Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Im Außendienst ist ein Homeoffice als Stützpunkt weit verbreitet: Viele Hersteller haben im Vertriebsgebiet kein Büro, sodass Angebote, Berichte, Reiseplanung und Videokonferenzen von zu Hause erledigt werden. Das bedeutet aber nicht, dass der Beruf überwiegend von zu Hause ausgeübt wird, denn der größere Teil der Arbeitszeit entfällt meist auf Fahrten, Kundentermine in Kliniken und Praxen, Einweisungen und je nach Produkt auf OP-Begleitungen. Überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten in der Regel nur Kundenbetreuer im Innendienst oder im telefonischen Vertrieb, und auch dort verlangen viele Arbeitgeber Präsenz während der Einarbeitung oder an einzelnen Tagen im Büro. Wie verbreitet reines Homeoffice im Innendienst ist, hängt stark vom Unternehmen ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen ruhigen Platz für Telefonate, verlässliches Internet und einen sicheren Umgang mit Kunden- und teils Patientendaten. Wer im Außendienst arbeitet, sollte zudem bedenken, dass das Homeoffice hier vor allem Ausgangspunkt für viele Stunden unterwegs ist und keine planbare Arbeitszeit am Schreibtisch.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Vertriebsmanager / Kundenbetreuer Medizinprodukte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.500 € 6.800 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

Die meisten Arbeitgeber der Branche sind nicht tarifgebunden, die Gehälter werden frei verhandelt; im Außendienst kommt zum Fixum oft ein variabler Anteil von zehn bis dreißig Prozent und ein privat nutzbarer Dienstwagen, beides ist in den Werten nicht enthalten. Am stärksten hängt das Gehalt vom Produktbereich ab: Implantate und Großgeräte werden deutlich besser bezahlt als Verbrauchsmaterial, und Innendienststellen, in denen Homeoffice häufiger ist, liegen meist am unteren Rand der Spanne.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmanager für Medizinprodukte?

Im Mittelpunkt steht der Verkauf erklärungsbedürftiger Produkte: Ultraschallgeräte, Wundversorgung, orthopädische Implantate, Katheter, Laborbedarf oder Software für Praxen und Krankenhäuser. Der Alltag besteht aus Terminen bei Chefärzten, OP-Leitungen, Einkaufsabteilungen und niedergelassenen Ärzten. Dazu kommen Produktvorführungen, Einweisungen des Personals nach den Vorgaben des Medizinprodukterechts und in manchen Bereichen die Begleitung von Operationen, bei denen der Berater im OP für Fragen zum Instrumentarium bereitsteht. Zwischen den Terminen werden Angebote kalkuliert, Ausschreibungen von Kliniken und Einkaufsgemeinschaften bearbeitet, Besuche im CRM-System dokumentiert und Reklamationen oder Vorkommnismeldungen an die zuständigen Stellen im Unternehmen weitergegeben. Kundenbetreuer im Innendienst übernehmen einen ähnlichen Teil der Arbeit am Telefon und per Video: Nachbestellungen, Rückfragen zu Lieferungen, Terminplanung für den Außendienst und die Pflege von Bestandskunden.

Wie wird man Vertriebsmanager für Medizinprodukte?

Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Viele kommen aus Gesundheitsberufen, etwa aus der Pflege, der OP-Assistenz, der Medizinischen Technologie oder als Medizinische Fachangestellte, andere aus einem Studium der Medizintechnik, Biologie, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften oder des Wirtschaftsingenieurwesens. Auch kaufmännisch Ausgebildete mit Vertriebserfahrung finden einen Zugang, vor allem im Verbrauchsmaterial. Wer Fachkreise über Medizinprodukte informiert und in deren Anwendung einweist, muss nach dem Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz die Sachkenntnis eines Medizinprodukteberaters nachweisen, meist durch eine passende Vorbildung und eine Schulung beim Hersteller. Die Einarbeitung dauert oft mehrere Monate und umfasst Produktschulungen, Hospitationen und begleitete Kundentermine.

Was der Beruf verlangt

Im Außendienst ist das Auto der eigentliche Arbeitsplatz. Je nach Gebietszuschnitt fallen täglich mehrere Stunden Fahrt an, in großen Flächengebieten auch Übernachtungen. Kliniken geben Termine früh morgens oder kurzfristig vor, OP-Begleitungen richten sich nach dem Operationsplan. Die Vergütung ist häufig an Umsatzziele gekoppelt, was zu spürbarem Druck führt, besonders zum Quartals- und Jahresende. Klinikeinkäufe laufen über lange Entscheidungswege, Budgetgrenzen und Ausschreibungen, sodass Abschlüsse Monate dauern können. Wer im OP steht, braucht Belastbarkeit gegenüber Blut, Hygienevorschriften und langen Stehzeiten. Der Wechsel zwischen Fachgespräch mit Ärzten und Preisverhandlung mit dem Einkauf verlangt Fingerspitzengefühl. Die Fluktuation ist in einigen Firmen hoch, vor allem dort, wo Ziele knapp bemessen sind.

Aussichten

Die Medizintechnik in Deutschland ist eine stabile, exportstarke Branche, und Hersteller wie Händler suchen regelmäßig Vertriebspersonal mit medizinischem Hintergrund. Verschärfte Anforderungen durch die europäische Medizinprodukteverordnung und der Kostendruck in Krankenhäusern verändern die Arbeit: Einkaufsgemeinschaften gewinnen an Einfluss, digitale Kundenkontakte ergänzen den Besuch. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager für Klinikverbünde, zum Gebiets- oder Vertriebsleiter, ins Produktmanagement, ins Marketing oder in die klinische Anwendungsberatung.

Aufgaben

  • Kliniken, Praxen und Fachhändler im eigenen Gebiet besuchen und beraten
  • Produkte vorführen und Anwender gemäß Medizinprodukterecht einweisen
  • Operationen begleiten und Fragen zum Instrumentarium beantworten
  • Angebote kalkulieren und Klinikausschreibungen bearbeiten
  • Kundenkontakte und Besuche im CRM-System dokumentieren
  • Reklamationen und Vorkommnisse an Qualitätsmanagement und Service weiterleiten
  • Messen, Fortbildungen und Workshops für Fachpersonal mitorganisieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf oder Studium in Medizintechnik, Naturwissenschaften oder Wirtschaft
  • Sachkenntnis als Medizinprodukteberater nach dem Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu häufigen Fahrten und Übernachtungen
  • Verständnis medizinischer Abläufe und Fachbegriffe
  • Verhandlungsgeschick und sicheres Auftreten gegenüber Ärzten und Einkauf
  • Belastbarkeit bei Umsatzzielen und im OP-Umfeld

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Medizintechnik
  • Medizinprodukte-Fachhändler
  • Sanitätshäuser und Homecare-Versorger
  • Hersteller von Labor- und Diagnostiksystemen
  • Vertriebsdienstleister im Gesundheitswesen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsberuf oder ein drei- bis fünfjähriges Studium in Medizintechnik, Naturwissenschaften oder Wirtschaft, gefolgt von einer mehrmonatigen Einarbeitung beim Hersteller. Die Sachkenntnis als Medizinprodukteberater wird meist durch eine Schulung im Unternehmen oder bei einem Bildungsträger nachgewiesen.

Homeoffice-Stellen als Vertriebsmanager / Kundenbetreuer Medizinprodukte

In der Jobsuche weitersuchen

Verwandte Berufe

Job-Alarm · kostenlos

Neue Medizintechnik-Jobs per E-Mail

Wir benachrichtigen dich, sobald passende Stellen erscheinen – kein Spam, jederzeit abbestellbar.