Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Die Dokumentation in der Prüfungssoftware, die Analyse digital bereitgestellter Daten, Abstimmungen im Team per Videokonferenz und Teile der Berichtsarbeit lassen sich von zu Hause erledigen, sofern der Mandant seine Unterlagen über Datenräume oder Schnittstellen zur Verfügung stellt. Inventurbeobachtungen, Gespräche mit der Buchhaltung, die Sichtung von Originalunterlagen und Kontrolltests in den Abläufen verlangen dagegen in vielen Mandaten Anwesenheit beim Mandanten. Seit der Pandemie ist hybrides Arbeiten in größeren und mittelgroßen Gesellschaften in Teilen üblich, meist an einzelnen Tagen pro Woche und abhängig von Mandat, Prüfungsphase und Teamleitung; in der Busy Season und bei neuen Mandaten ist die Präsenz beim Kunden oft höher. Eine Stelle, die ganz oder überwiegend von zu Hause ausgeübt wird, ist in diesem Beruf die Ausnahme, vor allem für Berufseinsteiger, die in den ersten Jahren viel durch Mitarbeit vor Ort lernen. Wer von zu Hause arbeitet, unterliegt derselben beruflichen Verschwiegenheit wie im Büro, arbeitet über gesicherte Verbindungen mit Firmenhardware und muss für das Team und den Mandanten während der vereinbarten Zeiten erreichbar sein.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Prüfungsassistent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.000 € 4.700 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.500 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.000 € 84.000 €

Einen Tarifvertrag gibt es im Prüfungswesen nicht; die Gehälter werden frei verhandelt und hängen vor allem von der Größe der Gesellschaft ab, wobei große internationale Gesellschaften und Standorte wie Frankfurt, München oder Hamburg am oberen Rand liegen. Deutliche Sprünge bringen die Beförderung zum Prüfungsleiter und abgelegte Berufsexamen; wie Überstunden in der Busy Season vergütet oder ausgeglichen werden, unterscheidet sich stark zwischen den Arbeitgebern.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Prüfungsassistent?

Prüfungsassistenten sind die Einstiegsebene in der Abschlussprüfung. Sie arbeiten in einem Prüfungsteam unter einem Prüfungsleiter und einem verantwortlichen Wirtschaftsprüfer und übernehmen abgegrenzte Prüffelder eines Jahresabschlusses, etwa Forderungen, Vorräte, Rückstellungen oder Umsatzerlöse. Dazu gehört, Salden mit Belegen abzugleichen, Saldenbestätigungen bei Banken und Geschäftspartnern einzuholen, Stichproben zu ziehen, Bewertungen nachzurechnen und Kontrollen in den Abläufen des Mandanten zu testen. Bei Inventuren sind sie oft vor Ort und beobachten die Zählung. Jeder Prüfungsschritt wird in Arbeitspapieren in der Prüfungssoftware dokumentiert, damit er für Prüfungsleitung, Qualitätssicherung und spätere Kontrollen nachvollziehbar ist. Rückfragen an die Buchhaltung des Mandanten gehören ebenso zum Alltag wie die Mitarbeit an Prüfungsberichten. Außerhalb der Hauptsaison kommen Vorprüfungen, Sonderprüfungen, Due-Diligence-Projekte oder prüfungsnahe Beratung hinzu.

Wie wird man Prüfungsassistent?

Der übliche Weg ist ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften oder des Wirtschaftsrechts, häufig mit Schwerpunkt Rechnungslegung, Prüfungswesen oder Steuern. Bachelorabsolventen werden ebenso eingestellt wie Masterabsolventen; einige Gesellschaften bieten duale Studiengänge mit Praxisphasen in der Prüfung an. Ein Quereinstieg ist für Steuerfachangestellte oder Bilanzbuchhalter mit Berufserfahrung möglich, vor allem in kleineren und mittelgroßen Kanzleien. Eine Einarbeitung erfolgt in der Regel über interne Schulungen und die Arbeit an realen Mandaten. Wer langfristig im Prüfungswesen bleiben will, sammelt hier die Berufspraxis, die für die Zulassung zum Steuerberater- und zum Wirtschaftsprüferexamen nötig ist.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit folgt einem ausgeprägten Jahresrhythmus. Von Januar bis etwa April, in der sogenannten Busy Season, ballen sich die Abschlussprüfungen; Überstunden und lange Tage sind in dieser Zeit in vielen Gesellschaften die Regel, nicht die Ausnahme. Hinzu kommt Reisetätigkeit zu Mandanten, je nach Gesellschaft auch mit Übernachtungen über mehrere Tage. Die Teams wechseln von Mandat zu Mandat, was Abwechslung bringt, aber ständige Einarbeitung in neue Unternehmen und Ansprechpartner verlangt. Gefordert sind Genauigkeit, ein sicherer Umgang mit Zahlen und Tabellen, Kenntnisse in HGB und oft IFRS sowie die Fähigkeit, bei Mandanten hartnäckig, aber höflich nachzufragen. Die Fluktuation in den ersten Berufsjahren ist hoch; viele wechseln nach einigen Jahren in Rechnungswesen, Controlling oder interne Revision von Unternehmen. Wer parallel Berufsexamen vorbereitet, trägt über Jahre eine doppelte Belastung.

Aussichten

Die Nachfrage nach Prüfungsassistenten ist hoch, da Wirtschaftsprüfungsgesellschaften seit Jahren Nachwuchs suchen und die Zahl der Berufsträger zurückgeht. Neue Anforderungen wie die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten und IT-gestützte Prüfungsmethoden erweitern das Aufgabenfeld. Der typische Weg führt nach zwei bis drei Jahren zum Senior oder Prüfungsleiter, später zum Manager. Mit Steuerberater- oder Wirtschaftsprüferexamen sind Positionen als Berufsträger, Prokurist oder Partner erreichbar. Die im Prüfungswesen erworbene Erfahrung ist zudem in Industrie und Finanzwirtschaft gefragt.

Aufgaben

  • Belege, Konten und Salden mit Stichproben prüfen
  • Saldenbestätigungen von Banken, Kunden und Lieferanten einholen und auswerten
  • Interne Kontrollen in Abläufen des Mandanten testen
  • Inventuren beim Mandanten beobachten
  • Prüfungshandlungen in Arbeitspapieren der Prüfungssoftware dokumentieren
  • Rückfragen mit der Buchhaltung des Mandanten klären
  • Bei Prüfungsberichten und Anhangangaben zuarbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Wirtschaftswissenschaften oder eines verwandten Fachs, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung im Rechnungswesen
  • Kenntnisse in Rechnungslegung nach HGB, für viele Stellen auch IFRS
  • Sicherer Umgang mit Excel und Datenanalysewerkzeugen
  • Sorgfalt und Belastbarkeit in Phasen mit hohem Termindruck
  • Bereitschaft zu Reisen zu Mandanten
  • Gute Englischkenntnisse, vor allem bei international tätigen Gesellschaften

Wo man arbeitet

  • Große internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Mittelständische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Kanzleien für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
  • Prüfungsverbände, etwa genossenschaftliche oder kommunale
  • Räumlichkeiten der geprüften Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaftswissenschaften von drei bis fünf Jahren, häufig mit Schwerpunkt Prüfungswesen oder Rechnungslegung, alternativ ein duales Studium in Kooperation mit einer Prüfungsgesellschaft. Nach mehreren Jahren Berufspraxis können das Steuerberater- und das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt werden.

Homeoffice-Stellen als Prüfungsassistent

In der Jobsuche weitersuchen

Verwandte Berufe

Job-Alarm · kostenlos

Neue Unternehmensberatg., Wirtschaftsprüfg., Recht-Jobs per E-Mail

Wir benachrichtigen dich, sobald passende Stellen erscheinen – kein Spam, jederzeit abbestellbar.