Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Die Kerntätigkeit, das Telefonieren mit Kunden und die Dokumentation im CRM-System, lässt sich technisch von zu Hause erledigen, und seit einigen Jahren bieten viele Callcenter-Dienstleister und Kundenservice-Abteilungen Homeoffice an, teils ganz von zu Hause, teils an einzelnen Tagen pro Woche. Üblich ist es in Teilen der Branche, aber nicht die Regel: Viele Stellen verlangen die Einarbeitung vor Ort, manche Auftraggeber erlauben aus Datenschutzgründen nur die Arbeit im Büro, und bei Vertriebsprojekten mit engem Coaching wird Präsenz häufiger erwartet. Wer von zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen ruhigen, abschließbaren Arbeitsplatz, eine stabile kabelgebundene Internetverbindung und oft einen festen Router-Anschluss, während Headset und Rechner meist vom Arbeitgeber gestellt werden. Kundendaten dürfen nicht von Mitbewohnern mitgehört oder eingesehen werden, und Unterbrechungen etwa durch Kinder während der Schicht sind nicht vorgesehen. Die Arbeitszeit bleibt an feste Schichten und Erreichbarkeitsvorgaben gebunden, Pausen werden über das System erfasst, und die Abstimmung mit Teamleitung und Kollegen läuft über Chat und Videokonferenzen, was den Austausch nach schwierigen Gesprächen erschweren kann.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Telefonischer Kundenberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.250 € 2.450 € 2.800 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.450 € 2.800 € 3.300 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.400 € 4.300 € 40.800 €

Bei externen Callcenter-Dienstleistern gibt es meist keinen Branchentarif, die Bezahlung liegt dort oft nahe am Mindestlohn, ergänzt um Provisionen oder Prämien, deren Anteil im Vertrieb erheblich sein kann. Deutlich besser bezahlt werden Inhouse-Stellen bei tarifgebundenen Unternehmen, etwa nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder Haustarifen von Telekommunikations- und Energieunternehmen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein telefonischer Kundenberater?

Der Arbeitstag besteht aus vielen kurzen Gesprächen hintereinander. Im Inbound nehmen telefonische Kundenberater Anrufe an, die über eine Telefonanlage verteilt werden: Fragen zur Rechnung, Tarifwechsel, Kündigungswünsche, Reklamationen oder Bestellungen. Im Outbound rufen sie selbst an, etwa um bestehenden Kunden einen neuen Vertrag anzubieten, Termine für den Außendienst zu vereinbaren oder ehemalige Kunden zurückzugewinnen. Im Vertrieb steht der Abschluss im Mittelpunkt: Bedarf erfragen, ein passendes Angebot vorstellen, Einwände beantworten und den Auftrag im System erfassen. Jedes Gespräch wird im CRM-System dokumentiert, viele Abläufe folgen Gesprächsleitfäden. Dazu kommen Rückrufe, E-Mails und zunehmend Chatanfragen. Typische Auftraggeber sind Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versicherungen, Verlage und Versandhändler, oft vermittelt über externe Callcenter-Dienstleister.

Wie wird man telefonischer Kundenberater?

Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, und der Beruf gilt als typischer Quereinstieg. Viele Arbeitgeber stellen Bewerber ohne Branchenerfahrung ein und schulen sie in einer Einarbeitung von einigen Tagen bis wenigen Wochen zu Produkten, Software und Gesprächsführung. Einen geregelten Weg bieten die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Dialogmarketing und die zweijährige Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing. Eine kaufmännische Ausbildung oder Erfahrung im Verkauf erleichtert den Einstieg. Für den Vertrieb von Versicherungen oder Finanzprodukten kann eine Sachkundeprüfung nötig sein, etwa als Versicherungsfachmann nach IHK.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist eng getaktet. Gesprächszeiten, Nachbearbeitungszeiten, Erreichbarkeitsquoten und im Vertrieb Abschlussquoten werden gemessen und regelmäßig ausgewertet. Wer verkauft, arbeitet häufig mit Zielvorgaben, und ein Teil des Einkommens kann davon abhängen. Unfreundliche oder verärgerte Anrufer gehören zum Alltag, ebenso Ablehnung bei Kaltakquise. Das stundenlange Sprechen beansprucht Stimme und Konzentration, das lange Sitzen mit Headset den Körper. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Servicezeiten der Auftraggeber und liegen oft im Schichtsystem, auch abends und samstags. Klare Aussprache, sicheres Deutsch, Geduld und schnelles Arbeiten mit mehreren Programmen gleichzeitig sind Grundvoraussetzungen. Die Fluktuation in der Branche ist hoch, was einerseits viele offene Stellen bedeutet, andererseits auf die Belastung hinweist. Outbound-Telefonate sind zudem rechtlich begrenzt, Werbeanrufe sind nur mit Einwilligung erlaubt.

Aussichten

Telefonische Kundenberater werden laufend gesucht, vor allem bei großen Dienstleistern und im Energie- und Telekommunikationsmarkt. Gleichzeitig verändert sich das Feld: Einfache Standardanfragen werden zunehmend von Sprachcomputern, Chatbots und Self-Service-Portalen übernommen, sodass bei Menschen eher die komplexeren, beratungsintensiven und verkaufsorientierten Gespräche bleiben. Wer sich bewährt, kann zum Second-Level-Support, zum Coach, Qualitätsmanager oder Teamleiter aufsteigen. Mit Produkterfahrung ist der Wechsel in den kaufmännischen Innendienst, den Key-Account-Bereich oder den Außendienst möglich.

Aufgaben

  • Eingehende Anrufe zu Verträgen, Rechnungen und Bestellungen annehmen und klären
  • Bestandskunden anrufen und Tarifwechsel oder Zusatzprodukte anbieten
  • Bedarf erfragen und passende Angebote am Telefon vorstellen
  • Einwände und Kündigungswünsche aufnehmen und Kunden zurückgewinnen
  • Aufträge, Vertragsänderungen und Gesprächsnotizen im CRM-System erfassen
  • Reklamationen bearbeiten und an Fachabteilungen weiterleiten
  • E-Mail- und Chatanfragen beantworten

Voraussetzungen

  • Sehr gute Deutschkenntnisse und klare Aussprache
  • Sicherer Umgang mit PC, CRM-Software und mehreren Programmen gleichzeitig
  • Belastbarkeit bei Zielvorgaben und schwierigen Gesprächen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, auch abends und samstags
  • Für den Versicherungs- oder Finanzvertrieb gegebenenfalls Sachkundenachweis
  • Kaufmännische Ausbildung oder Vertriebserfahrung von Vorteil, aber oft nicht verlangt

Wo man arbeitet

  • Callcenter-Dienstleister
  • Kundenservice von Energieversorgern und Telekommunikationsanbietern
  • Versicherungen und Banken
  • Versandhandel und Verlage
  • Innendienst von Vertriebsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der häufigste Weg ist der Quereinstieg mit einer betrieblichen Einarbeitung von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Einen geregelten Abschluss bieten die dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Dialogmarketing und die zweijährige Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing, jeweils mit IHK-Prüfung.

Homeoffice-Stellen als Telefonischer Kundenberater

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