Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Programmieren, Algorithmen in der Simulation testen, Code-Reviews, Dokumentation und Besprechungen lassen sich von zu Hause erledigen, Tests an realen Robotern, Arbeit im Labor, Fehlersuche an der Hardware und Inbetriebnahmen beim Kunden dagegen nicht. In vielen Stellen ist hybrides Arbeiten üblich, meist an ein bis drei Tagen pro Woche, wobei der Anteil stark davon abhängt, wie hardwarenah die Aufgabe ist. Überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten vor allem Entwickler mit reinen Software- oder Simulationsaufgaben, etwa in Perception oder Planung, und diese Stellen sind eher die Ausnahme. Bei Engineering-Dienstleistern entscheidet häufig der jeweilige Kunde über die Homeoffice-Regeln, und Projektphasen mit Vor-Ort-Einsatz oder Reisen können den Anteil zeitweise auf null senken. Für die Arbeit von zu Hause braucht es einen leistungsfähigen Rechner, oft mit Grafikkarte für Simulationen, stabilen VPN-Zugang und die Bereitschaft, sich eng mit Kollegen im Labor abzustimmen, die Tests am Roboter ausführen; Quellcode und Kundendaten unterliegen meist strengen Vertraulichkeitsregeln.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Robotics Software Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.300 € 7.300 € 9.000 € 87.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgebertyp ab: Große Hersteller und Automobilunternehmen zahlen oft nach den Tarifverträgen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie (ERA) deutlich mehr als Start-ups, Hochschulen nach TV-L oder Engineering-Dienstleister, bei denen Gehälter frei verhandelt werden und in der Arbeitnehmerüberlassung häufig niedriger liegen. Spezialisierungen in Perception, Machine Learning oder funktionaler Sicherheit sowie eine Promotion heben das Gehalt spürbar, ebenso Standorte in Süddeutschland.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Robotics Software Engineer?

Robotics Software Engineers schreiben und pflegen die Programme, die einen Roboter steuern. Dazu gehören Algorithmen für Bewegungsplanung und Kinematik, die Auswertung von Kamera-, Lidar- und Kraftsensoren, die Lokalisierung mobiler Roboter und die Anbindung an Steuerungen und übergeordnete Systeme. Gearbeitet wird meist in C++ und Python, häufig auf Basis des Robot Operating System (ROS 2) und unter Linux. Ein großer Teil der Arbeit findet in der Simulation statt, etwa in Gazebo oder Isaac Sim, bevor Code auf echte Hardware gespielt wird. Danach folgen Tests am Roboter, Fehlersuche im Zusammenspiel von Software, Mechanik und Elektronik, Code-Reviews, Dokumentation und Abstimmung mit Hardware-Entwicklern, Produktmanagement und bei Projektgeschäft auch mit Kunden. Bei Engineering-Dienstleistern, die einen großen Teil der Stellen ausschreiben, arbeiten Entwickler oft in Kundenprojekten und wechseln zwischen Auftraggebern und Technologien.

Wie wird man Robotics Software Engineer?

Der übliche Weg ist ein Studium in Informatik, Robotik, Mechatronik, Elektrotechnik oder Maschinenbau mit Schwerpunkt Regelungstechnik oder Automatisierung. Viele Arbeitgeber erwarten einen Master, in forschungsnahen Bereichen wie Perception oder Machine Learning auch eine Promotion. Quereinstieg gelingt am ehesten aus der allgemeinen Softwareentwicklung, wenn Kenntnisse in C++, Linux und Mathematik vorhanden sind und Erfahrung mit ROS durch eigene Projekte, Robotikwettbewerbe oder Abschlussarbeiten nachgewiesen wird. Technikerinnen und Techniker aus der Automatisierung finden eher über die Roboterprogrammierung in der Inbetriebnahme Zugang, für die reine Softwareentwicklung fehlt dann oft das theoretische Fundament.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verbindet Softwareentwicklung mit Physik: Lineare Algebra, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Regelungstechnik werden täglich gebraucht. Fehler sind oft schwer zu finden, weil sie aus dem Zusammenspiel von Code, Sensorrauschen, Zeitverhalten und Mechanik entstehen und sich in der Simulation nicht zeigen. Tests an realer Hardware kosten Zeit und lassen sich nicht beliebig verschieben. Vor Messen, Kundenabnahmen oder Inbetriebnahmen steigt der Termindruck deutlich. In Projekten mit Inbetriebnahme beim Kunden fallen Reisen an, teils mehrtägig und mit Arbeit in Produktionshallen nach Schichtplan des Kunden. Bei sicherheitskritischen Anwendungen kommen Normen wie die ISO 10218 oder funktionale Sicherheit hinzu, was Dokumentationsaufwand bedeutet. Das Fachgebiet entwickelt sich schnell, ständiges Einarbeiten in neue Bibliotheken und Methoden gehört dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist durch Automatisierung in Logistik, Fertigung, Landwirtschaft und Medizintechnik grundsätzlich stabil, schwankt aber mit der Konjunktur im Maschinenbau und mit der Finanzierungslage von Start-ups, bei denen viele Stellen angesiedelt sind. Gefragt sind vor allem Erfahrung mit ROS 2, Perception und Machine Learning sowie Kenntnisse in funktionaler Sicherheit. Entwicklungswege führen zur fachlichen Spezialisierung, etwa in Bewegungsplanung oder Sensorfusion, zur Rolle als Software-Architekt oder Technical Lead oder in die Teamleitung. Ein Wechsel in angrenzende Felder wie autonomes Fahren, Drohnen oder Embedded-Entwicklung ist gut möglich.

Aufgaben

  • Software für Bewegungsplanung, Navigation und Steuerung von Robotern in C++ und Python entwickeln
  • Sensordaten von Kameras, Lidar und Kraftsensoren auswerten und fusionieren
  • Algorithmen in Simulationsumgebungen testen und auf reale Hardware übertragen
  • Fehler im Zusammenspiel von Software, Elektronik und Mechanik am Roboter suchen
  • Komponenten auf Basis von ROS 2 integrieren und Schnittstellen zu Steuerungen umsetzen
  • Code-Reviews durchführen, automatisierte Tests schreiben und Software dokumentieren
  • Roboteranwendungen beim Kunden in Betrieb nehmen und Anforderungen abstimmen

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik, Robotik, Mechatronik, Elektrotechnik oder verwandtem Fach, häufig Master
  • Sichere Kenntnisse in C++ und Python sowie Arbeit unter Linux
  • Erfahrung mit ROS oder ROS 2 und Simulationswerkzeugen
  • Gute Grundlagen in linearer Algebra, Kinematik und Regelungstechnik
  • Geduld bei der Fehlersuche und Verständnis für Hardware
  • Englischkenntnisse für Dokumentation und internationale Teams
  • Reisebereitschaft in Stellen mit Projekt- oder Inbetriebnahmegeschäft

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Industrierobotern und Automatisierungstechnik
  • Engineering-Dienstleister und Technologieberatungen
  • Robotik-Start-ups, etwa für Logistik oder Servicerobotik
  • Automobilindustrie und Zulieferer
  • Medizintechnikunternehmen
  • Forschungsinstitute und Hochschulen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium von sechs bis sieben Semestern in Informatik, Robotik, Mechatronik oder Elektrotechnik, oft gefolgt von einem Master mit weiteren drei bis vier Semestern. Für forschungsnahe Stellen wird teils eine drei- bis fünfjährige Promotion erwartet; Quereinsteiger aus der Softwareentwicklung brauchen nachweisbare Robotikerfahrung aus Projekten.

Homeoffice-Stellen als Robotics Software Engineer

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