Werkstudent/-in (m/w/d) Quality Management - Start Januar 2027
Die Schülke & Mayr GmbH ist ein traditionsreiches Hamburger Healthcare-Unternehmen und seit mehr als 130 Jahren führend...
Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager sorgen dafür, dass Produkte und Prozesse eines Unternehmens festgelegte Normen, Kundenanforderungen und gesetzliche Vorgaben erfüllen. In der Luft- und Raumfahrt geht es dabei um Normen wie EN 9100 und um die Vorgaben der Luftfahrtbehörden.
Von zu Hause lassen sich vor allem Dokumentation, das Schreiben und Überarbeiten von Verfahrensanweisungen, Auswertungen von Qualitätskennzahlen, die Vorbereitung von Audits, Lieferantenbewertungen und Abstimmungen per Videokonferenz erledigen; auch Remote-Audits sind inzwischen in Teilen etabliert. Anwesenheit verlangen dagegen Prüfungen an Bauteilen, Rundgänge in der Fertigung, Werks- und Lieferantenaudits vor Ort, Freigaben mit Unterschrift sowie Termine mit Kunden und Behörden. In produzierenden Betrieben ist Homeoffice deshalb meist an einzelnen Tagen üblich, häufig ein bis zwei Tage pro Woche und oft erst nach der Einarbeitung; überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten eher Stellen mit Schwerpunkt auf Systemdokumentation, Lieferantenmanagement oder Beratung, und auch dort sind Reisen die Regel. In der Luft- und Raumfahrt, besonders in Verteidigungsprojekten, können Exportkontrolle, Geheimschutz und Kundenvorgaben das Homeoffice zusätzlich einschränken oder Arbeit mit bestimmten Daten nur im Werk erlauben. Wer von zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen gesicherten Firmenzugang, muss vertrauliche Zeichnungen und Kundendaten geschützt halten und bei Reklamationen oder Produktionsstopps kurzfristig erreichbar sein.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.300 € | 6.300 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.900 € | 8.500 € | 82.800 € |
Viele Hersteller und größere Zulieferer der Luft- und Raumfahrt zahlen nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie (ERA-Tarifverträge der IG Metall), was deutlich über dem Niveau nicht tarifgebundener kleiner Zulieferer liegt. Darüber hinaus hängt das Gehalt stark von Studienabschluss, Auditorenzertifikaten, Führungsverantwortung und der Region ab, wobei Standorte in Süddeutschland und Hamburg meist höher zahlen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Quality Management wird das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens aufgebaut, gepflegt und weiterentwickelt. Dazu gehört, Verfahrensanweisungen und Prozessbeschreibungen zu schreiben, interne Audits zu planen und durchzuführen und Abweichungen so lange nachzuverfolgen, bis die Korrekturmaßnahmen wirken. Bei Kundenreklamationen oder Fehlern in der Fertigung werden Ursachen mit Methoden wie 8D-Report, Ishikawa oder FMEA analysiert. In der Luft- und Raumfahrt kommen Erstmusterprüfberichte nach EN 9102, die Bewertung und Auditierung von Lieferanten, die Rückverfolgbarkeit jedes Bauteils und die Zusammenarbeit mit Behörden wie dem Luftfahrt-Bundesamt oder der EASA hinzu, etwa bei Genehmigungen nach Part 21 oder Part 145. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation und Kommunikation: mit Fertigung, Konstruktion, Einkauf, Kunden und Zertifizierungsstellen.
Einen geschützten Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der häufigste Weg führt über ein ingenieurwissenschaftliches Studium, etwa Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Werkstofftechnik, teils auch über spezielle Studiengänge zum Qualitätsmanagement. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine technische Berufsausbildung, etwa als Fluggerätmechaniker oder Industriemechanikerin, gefolgt von einer Weiterbildung zum Techniker oder Meister und Erfahrung in der Qualitätsprüfung. Zertifikate der DGQ oder des TÜV, etwa Qualitätsbeauftragter, Qualitätsmanager oder Auditor, sind in vielen Stellenanzeigen Voraussetzung. In der Luftfahrt werden zusätzlich Kenntnisse der EN 9100 und der behördlichen Regelwerke erwartet, oft auch Schulungen in Human Factors.
Die Arbeit verlangt Genauigkeit und die Bereitschaft, unbequeme Befunde auszusprechen, auch gegenüber Vorgesetzten oder Produktionsleitern unter Lieferdruck. Wer im Qualitätswesen arbeitet, steht oft zwischen Termindruck der Fertigung und der Pflicht, fehlerhafte Teile zu sperren. Vor Zertifizierungs- und Kundenaudits ballt sich die Arbeit, Reklamationen kommen unangekündigt. Lieferantenaudits und Kundenbesuche bringen je nach Stelle regelmäßige Dienstreisen mit sich, teils ins Ausland. In der Luftfahrt ist die Verantwortung hoch, weil Fehler sicherheitsrelevant sein können und Unterschriften persönlich zugeordnet werden. Der Anteil an Schreibtischarbeit und Dokumentation ist groß, was nicht allen liegt. Gute Englischkenntnisse sind in international aufgestellten Betrieben fast immer nötig.
Qualitätsfachleute werden in nahezu allen produzierenden Branchen gesucht, in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der Medizintechnik besonders, weil Normen und Behördenauflagen dort streng sind und zunehmen. Die Nachfrage in der zivilen Luftfahrt und in der Verteidigungsindustrie ist derzeit hoch. Entwicklungswege führen zur Leitung der Qualitätsabteilung, in die Rolle des Quality Managers mit behördlicher Verantwortung, in die Lieferantenentwicklung oder in die Tätigkeit als externer Auditor bei einer Zertifizierungsstelle. Mit Erfahrung ist auch eine selbstständige Beratung möglich, die allerdings mit viel Reisetätigkeit verbunden ist.
Üblich ist ein Bachelorstudium im Ingenieurwesen von etwa sechs bis sieben Semestern oder eine dreieinhalbjährige technische Berufsausbildung mit anschließender zweijähriger Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Dazu kommen berufsbegleitende Zertifikatslehrgänge, etwa zum Qualitätsbeauftragten oder Auditor, die einige Wochen bis Monate dauern.
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