Technischer Projektmanager Raumfahrt (m/w/d)
Ihre zukünftige Arbeitsstelle: Für ein innovatives Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche mit Sitz im Raum Bremen su...
Technische Projektmanager in der Raumfahrt planen und steuern die Entwicklung von Satelliten, Trägerraketen, Instrumenten oder Bodensegmenten. Sie halten Kosten, Termine und technische Anforderungen zusammen und sind die Schnittstelle zwischen Ingenieurteams, Zulieferern und Auftraggebern wie ESA, DLR oder Bundeswehr.
Von zu Hause lassen sich viele Planungsaufgaben erledigen: Terminpläne pflegen, Berichte und Angebote schreiben, Risiken bewerten, Dokumente prüfen und Abstimmungen mit Partnern per Videokonferenz führen. Anwesenheit verlangen Integrations- und Testphasen im Reinraum, Meilensteinprüfungen vor Ort, Besuche bei Zulieferern und Kunden sowie alle Arbeiten mit eingestuften Unterlagen, die in Verteidigungs- und Sicherheitsprojekten oft nur in gesicherten Räumen bearbeitet werden dürfen. In großen Raumfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen ist hybrides Arbeiten in vielen Stellen üblich, meist an einzelnen Tagen bis etwa zur Hälfte der Woche; eine Stelle ganz von zu Hause ist in diesem Beruf die Ausnahme. Wie viel Homeoffice möglich ist, hängt stark von der Projektphase ab und schwankt deshalb über die Monate. Für die Arbeit von zu Hause gelten strenge Vorgaben zu IT-Sicherheit, Exportkontrolle und Verschwiegenheit, gearbeitet wird in der Regel nur mit Firmengeräten über gesicherte Verbindungen. Hinzu kommen Dienstreisen, die mit festen Pflegezeiten oder Kinderbetreuung schwer vereinbar sein können.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.300 € | 6.200 € | 63.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 6.800 € | 8.000 € | 81.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 8.800 € | 11.000 € | 105.600 € |
Bei großen Raumfahrtunternehmen gilt häufig der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall), am DLR der TVöD Bund, während Start-ups und Ingenieurdienstleister frei verhandeln und teils deutlich darunter oder mit Unternehmensanteilen bezahlen. Den größten Unterschied machen Projektgröße und Führungsverantwortung; bei der ESA gilt ein eigenes, nicht mit deutschen Tarifen vergleichbares Gehaltssystem.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht ein Raumfahrtprojekt mit festem Budget, langen Laufzeiten und strengen Qualitätsvorgaben, etwa ein Erdbeobachtungssatellit, ein optisches Instrument, ein Subsystem für eine Trägerrakete oder eine Bodenstation. Technische Projektmanager erstellen Projekt- und Terminpläne, zerlegen das Vorhaben in Arbeitspakete und verfolgen deren Fortschritt. Sie bereiten Meilensteinprüfungen nach den ECSS-Normen vor, etwa Preliminary und Critical Design Reviews, beantworten Fragen des Auftraggebers und dokumentieren Entscheidungen. Dazu kommen Risikomanagement, Änderungsanträge, die Steuerung von Zulieferern, die Kontrolle von Kosten und Earned Value sowie Berichte an Geschäftsführung und Kunden. Ein Teil der Arbeit liegt in Angeboten für öffentliche Ausschreibungen der ESA oder nationaler Programme. Die technische Tiefe ist höher als in vielen anderen Projektleitungsrollen: Wer die Abhängigkeiten zwischen Thermalhaushalt, Masse, Energieversorgung und Testkampagne nicht versteht, kann den Plan nicht verteidigen.
Üblich ist ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Physik oder des Wirtschaftsingenieurwesens, meist mit Master. Die wenigsten steigen direkt als Projektmanager ein. Häufiger führt der Weg über einige Jahre als System-, Entwicklungs- oder Testingenieur, als Projektingenieur oder in der Projektsteuerung, bevor die Verantwortung für ein eigenes Projekt oder Teilprojekt folgt. Zertifikate wie PMP, IPMA oder PRINCE2 werden gern gesehen, ersetzen aber die Erfahrung nicht. Quereinsteiger aus Luftfahrt, Verteidigung, Automobilindustrie oder Halbleitertechnik finden Zugang, wenn sie Erfahrung mit sicherheitskritischer Entwicklung und formalen Qualitätsprozessen mitbringen.
Raumfahrtprojekte haben harte Termine, die sich oft nach einem Startfenster richten, das nicht verschoben werden kann. Verzögerungen bei Zulieferern, Testfehler oder Lieferengpässe bei Bauteilen landen beim Projektmanager, der sie gegenüber dem Auftraggeber erklären muss. Vor Reviews und in Testkampagnen sind lange Tage üblich. Dienstreisen zu Kunden, Partnern und Testzentren gehören dazu, etwa zum ESTEC in Noordwijk, zu Industriepartnern in Frankreich oder Italien und in späten Phasen zum Startplatz. Verhandlungssicheres Englisch ist Voraussetzung, da Projekte international aufgestellt sind. In Verteidigungs- und Sicherheitsprojekten kommen Sicherheitsüberprüfung, Geheimschutz und Exportkontrolle hinzu, was Abläufe verlangsamt und Arbeitsorte festlegt. Schwer fällt vielen die Rolle zwischen den Stühlen: Verantwortung für das Ergebnis tragen, ohne den Fachteams direkt vorgesetzt zu sein.
Die Raumfahrt in Deutschland wächst, getragen von ESA-Programmen, nationalen Mitteln, steigenden Ausgaben für militärische Satellitenkommunikation und Aufklärung sowie neuen Unternehmen im Bereich kleiner Trägerraketen und Satellitenkonstellationen. Erfahrene Projektmanager mit Raumfahrthintergrund sind gesucht. Die Zahl der Arbeitgeber ist allerdings überschaubar und regional konzentriert, vor allem auf den Raum München, Bremen, Friedrichshafen, Darmstadt und Baden-Württemberg. Start-ups bieten schnell Verantwortung, sind aber von Finanzierungsrunden abhängig. Entwicklungswege führen zur Leitung großer Programme, ins Programmmanagement, in die Geschäftsentwicklung oder auf die Auftraggeberseite bei ESA oder DLR.
Üblich ist ein Bachelor- und Masterstudium in einem Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Fach, zusammen etwa fünf Jahre. Danach folgen meist drei bis fünf Jahre als Ingenieur in Entwicklung, Systemtechnik oder Projektsteuerung, bevor die Verantwortung für ein eigenes Projekt übernommen wird. Zertifizierungen wie PMP oder IPMA werden oft berufsbegleitend erworben.
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