Senior SAP FI/CO Consultant (m/f/d) - Tieto Tech Consulting
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SAP FI/CO Consultants richten die Finanzbuchhaltung (FI) und das Controlling (CO) in SAP-Systemen ein, passen sie an die Abläufe eines Unternehmens an und betreuen die Anwender. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Rechnungswesen und IT, meist in Beratungshäusern oder in der IT-Abteilung größerer Unternehmen.
Customizing, Tests, Konzeptarbeit, Ticketbearbeitung und viele Abstimmungen lassen sich per Fernzugriff und Videokonferenz von zu Hause erledigen; seit einigen Jahren ist das in Beratungshäusern wie in Inhouse-Abteilungen in vielen Stellen in größerem Umfang üblich. Anwesenheit verlangen meist Projektstarts, Anforderungsworkshops, Anwenderschulungen und vor allem die Wochen rund um den Go-Live, in denen Berater häufig vor Ort beim Kunden sind. In der Beratung ist deshalb oft eine Mischung aus überwiegend Homeoffice und Reisephasen üblich, deren Umfang je nach Projekt stark schwankt; Inhouse-Stellen sehen häufig zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche vor. Stellen, die ganz von zu Hause ausgeübt werden, gibt es, sie sind aber nicht die Regel und setzen meist Erfahrung voraus. Im Alltag bedeutet Homeoffice gesicherten VPN-Zugang auf Kundensysteme, Verschwiegenheit über Finanzdaten und gute Erreichbarkeit, gerade in Abschluss- und Go-Live-Phasen, auch außerhalb üblicher Bürozeiten.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.900 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.300 € | 6.300 € | 7.500 € | 75.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.300 € | 10.000 € | 99.600 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht; die Gehälter werden frei verhandelt und hängen vor allem von Projekterfahrung mit S/4HANA, Arbeitgebergröße und dem Anteil variabler Vergütung ab, der in Beratungshäusern höher ist als in Inhouse-Stellen. Beratungsstellen zahlen oft mehr als Inhouse-Positionen, verlangen dafür aber mehr Reisetätigkeit; Tagessätze freiberuflicher Berater sind in diesen Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Kern geht es darum, die Abläufe aus Buchhaltung und Controlling eines Unternehmens im SAP-System abzubilden. Dazu gehören das Customizing von Kontenplänen, Buchungskreisen, Steuerkennzeichen und Zahlungsläufen in der Finanzbuchhaltung sowie von Kostenstellen, Innenaufträgen, Profit-Centern und Ergebnisrechnung im Controlling. In Projekten nehmen Consultants in Workshops die Anforderungen der Fachabteilungen auf, schreiben Fachkonzepte, testen Einstellungen, bereiten Datenmigrationen vor und schulen die Anwender. Viele Projekte drehen sich derzeit um die Umstellung von SAP ECC auf S/4HANA. Außerhalb von Projekten fällt Support an: Fehlermeldungen aus dem Monatsabschluss analysieren, Tickets bearbeiten, Schnittstellen zu Vertrieb, Einkauf oder Logistik prüfen und mit Entwicklern abstimmen, wenn Erweiterungen programmiert werden müssen.
Eine geschützte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftswissenschaften, häufig mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Controlling. Der Einstieg erfolgt oft über Trainee-Programme von Beratungshäusern, in denen SAP-Schulungen und die Mitarbeit im Projekt kombiniert werden. Daneben gibt es den Quereinstieg aus der Praxis: Buchhalter, Bilanzbuchhalter oder Controller, die jahrelang als Key User mit SAP gearbeitet haben, wechseln in die Beratung oder in die interne SAP-Betreuung. SAP-Zertifizierungen für FI oder CO sind nicht vorgeschrieben, verbessern aber die Chancen, besonders ohne einschlägiges Studium.
Der Beruf verlangt fundiertes Wissen über Buchführung, Abschlussarbeiten, HGB und häufig IFRS sowie das Verständnis, wie sich eine Einstellung im System auf andere Module auswirkt. Fehler im Customizing zeigen sich oft erst im Abschluss und lassen sich dann nur mit Aufwand bereinigen. Projektarbeit bedeutet Termindruck: Vor Go-Live-Terminen, Jahresabschlüssen und Migrationswochenenden sind lange Tage und Einsätze am Wochenende keine Seltenheit. In der Beratung kommt Reisetätigkeit zu Kunden hinzu, deren Umfang stark vom Arbeitgeber und vom Projekt abhängt. Gefragt sind außerdem Geduld in Schulungen, die Fähigkeit, Fachabteilungen und Entwickler zu übersetzen, und die Bereitschaft, sich laufend in neue SAP-Releases einzuarbeiten. Englisch ist in internationalen Projekten Arbeitssprache.
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben, weil SAP den Standard-Support für die älteren ECC-Systeme beendet und viele Unternehmen ihre Migration auf S/4HANA noch vor sich haben. Erfahrene Consultants mit S/4HANA-Projekterfahrung sind knapp. Entwicklungswege führen zum Senior Consultant, Teilprojektleiter oder Lösungsarchitekten, in die Leitung eines SAP-Kompetenzzentrums im Unternehmen oder in die Selbstständigkeit als freiberuflicher Berater. Spezialisierungen etwa auf Konzernkonsolidierung, Treasury, Central Finance oder Reporting-Werkzeuge erweitern das Feld. Wer nach Jahren in der Beratung weniger reisen will, wechselt häufig in eine Inhouse-Position.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in BWL oder Wirtschaftsinformatik (drei bis fünf Jahre), danach der Einstieg als Junior Consultant oder Trainee mit internen SAP-Schulungen. Quereinsteiger kommen meist aus Buchhaltung oder Controlling, oft mit einer Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter und einer mehrwöchigen SAP-Zertifizierungsschulung.
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Bilanzbuchhalter verantworten das Rechnungswesen eines Unternehmens oder betreuen es für Mandanten: von der laufenden Buchführung über Monats- und Quartalsabschlüsse bis zur Erstellung von Jahresabschlüssen nach HGB, teils auch nach IFRS.
Controller planen, steuern und überwachen die Zahlen eines Unternehmens: Sie erstellen Budgets und Forecasts, analysieren Abweichungen und liefern der Geschäftsführung die Grundlage für Entscheidungen. In Industriebetrieben stehen dabei oft Herstellkosten, Kalkulation und Werksergebnisse im Mittelpunkt.
SAP Inhouse Consultants betreuen das SAP-System eines Unternehmens von innen heraus: Sie richten Module ein, passen Prozesse an, lösen Störungen und begleiten Einführungs- und Umstellungsprojekte gemeinsam mit den Fachabteilungen.
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