Requirements Engineer (m/w/d)
Die REMONDIS IT Services ist der zentrale IT-Dienstleister für die REMONDIS-Gruppe sowie Hersteller und Anbieter von Sof...
Requirements Engineers ermitteln, dokumentieren und verwalten die Anforderungen an Software, technische Systeme oder Produkte. Sie vermitteln zwischen Fachabteilungen, Kunden und Entwicklung, damit gebaut wird, was tatsächlich gebraucht wird.
Das Schreiben und Pflegen von Anforderungen, die Arbeit in Requirements-Werkzeugen, Reviews und viele Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich gut von zu Hause erledigen. Anwesenheit verlangen dagegen häufig Workshops zum Anforderungsauftakt, Termine beim Kunden, Abnahmen sowie in Engineering-Projekten die Arbeit an Prüfständen, Prototypen oder in gesicherten Entwicklungsbereichen. In Software- und IT-Projekten ist Homeoffice an zwei bis drei Tagen pro Woche verbreitet, überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist möglich, aber eher bei Softwarefirmen und manchen Beratungen als die Regel. In der Beratung und bei Engineering-Dienstleistern bestimmt oft der Kunde, wie viel vor Ort stattfindet, und in Rüstung, Teilen der Automobilindustrie oder bei sicherheitskritischen Projekten ist Homeoffice wegen Geheimhaltung teils eingeschränkt oder nicht erlaubt. Wer von zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen VPN-Zugang zu den Kundensystemen, einen ruhigen Platz für lange Workshops und muss Vertraulichkeitsvereinbarungen auch am heimischen Arbeitsplatz einhalten.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.700 € | 4.300 € | 5.000 € | 51.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.400 € | 6.400 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.700 € | 8.000 € | 80.400 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche und der Tarifbindung ab: Bei Automobilherstellern und großen Zulieferern gilt oft der Entgeltrahmentarifvertrag ERA der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) mit vergleichsweise hohen Werten, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L, meist ab Entgeltgruppe E11 bis E13. Bei Engineering-Dienstleistern und kleineren IT-Beratungen wird frei verhandelt und häufig unter Konzernniveau gezahlt, während Regionen wie München, Stuttgart und das Rhein-Main-Gebiet über dem Durchschnitt liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Requirements Engineers klären zu Beginn und während eines Entwicklungsprojekts, was ein System leisten soll. Sie führen Interviews und Workshops mit Fachabteilungen, Kunden und späteren Nutzern, werten Lastenhefte, Normen und bestehende Dokumentation aus und formulieren daraus eindeutige, prüfbare Anforderungen. Diese werden in Werkzeugen wie IBM DOORS, Polarion, Jama oder Jira gepflegt, priorisiert, versioniert und mit Testfällen und Architekturelementen verknüpft. Im Engineering-Umfeld, etwa in der Automobil-, Bahn- oder Medizintechnik, kommen Anforderungen aus Sicherheitsnormen wie ISO 26262 oder IEC 62304 hinzu, deren Rückverfolgbarkeit lückenlos nachgewiesen werden muss. In Software- und Beratungsprojekten arbeiten Requirements Engineers häufig in agilen Teams, schreiben User Stories und Akzeptanzkriterien und stimmen sich eng mit Product Ownern ab. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Widersprüche aufzudecken, Änderungswünsche zu bewerten und Entscheidungen herbeizuführen.
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Die meisten kommen über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik, Mechatronik oder des Maschinenbaus in den Beruf, oft nach einigen Jahren als Entwickler, Tester oder Systemingenieur. Quereinstiege gelingen auch aus Fachabteilungen, etwa aus Versicherung, Logistik oder Produktion, wenn fundiertes Domänenwissen vorhanden ist und Methodenwissen nachgeholt wird. Verbreitet ist die Zertifizierung IREB Certified Professional for Requirements Engineering (CPRE), die von vielen Arbeitgebern gern gesehen und in Beratungen teils erwartet wird. Kenntnisse in Modellierung mit UML oder SysML erleichtern den Einstieg in technische Projekte.
Der Beruf steht zwischen den Fronten: Fachseite, Kunde und Entwicklung haben unterschiedliche Interessen, und Requirements Engineers müssen diese ausgleichen, ohne Entscheidungsbefugnis über das Budget zu haben. Das verlangt Geduld, Verhandlungsgeschick und die Bereitschaft, unbequeme Rückfragen zu stellen. Die Dokumentationsarbeit ist kleinteilig und erfordert hohe Sorgfalt; in regulierten Branchen kommen Audits und Reviews mit strengen Formvorgaben hinzu. Vor Meilensteinen und Freigaben entsteht Termindruck, und späte Änderungswünsche führen zu Mehrarbeit. In der Beratung ist Reisetätigkeit zum Kunden üblich, teils mit mehreren Tagen pro Woche vor Ort, und Projektwechsel bedeuten wiederholte Einarbeitung in neue Fachgebiete. Gute Englischkenntnisse sind in international aufgestellten Unternehmen meist Voraussetzung.
Die Nachfrage ist stabil bis gut, getrieben durch Digitalisierungsprojekte, softwaredefinierte Fahrzeuge, Medizintechnik und steigende regulatorische Anforderungen. Engineering-Dienstleister und IT-Beratungen stellen regelmäßig ein, auch für Projekteinsätze bei Konzernkunden. Entwicklungswege führen zum Systems Engineer, Product Owner, Business Analyst oder Projektleiter, in größeren Organisationen auch zur fachlichen Leitung eines Requirements-Teams. Erfahrene Fachkräfte arbeiten zudem freiberuflich, was höhere Tagessätze, aber auch wechselnde Auftragslage mit sich bringt.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einer Ingenieurwissenschaft mit drei bis fünf Jahren Dauer, häufig gefolgt von einigen Jahren in Entwicklung, Test oder Systemtechnik. Die IREB-Zertifizierung CPRE Foundation Level lässt sich berufsbegleitend in einer Schulung von wenigen Tagen mit anschließender Prüfung erwerben.
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Product Owner verantworten in agilen Teams, meist nach Scrum, was ein digitales Produkt können soll und in welcher Reihenfolge es entwickelt wird. Sie übersetzen Anforderungen von Kunden, Fachabteilungen und Management in priorisierte Aufgaben für das Entwicklungsteam.
Systems Engineers planen, betreiben und verbessern die IT-Infrastruktur von Unternehmen: Server, Virtualisierung, Speicher, Netzwerke und zunehmend Cloud-Umgebungen. Sie sorgen dafür, dass Systeme verfügbar, sicher und aktuell bleiben.
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