SPS-Programmierer (m/w/d)
KONTRA Anlagentechnik ist seit 1986 Spezialist für maßgeschneiderte Handling- und Sägesysteme und zählt zu den interna...
SPS-Programmierer entwickeln die Steuerungssoftware für Maschinen und automatisierte Anlagen, testen sie und nehmen sie vor Ort in Betrieb. Sie arbeiten vor allem im Maschinen- und Anlagenbau, bei Engineering-Dienstleistern und in der Produktion.
Programmieren, Simulieren, Dokumentieren und Abstimmungen mit Konstruktion und Elektroplanung lassen sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen, ebenso in manchen Betrieben die Fehleranalyse per Fernwartung über eine gesicherte VPN-Verbindung. Tests am Prüfstand, die Inbetriebnahme beim Kunden und die Fehlersuche an der Anlage verlangen dagegen Anwesenheit, oft über mehrere Wochen am Stück. Homeoffice ist im Beruf in Teilen üblich, meist an einzelnen Tagen pro Woche in Phasen zwischen den Inbetriebnahmen; Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind die Ausnahme und finden sich am ehesten in der Standardsoftware-Entwicklung oder in reinen Fernwartungsrollen. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen leistungsfähigen Laptop mit Lizenzen der Engineering-Software und Zugriff auf Projektdaten, die wegen Kundengeheimnissen und Anlagensicherheit vertraulich zu behandeln sind. Wer Homeoffice sucht, sollte den Reiseanteil einer Stelle genau erfragen, denn er bestimmt, wie viel Arbeit am Schreibtisch überhaupt anfällt.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.900 € | 5.800 € | 58.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 5.900 € | 7.000 € | 70.800 € |
In tarifgebundenen Betrieben gelten die Entgelttabellen der Metall- und Elektroindustrie nach ERA-Tarifvertrag der IG Metall, die meist deutlich über den Gehältern nicht gebundener Engineering- und Personaldienstleister liegen. Stark ins Gewicht fallen außerdem Studium oder Technikerabschluss, die Region und Auslösen sowie Montagezulagen bei Inbetriebnahmen, die in den Werten nicht enthalten sind; Stellen mit viel Homeoffice und wenig Reisen bringen diese Zulagen entsprechend seltener ein.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
SPS-Programmierer schreiben die Programme, mit denen speicherprogrammierbare Steuerungen Maschinen und Anlagen steuern: Förderbänder, Verpackungslinien, Roboterzellen, Abfüllanlagen oder Prozesse in Kläranlagen. Grundlage sind Lastenhefte, Stromlaufpläne und Ablaufbeschreibungen. Daraus entstehen Programmbausteine in den Sprachen der IEC 61131-3, etwa Strukturierter Text, Funktionsplan oder Kontaktplan, meist im Siemens TIA Portal, in Beckhoff TwinCAT oder CODESYS. Dazu gehören Bedienoberflächen für das Bedienpersonal, die Anbindung von Antrieben, Sensoren und Feldbussen wie Profinet sowie die Kommunikation mit übergeordneten Systemen. Vor der Auslieferung wird das Programm simuliert und am Prüfstand getestet. Den größten Einschnitt im Arbeitsalltag bildet die Inbetriebnahme: Dann wird die Software an der realen Anlage beim Kunden eingespielt, Signale werden geprüft, Abläufe optimiert und Fehler gesucht, bis die Anlage abgenommen ist. Später kommen Fehleranalysen, Erweiterungen und Umbauten bestehender Anlagen hinzu, ebenso die Dokumentation und die Einweisung des Kundenpersonals.
Einen geschützten Ausbildungsberuf mit dieser Bezeichnung gibt es nicht. Häufig beginnt der Weg mit einer dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik oder zum Mechatroniker. Viele bilden sich danach zum staatlich geprüften Techniker in Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik weiter, was in Vollzeit zwei und berufsbegleitend etwa vier Jahre dauert. Ebenso verbreitet ist ein Bachelorstudium in Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder Mechatronik. Quereinsteiger aus der Elektroinstallation oder der Instandhaltung kommen über Lehrgänge zur SPS-Fachkraft und Herstellerschulungen hinein, brauchen aber in der Regel Praxis an realen Anlagen, bevor sie eigenständig Projekte übernehmen.
Der Beruf verlangt Verständnis für Elektrotechnik und Mechanik ebenso wie für Software. Wer an einer Anlage einen Fehler sucht, muss Schaltpläne lesen, mit dem Messgerät umgehen und zugleich den Programmablauf nachvollziehen können. Die Inbetriebnahme steht fast immer unter Zeitdruck, weil Verzögerungen aus Konstruktion und Montage am Ende bei der Software ankommen und der Kunde auf den Produktionsstart wartet. In vielen Stellen bedeutet das wochenlange Einsätze auf Baustellen und in Werkshallen, teils im Ausland, mit langen Tagen, Wochenendarbeit und Lärm. Hinzu kommen Rufbereitschaften für Störungen. Englischkenntnisse sind bei internationalen Projekten nötig. Wer ungern reist, findet eher in der Instandhaltung eines Produktionsbetriebs oder in der Standardsoftware-Entwicklung beim Maschinenhersteller Stellen mit weniger Reisetätigkeit.
Die Nachfrage nach Automatisierungsfachleuten ist seit Jahren hoch, viele Betriebe suchen länger nach geeigneten Bewerbern. Die Digitalisierung der Produktion, Energieeffizienz und der Fachkräftemangel in der Fertigung erhöhen den Bedarf an automatisierten Anlagen. Gleichzeitig hängt das Projektgeschäft im Maschinenbau von der Konjunktur und vom Export ab. Entwicklungswege führen zum Projektleiter, zum Teamleiter in der Softwareabteilung, in die Spezialisierung auf Robotik, Sicherheitstechnik, Prozessleittechnik oder Industrial IT und in die selbstständige Tätigkeit als Inbetriebnehmer.
Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Mechatroniker, oft ergänzt durch eine zwei- bis vierjährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik von etwa drei bis dreieinhalb Jahren in den Beruf.
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