Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein großer Teil der Arbeit läuft über Telefon, E-Mail, Frachtbörsen und Transportmanagementsoftware und lässt sich technisch von zu Hause erledigen, etwa Angebotskalkulation, Sendungsverfolgung, Zollanmeldungen und Abrechnung. Anwesenheit verlangen dagegen Aufgaben am Umschlaglager, die Abstimmung mit Fahrern und Lagerpersonal vor Ort, Schadensaufnahmen und in vielen Betrieben die Einarbeitung, die meist vollständig im Büro stattfindet. Verbreitet ist Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche, häufig erst nach der Probezeit und eher in See- und Luftfracht, Zoll oder Vertrieb als in der Nahverkehrsdisposition; Stellen, die überwiegend oder ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind die Ausnahme. Wer von zu Hause disponiert, braucht eine stabile Internetverbindung, VPN-Zugang und meist ein Firmentelefon und muss während der Dispositionszeiten durchgehend erreichbar sein, oft schon am frühen Morgen. Ein ungestörter Arbeitsplatz ist wichtig, weil Kunden- und Frachtdaten vertraulich sind und Telefonate ständig anfallen. Bei Störungen im Tagesgeschäft muss die Abstimmung mit dem Team im Büro schnell funktionieren, was manche Betriebe als Grund für feste Präsenztage nennen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Speditionskaufmann/-frau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Viele Betriebe zahlen nach den regionalen Tarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe, die ver.di mit den Landesverbänden abschließt, ein großer Teil der Branche ist aber nicht tarifgebunden. Am stärksten hängt das Gehalt von Betriebsgröße, Region und Schwerpunkt ab: See- und Luftfracht, Zoll und Logistikabteilungen von Industrieunternehmen zahlen meist besser als kleine Landverkehrsspeditionen, Schicht- und Bereitschaftszulagen kommen hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Speditionskaufmann oder eine Speditionskauffrau?

Speditionskaufleute sorgen dafür, dass Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt, ohne sie selbst zu bewegen. Sie nehmen Transportaufträge an, holen Angebote von Frachtführern ein, kalkulieren Preise und schreiben Angebote für Kunden. In der Disposition planen sie Touren, verteilen Sendungen auf eigene oder fremde Lkw, buchen Containerstellplätze bei Reedereien oder Frachtraum bei Airlines. Dazu gehören Frachtbriefe, CMR-Papiere, Konnossemente und Zollanmeldungen, die Sendungsverfolgung und die Abrechnung mit Kunden und Subunternehmern. Ein großer Teil des Tages besteht aus Telefonaten und E-Mails: Fahrer melden Verspätungen, ein Empfänger ist nicht erreichbar, ein Lkw fällt aus und muss kurzfristig ersetzt werden. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt im Landverkehr, in der See- oder Luftfracht, in der Kontraktlogistik mit Lagerverwaltung oder in der Zollabwicklung.

Wie wird man Speditionskaufmann oder Speditionskauffrau?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Sie dauert drei Jahre und kann mit Abitur oder guten Leistungen auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur ein. Englisch wird im internationalen Verkehr gebraucht, weitere Sprachen wie Polnisch oder Spanisch sind in vielen Speditionen gefragt. Quereinsteiger kommen häufig aus anderen kaufmännischen Berufen oder aus dem Fahrdienst und lernen die Disposition im Betrieb; ein Berufsabschluss erleichtert den Einstieg aber deutlich. Möglich ist auch ein Studium der Logistik, das eher in Planungs- und Führungsaufgaben führt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit steht unter dauerndem Zeitdruck. Transporte laufen nach Plan, aber selten ohne Störung: Stau, Grenzkontrollen, Streiks in Häfen, falsche Papiere oder kurzfristige Kundenwünsche zwingen zu schnellen Entscheidungen, oft mehrere gleichzeitig. Wer Unterbrechungen und Telefonate im Minutentakt schlecht verträgt, wird sich schwertun. Die Arbeitszeiten beginnen in der Disposition häufig früh, damit Fahrer vor Abfahrt ihre Aufträge haben, und können sich bei Problemen in den Abend ziehen. In größeren Betrieben gibt es Schicht- oder Bereitschaftsdienste, teils auch am Wochenende. Die Preisverhandlungen mit Kunden und Frachtführern sind hart, die Margen in der Branche gering, was sich im Umgangston niederschlagen kann. Gefordert sind Organisationstalent, ein sicherer Umgang mit Zahlen und Transportmanagementsoftware sowie Kenntnisse in Frachtrecht, Gefahrgut- und Zollvorschriften, die sich regelmäßig ändern.

Aussichten

Speditionskaufleute werden seit Jahren gesucht, besonders in der Disposition und in der Zollabwicklung. Viele Betriebe finden kaum Nachwuchs, die Fluktuation in der Disposition ist wegen der Belastung vergleichsweise hoch. Digitale Frachtbörsen und Planungssoftware verändern die Arbeit, ersetzen die Abstimmung mit Kunden und Fahrern aber bisher nicht. Weiterbildungen führen zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik, zum Zollexperten, Gefahrgutbeauftragten oder in die Teamleitung. Mit Erfahrung sind Wechsel in den Vertrieb, ins Key-Account-Management oder in die Logistikabteilung von Industrie- und Handelsunternehmen verbreitet.

Aufgaben

  • Transportaufträge annehmen und Angebote kalkulieren
  • Touren planen und Sendungen auf Lkw oder Frachtführer verteilen
  • Frachtraum bei Reedereien, Airlines oder Bahngesellschaften buchen
  • Fracht-, Begleit- und Zollpapiere erstellen und prüfen
  • Sendungen verfolgen und bei Verspätungen oder Ausfällen umdisponieren
  • Preise mit Kunden und Subunternehmern verhandeln
  • Rechnungen erstellen und Frachtkosten abrechnen
  • Schadensfälle und Reklamationen bearbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung oder vergleichbare kaufmännische Ausbildung
  • Gute Englischkenntnisse, für internationale Verkehre oft weitere Fremdsprachen
  • Sicherer Umgang mit Transportmanagementsoftware, Frachtbörsen und Office-Programmen
  • Grundkenntnisse in Frachtrecht, Zoll- und Gefahrgutvorschriften
  • Belastbarkeit unter Zeitdruck und bei häufigen Unterbrechungen
  • Verhandlungsgeschick und klare Kommunikation am Telefon

Wo man arbeitet

  • Speditionen im Landverkehr
  • See- und Luftfrachtspeditionen
  • Logistikdienstleister mit Lager und Kontraktlogistik
  • Zoll- und Hafendienstleister
  • Logistikabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Paket- und Kurierdienste

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung mit Abschlussprüfung vor der IHK; mit Abitur ist eine Verkürzung auf zwei bis zweieinhalb Jahre möglich. Danach kann eine Weiterbildung zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik folgen.

Homeoffice-Stellen als Speditionskaufmann/-frau

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