Chief of Staff (m/w/d)
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Ein Chief of Staff arbeitet direkt für eine Geschäftsführerin, einen Vorstand oder eine Bereichsleitung. Die Rolle bereitet Entscheidungen vor, steuert strategische Projekte und sorgt dafür, dass Beschlüsse im Unternehmen umgesetzt werden.
Ein Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen, etwa Entscheidungsvorlagen schreiben, Analysen erstellen, Präsentationen vorbereiten und Abstimmungen per Videokonferenz führen. Anwesenheit verlangen dagegen Vorstands- und Partnersitzungen, Gespräche mit Bereichsleitungen, Klausuren, Termine mit Mandanten oder Investoren und die vielen kurzen Abstimmungen, von denen die Rolle lebt. Verbreitet sind in diesem Beruf hybride Modelle mit einzelnen Homeoffice-Tagen pro Woche, wobei sich die Präsenz in der Regel nach dem Kalender der Führungskraft richtet und nicht nach festen Bürotagen. Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind eher die Ausnahme und finden sich vor allem in Unternehmen, deren Führung selbst verteilt arbeitet. Wer von zu Hause arbeitet, braucht eine sichere Verbindung, einen ungestörten Raum für vertrauliche Gespräche und muss auch kurzfristig erreichbar sein.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.800 € | 7.500 € | 69.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.000 € | 7.500 € | 9.500 € | 90.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 9.500 € | 13.000 € | 114.000 € |
Die Stellen sind fast immer außertariflich und frei verhandelt; entscheidend sind die Ebene der Führungskraft, für die man arbeitet, die Größe des Unternehmens und der vorherige Werdegang, wobei frühere Beratungs- oder Partnerlaufbahnen höhere Einstiege ermöglichen. In Start-ups fällt das Fixgehalt oft niedriger aus und wird durch Unternehmensanteile ergänzt, in Konzernen, großen Kanzleien und Prüfungsgesellschaften kommen häufig variable Boni hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Ein Chief of Staff ist die rechte Hand einer Führungskraft, meist der Geschäftsführung, eines Vorstandsmitglieds oder in großen Beratungs- und Prüfungsgesellschaften eines Managing Partners. Die Arbeit besteht darin, die Zeit und Aufmerksamkeit dieser Person auf das Wichtige zu lenken. Dazu gehört, Vorstands- und Partnersitzungen vorzubereiten, Entscheidungsvorlagen zu schreiben, Kennzahlen aus verschiedenen Bereichen zusammenzuführen und nach Meetings nachzuhalten, ob vereinbarte Schritte erledigt werden. Häufig übernimmt ein Chief of Staff zusätzlich Projekte, für die es keine feste Zuständigkeit gibt: eine Reorganisation, die Einführung eines neuen Planungsprozesses, die Integration eines zugekauften Unternehmens oder die Vorbereitung einer Strategieklausur. Die Rolle ist keine Assistenz im Sinne von Terminverwaltung, auch wenn es Überschneidungen gibt. Wie viel Gestaltungsspielraum sie hat, hängt stark von der Führungskraft und der Unternehmensgröße ab; in Start-ups ist die Rolle oft operativ, in Konzernen und großen Kanzleien eher strategisch und koordinierend.
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein abgeschlossenes Studium, meist in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Jura oder Politikwissenschaft, oft mit Master. Der häufigste Weg führt über einige Jahre in einer Unternehmensberatung, im Corporate Development, in der Strategieabteilung oder im Investmentbereich. In Kanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kommen Chiefs of Staff auch aus der fachlichen Laufbahn, etwa als Senior Associate oder Manager, die in eine Managementrolle wechseln. Quereinstiege sind möglich, wenn jemand nachweisbar Projekte über Abteilungsgrenzen hinweg gesteuert hat. Sehr gutes Englisch wird in den meisten Stellen vorausgesetzt.
Die Rolle richtet sich nach dem Kalender und den Prioritäten einer einzelnen Person. Arbeitszeiten sind deshalb oft lang und unregelmäßig, vor Vorstandssitzungen, Quartalsabschlüssen oder Transaktionen auch am Abend und am Wochenende. Reisen zu Standorten, Klausuren und Kundenterminen gehören in vielen Stellen dazu. Schwierig ist für manche, dass ein Chief of Staff viel Einfluss, aber wenig formale Weisungsbefugnis hat: Bereichsleitungen müssen überzeugt werden, nicht angewiesen. Hinzu kommt der Umgang mit vertraulichen Informationen zu Personal, Finanzen oder Mandaten, der absolute Verschwiegenheit verlangt. Die Rolle hängt eng an der Führungskraft; wechselt diese, wird die Stelle nicht selten neu zugeschnitten oder fällt weg.
Die Bezeichnung hat sich in Deutschland in den letzten Jahren verbreitet, zunächst in Start-ups und wachsenden Technologieunternehmen, inzwischen auch in Konzernen, Beratungen, Kanzleien und Prüfungsgesellschaften. Die Zahl der Stellen ist dennoch überschaubar, und die Konkurrenz um sie ist groß. Viele sehen die Rolle als Station von zwei bis vier Jahren. Danach folgen häufig Wechsel in die Leitung eines Geschäftsbereichs, in Strategie- oder Operations-Leitungen, in die Funktion eines Chief Operating Officer oder bei Beratungen und Kanzleien zurück in eine Führungsposition im Kerngeschäft.
Ein geregelter Ausbildungsweg existiert nicht. Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren, gefolgt von zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung in Beratung, Strategie oder einer fachlichen Laufbahn in Kanzlei oder Prüfungsgesellschaft, bevor der Wechsel in die Rolle gelingt.
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