Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Homeoffice ist in diesem Beruf die Ausnahme, weil der Kern der Arbeit – Installation, Fehlersuche, Reparatur und Prüfung – nur an der Anlage vor Ort möglich ist. Von zu Hause lassen sich allenfalls Teilaufgaben erledigen: Prüfprotokolle und Wartungsberichte schreiben, Schaltpläne aktualisieren, Material bestellen, Einsätze planen oder in manchen Betrieben während der Rufbereitschaft per Fernzugriff auf Steuerungen eine erste Diagnose stellen. Solche Anteile machen in den meisten Stellen nur einen kleinen Teil der Arbeitszeit aus, etwa einzelne Stunden oder höchstens einzelne Tage im Monat. Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, gibt es für Elektroniker für Betriebstechnik praktisch nicht; wer mehr Büroanteil sucht, findet ihn eher in Planung, Arbeitsvorbereitung, technischem Vertrieb oder nach einer Weiterbildung zum Techniker. Wo Fernzugriff erlaubt ist, braucht es eine gesicherte Verbindung zum Firmennetz, und die Vorgaben zur IT-Sicherheit von Produktionsanlagen sind meist streng.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Elektroniker Betriebstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Tarifbindung ab: In der Metall- und Elektroindustrie nach den Tarifverträgen der IG Metall oder in der chemischen Industrie liegt es deutlich höher als bei Facility-Management-Dienstleistern, in der Zeitarbeit oder im Elektrohandwerk, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Schicht-, Bereitschafts- und Montagezulagen sind in den Werten nicht enthalten, machen in der Praxis aber oft einen spürbaren Teil des Einkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik?

Elektroniker für Betriebstechnik sorgen dafür, dass elektrische Anlagen in Betrieben zuverlässig laufen. Sie verlegen Kabel, bauen Schaltschränke auf, schließen Motoren, Pumpen und Förderanlagen an und nehmen Anlagen nach Prüfung in Betrieb. Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung: Fehler in Steuerungen suchen, defekte Schütze, Sensoren oder Frequenzumrichter tauschen, speicherprogrammierbare Steuerungen anpassen und wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen. Dazu kommen Messprotokolle, Schaltpläne und Wartungsberichte. In Industriebetrieben arbeiten sie oft an Produktionslinien, deren Stillstand teuer ist, im Facility Management an Gebäudetechnik wie Beleuchtung, Lüftung, Notstrom und Brandmeldeanlagen. Bei Dienstleistern, etwa im Industrieservice oder in der Zeitarbeit, wechseln die Einsatzorte häufig zwischen verschiedenen Kundenbetrieben.

Wie wird man Elektroniker für Betriebstechnik?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren, die mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sie sich verkürzen. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, Betriebe erwarten aber meist einen mittleren Abschluss und solide Kenntnisse in Mathematik und Physik. Quereinsteiger aus verwandten Berufen wie Mechatroniker oder Elektroniker im Handwerk finden leichter Anschluss als Berufsfremde; für sie gibt es Umschulungen, die in der Regel rund zwei Jahre dauern. Wer elektrotechnische Arbeiten eigenverantwortlich ausführen will, braucht die Qualifikation als Elektrofachkraft, die mit dem Abschluss erworben wird.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich: Stehen, Knien, Arbeiten auf Leitern, in Kabelschächten oder engen Schaltschränken, teils bei Lärm, Hitze oder Kälte in Produktionshallen. Der Umgang mit Spannung verlangt Konzentration und strikte Einhaltung der Sicherheitsregeln, Fehler können lebensgefährlich sein. In vielen Industriebetrieben wird in Schichten gearbeitet, dazu kommen Rufbereitschaft am Wochenende und nachts sowie Einsätze während geplanter Anlagenstillstände, oft an Feiertagen oder in Betriebsferien. Bei Störungen entsteht Zeitdruck, weil die Produktion wartet. Bei Dienstleistern gehören Fahrten zu Kunden und wechselnde Einsatzorte zum Alltag, mitunter mit Montage über mehrere Tage. Farbsehtüchtigkeit ist für das Erkennen von Aderfarben nötig.

Aussichten

Fachkräfte in der Elektrotechnik werden in fast allen Regionen gesucht, und der Bedarf dürfte durch Automatisierung, Energiewende, Ladeinfrastruktur und den Austausch alter Anlagen eher steigen. Viele erfahrene Kräfte gehen in den kommenden Jahren in Rente. Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zum Industriemeister Elektrotechnik oder zum staatlich geprüften Techniker, über Spezialisierungen in Automatisierungs- und Steuerungstechnik oder Prüfungen ortsveränderlicher und ortsfester Anlagen bis zum Studium der Elektrotechnik. Mit Erfahrung sind Aufgaben als Schichtführer, Instandhaltungsleiter oder im Service- und Inbetriebnahmeeinsatz möglich, letztere häufig mit Reisetätigkeit.

Aufgaben

  • Elektrische Anlagen, Schaltschränke und Antriebe installieren und in Betrieb nehmen
  • Störungen an Maschinen und Steuerungen eingrenzen und beheben
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen anpassen und testen
  • Wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen und protokollieren
  • Wartungspläne abarbeiten und Verschleißteile tauschen
  • Schaltpläne und Anlagendokumentation aktualisieren
  • Rufbereitschaft übernehmen und bei Ausfällen kurzfristig eingreifen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder vergleichbare elektrotechnische Ausbildung
  • Kenntnisse in Mess-, Steuerungs- und Sicherheitstechnik, oft auch SPS-Programmierung
  • Farbsehtüchtigkeit und gute Feinmotorik
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit auf Leitern, in engen Räumen und in Produktionshallen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft
  • Führerschein Klasse B, besonders bei Dienstleistern mit wechselnden Einsatzorten

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Facility-Management- und Gebäudetechnikdienstleister
  • Industrieservice- und Montageunternehmen
  • Energieversorger und Stadtwerke
  • Krankenhäuser, Flughäfen und öffentliche Einrichtungen
  • Zeitarbeitsfirmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren in Betrieb und Berufsschule, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Quereinsteiger mit technischem Hintergrund können über eine Umschulung von etwa zwei Jahren denselben Abschluss erreichen.

Homeoffice-Stellen als Elektroniker Betriebstechnik

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