeitsbeginn der Firmen und kurzfristige Einsätze bei Planänderungen kommen vor.
Aussichten
Die Nachfrage hängt an der Bautätigkeit, ist aber durch die gesetzliche Pflicht zur Bestellung stabiler als bei manchen anderen Bauberufen. Besonders bei Infrastruktur, Sanierung im Bestand und Großprojekten öffentlicher Auftraggeber werden Koordinatoren gesucht. Viele arbeiten freiberuflich oder in kleinen Ingenieurbüros und betreuen parallel mehrere Projekte. Entwicklungswege führen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, in die Projektsteuerung, zu Prüforganisationen oder in die Leitung einer Arbeitsschutzabteilung bei Bauherren und Wohnungsunternehmen.