Referent:in Fundraising (m/w/d) in Teilzeit (30h/Woche)
Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. ist eine der großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen. Getreu unserem Mot...
Referentinnen und Referenten für Fundraising gewinnen und binden Spenderinnen, Spender, Stiftungen und Unternehmen für gemeinnützige Organisationen. Sie planen Spendenkampagnen, schreiben Förderanträge und pflegen Kontakte zu Unterstützern.
Ein großer Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Spendenbriefe und Förderanträge schreiben, Kampagnen auswerten, die Spenderdatenbank pflegen, Newsletter und Online-Auftritte betreuen und Abstimmungen mit Agenturen per Video führen. Anwesenheit verlangen dagegen Gespräche mit Großspendern und Unternehmen, Benefizveranstaltungen, Spendenübergaben, Termine mit Einrichtungen für Fotos und Geschichten sowie die enge Abstimmung mit Geschäftsführung und Öffentlichkeitsarbeit. In vielen Organisationen ist Homeoffice an zwei bis drei Tagen pro Woche üblich, ganz von zu Hause arbeiten Referenten eher selten, am ehesten in spezialisierten Rollen wie Antragswesen oder digitalem Fundraising bei überregionalen Organisationen. Kleinere Vereine und Träger mit starker lokaler Verankerung erwarten häufiger Präsenz. Wer von zu Hause arbeitet, verarbeitet sensible Daten über Spender und Testamente und muss die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung auch am heimischen Schreibtisch einhalten, meist über gesicherten Zugang zum Spenderverwaltungssystem.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.300 € | 5.200 € | 6.500 € | 62.400 € |
Bei kirchlichen und freien Wohlfahrtsträgern richtet sich das Gehalt meist nach den AVR Caritas, den AVR Diakonie oder an den TVöD angelehnten Haustarifen, typischerweise in den Entgeltgruppen 9 bis 11; kleinere Vereine verhandeln frei und zahlen oft weniger. Höher liegen große überregionale Hilfsorganisationen, Hochschulen und spezialisierte Rollen im Großspenden- oder Erbschaftsfundraising.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Ein Referent Fundraising sorgt dafür, dass eine gemeinnützige Organisation das Geld bekommt, das sie für ihre Arbeit braucht. In Wohlfahrtsverbänden, Hospizvereinen, Kliniken mit Förderverein oder Hilfsorganisationen heißt das: Spendenbriefe konzipieren und texten, Mailings mit Dienstleistern abstimmen, Online-Spendenformulare und Newsletter betreuen, Förderanträge an Stiftungen und Lotterien schreiben und Verwendungsnachweise erstellen. Dazu kommen die Pflege der Spenderdatenbank, die Auswertung von Kampagnen nach Rücklaufquote und Kosten pro gewonnenem Spender sowie der Kontakt zu Großspendern, Unternehmen und Menschen, die über ein Testament nachdenken. In kleineren Organisationen deckt eine Person all das ab, oft zusammen mit Öffentlichkeitsarbeit. In größeren Häusern spezialisieren sich Referenten auf Bereiche wie Großspenden, Erbschaftsfundraising, Unternehmenskooperationen, Stiftungen oder digitales Fundraising.
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Die meisten Stelleninhaber haben ein Studium abgeschlossen, häufig in Sozialwissenschaften, Betriebswirtschaft, Kommunikation, Sozialer Arbeit oder Geisteswissenschaften. Verbreitet ist eine berufsbegleitende Weiterbildung, etwa an der Fundraising Akademie zum Fundraising-Manager oder in vergleichbaren Zertifikatskursen. Quereinsteiger kommen oft aus Marketing, Vertrieb, Journalismus oder Public Relations. Wer bereits Erfahrung mit Direktmarketing, Antragswesen oder Kundenbeziehungen hat, findet leichter einen Einstieg, nicht selten über eine Assistenzstelle oder ein Volontariat.
Fundraising ist an Zahlen gebunden. Spendenziele werden jährlich gesetzt, und der Erfolg einer Kampagne lässt sich am Kontostand ablesen. Das erzeugt Druck, besonders im Herbst und vor Weihnachten, wenn viele Organisationen den größten Teil ihrer Jahreseinnahmen erzielen und Mailings, Weihnachtsaktionen und Dankesbriefe gleichzeitig laufen. Förderanträge haben feste Fristen. Gespräche mit Großspendern oder Unternehmen finden oft zu deren Zeiten statt, Benefizveranstaltungen am Abend oder am Wochenende. Wer gut schreibt, aber ungern um Geld bittet, stößt an Grenzen: Fundraising verlangt, Menschen direkt anzusprechen und auch Absagen auszuhalten. Gleichzeitig braucht es Sorgfalt bei Datenschutz, Spendenquittungen und den Vorgaben des Gemeinnützigkeitsrechts. In kleinen Vereinen sind die Budgets knapp, und die Referentin arbeitet häufig allein, ohne Team, mit dem sich Aufgaben teilen lassen. Die Fluktuation in der Branche gilt als vergleichsweise hoch.
Die Nachfrage nach Fundraisern ist stabil bis wachsend. Öffentliche Zuschüsse decken bei vielen sozialen Trägern nicht alle Kosten, und der Wettbewerb um Spenden nimmt zu, weil die Zahl der Spenderinnen und Spender in Deutschland seit Jahren sinkt, während die durchschnittliche Spende steigt. Das verschiebt den Schwerpunkt zu Großspenden, Erbschaften und digitalem Fundraising. Wer Datenbanken auswerten, Online-Kampagnen steuern oder Beziehungen zu vermögenden Unterstützern aufbauen kann, ist gefragt. Entwicklungswege führen zur Leitung einer Fundraising-Abteilung, in die Geschäftsführung kleinerer Organisationen, zu Agenturen und Dienstleistern oder in die Selbstständigkeit als Fundraising-Berater.
Üblich ist ein Hochschulstudium mit Bachelor oder Master, gefolgt von ersten Berufsjahren in Marketing, Kommunikation oder sozialer Arbeit. Viele ergänzen das durch eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Fundraising-Manager, die je nach Anbieter etwa ein bis zwei Jahre dauert und mit einem Zertifikat abschließt.
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