Mitarbeiter Kundenservice (m/w/d)
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Mitarbeiter im Kundenservice beantworten Anfragen von Kunden per Telefon, E-Mail oder Chat, klären Probleme mit Bestellungen, Verträgen oder Rechnungen und erfassen die Vorgänge im System. Sie arbeiten in Servicecentern von Dienstleistern oder in der Kundenbetreuung von Unternehmen.
Telefonate, E-Mails und Chats lassen sich technisch gut von zu Hause erledigen, sofern der Arbeitgeber die Telefonanlage und das CRM-System über eine gesicherte Verbindung bereitstellt; Anwesenheit verlangen meist die Einarbeitung, Schulungen und Teambesprechungen, bei manchen Arbeitgebern auch der Umgang mit Zahlungs- oder Gesundheitsdaten. Seit der Pandemie ist Homeoffice im Kundenservice in Teilen üblich geworden: Einige Dienstleister besetzen ganze Teams überwiegend oder ganz von zu Hause, viele andere Arbeitgeber erlauben es nur an einzelnen Tagen oder erst nach einer Probezeit, und ein erheblicher Teil der Stellen bleibt an das Servicecenter gebunden. Wer von zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen ruhigen, abschließbaren Arbeitsplatz ohne Mithörer, eine stabile kabelgebundene Internetverbindung und hält sich an Datenschutzvorgaben, die etwa Ausdrucke oder Notizen auf Papier untersagen. Die Arbeitszeiten werden auch zu Hause nach Schichtplan vorgegeben, Login, Pausen und Erreichbarkeit werden elektronisch erfasst. Für Eltern oder pflegende Angehörige heißt das: Homeoffice spart den Arbeitsweg, ersetzt aber keine Kinderbetreuung, denn während der Schicht muss jedes eingehende Gespräch angenommen werden.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 3.000 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.800 € | 3.400 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.300 € | 40.800 € |
Am stärksten entscheidet, ob man bei einem externen Callcenter-Dienstleister arbeitet, wo Löhne oft nur wenig über dem Mindestlohn liegen und selten ein Tarifvertrag gilt, oder in der eigenen Serviceabteilung eines Unternehmens, das etwa nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, dem Tarifvertrag des Groß- und Außenhandels oder den Haustarifen der Telekommunikationsbranche zahlt. Homeoffice wird besonders häufig bei Dienstleistern angeboten, also im schlechter bezahlten Teil des Berufs; Fremdsprachen, technischer Support und Provisionen im Vertrieb heben das Gehalt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht das Gespräch mit Kunden, die eine Frage, ein Problem oder eine Beschwerde haben. Typische Anliegen sind der Stand einer Lieferung, eine unverständliche Rechnung, eine Adressänderung, eine Kündigung oder eine Störung bei Strom, Internet oder Mobilfunk. Die Anfragen kommen über das Telefon, per E-Mail, im Chat, über Kontaktformulare oder soziale Netzwerke. Mitarbeiter suchen den Kunden im CRM-System, prüfen Vertragsdaten und Buchungen, veranlassen Gutschriften oder Ersatzlieferungen und dokumentieren jeden Kontakt. Was sie nicht selbst lösen können, geben sie an Fachabteilungen oder den Second-Level-Support weiter. In vielen Stellen gehört auch der Verkauf dazu: Tarifwechsel anbieten, Zusatzprodukte vorstellen oder Kündigungswillige zum Bleiben bewegen. Gearbeitet wird oft für einen Auftraggeber, dessen Produkte man vertritt, ohne bei ihm angestellt zu sein, oder direkt in der Serviceabteilung eines Versandhändlers, Versicherers, Energieversorgers oder Telekommunikationsanbieters.
Eine bestimmte Ausbildung ist meist nicht vorgeschrieben, der Beruf ist eines der häufigsten Ziele für Quereinsteiger. Arbeitgeber erwarten in der Regel einen Schulabschluss, sicheres Deutsch in Wort und Schrift und Grundkenntnisse am Computer. Die Einarbeitung dauert je nach Produkt einige Tage bis mehrere Wochen und findet als Schulung zu Systemen, Gesprächsleitfäden und Produkten statt. Wer eine Ausbildung möchte, kann Servicefachkraft für Dialogmarketing (zwei Jahre) oder Kaufmann für Dialogmarketing (drei Jahre) werden. Eine kaufmännische Ausbildung, etwa im Einzelhandel, in der Versicherung oder im Büromanagement, ist ebenfalls ein guter Einstieg. Fremdsprachen öffnen Stellen im internationalen Support, die oft besser bezahlt sind.
Die Arbeit ist geprägt von Taktung und Kennzahlen. Gesprächsdauer, Erreichbarkeit, Lösungsquote und Kundenzufriedenheit werden gemessen, Gespräche können mitgehört oder aufgezeichnet werden. Viele Kunden melden sich verärgert, und auch bei unfreundlichen Gesprächspartnern wird Gelassenheit erwartet. Das stundenlange Telefonieren mit Headset und der Wechsel zwischen mehreren Programmen ermüden, Stimme und Konzentration werden stark beansprucht. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Servicezeiten: Schichtdienst, Abendstunden und Samstage sind verbreitet, in manchen Branchen auch Sonn- und Feiertage. Pausen werden häufig vom Einsatzplan vorgegeben. Die Fluktuation ist vor allem bei externen Dienstleistern hoch, Verträge sind dort nicht selten befristet oder an einen einzelnen Auftrag gebunden.
Kundenservice-Kräfte werden laufend gesucht, nicht zuletzt wegen des häufigen Personalwechsels. Zugleich verändert sich der Beruf: Chatbots, Sprachdialogsysteme und Self-Service-Portale übernehmen einfache Standardanfragen. Übrig bleiben die schwierigeren Fälle, die mehr Fachwissen und Fingerspitzengefühl verlangen. Wer sich einarbeitet, kann in den Second-Level-Support, ins Beschwerdemanagement, in die Qualitätssicherung oder ins Training wechseln, Teamleitung übernehmen oder in die Einsatzplanung gehen. Mit Fachwissen aus einer Branche, etwa Versicherung, Energie oder IT, ergibt sich auch ein Übergang in die Sachbearbeitung.
Die meisten Beschäftigten steigen ohne einschlägige Ausbildung ein und werden in einer mehrtägigen bis mehrwöchigen Schulung des Arbeitgebers eingearbeitet. Als duale Ausbildung gibt es die Servicefachkraft für Dialogmarketing mit zwei Jahren und den Kaufmann für Dialogmarketing mit drei Jahren, jeweils mit IHK-Abschluss. Andere kaufmännische Ausbildungen werden ebenfalls gern gesehen.
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