Leitung Qualitätsmanagement (m/w/d)
REDPATH DEILMANN ist international führend im Schachtbau und innovativer Dienstleister im Berg- und Tunnelbau. Als Teil...
Leitungen Qualitätsmanagement verantworten das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens, führen das QM-Team und sorgen dafür, dass Produkte, Prozesse und Zertifizierungen den Normen und Kundenanforderungen entsprechen. Im Bergbau und in der Rohstoffgewinnung geht es dabei vor allem um gleichbleibende Materialqualität, Prüfverfahren und behördliche Auflagen.
Ein Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Dokumente und Verfahrensanweisungen überarbeiten, Kennzahlen auswerten, Auditberichte schreiben, Management-Reviews vorbereiten und Abstimmungen per Videokonferenz führen; einzelne Lieferantenaudits werden inzwischen auch aus der Ferne durchgeführt. Anwesenheit verlangen dagegen Begehungen in Betrieb und Aufbereitung, die Klärung von Abweichungen am Material, die Arbeit mit dem Labor, Zertifizierungsaudits vor Ort und die Führung des Teams, das in der Regel im Betrieb arbeitet. In der Rohstoffbranche ist Homeoffice in dieser Rolle daher meist an einzelnen Tagen pro Woche möglich, überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist die Ausnahme; genaue Zahlen zur Verbreitung liegen nicht vor, und die Regelungen unterscheiden sich stark zwischen Konzernen und kleineren Werken. Eher denkbar ist ein höherer Homeoffice-Anteil bei übergeordneten, standortübergreifenden Qualitätsfunktionen, die allerdings mit Reisetätigkeit zu den Werken verbunden sind. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen gesicherten Zugang zu Dokumentenlenkung und Laborsystemen, vertraulicher Umgang mit Kunden- und Prüfdaten ist Pflicht, und bei Reklamationen oder Störungen wird kurzfristige Erreichbarkeit und notfalls Anreise erwartet.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 8.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.500 € | 11.000 € | 102.000 € |
Leitungsstellen im Qualitätsmanagement werden meist außertariflich bezahlt; als Bezug dient das Tarifgefüge der Branche, im Bergbau und in der Rohstoffindustrie vor allem Tarifverträge der IG BCE, in der Baustoffindustrie teils der IG BAU. Am stärksten hängt das Gehalt von Unternehmensgröße und Konzernzugehörigkeit, der Zahl der verantworteten Standorte und Managementsysteme sowie der Personalverantwortung ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Die Leitung Qualitätsmanagement ist dafür zuständig, dass ein Unternehmen nachweisbar und wiederholbar die Qualität liefert, die Kunden, Normen und Behörden verlangen. Im Alltag heißt das: Verfahrensanweisungen und Prüfpläne freigeben, interne Audits planen und auswerten, Zertifizierungsaudits nach ISO 9001 oder branchenspezifischen Normen vorbereiten und begleiten, Kennzahlen wie Reklamationsquoten oder Prüfergebnisse auswerten und daraus Maßnahmen ableiten. Hinzu kommen die Bearbeitung von Kundenreklamationen, Lieferantenbewertungen und der jährliche Management-Review mit der Geschäftsführung.
Im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen, Erden, Salzen oder Industriemineralien dreht sich vieles um die Gleichmäßigkeit des Rohstoffs: Körnung, Reinheit, Feuchte oder chemische Zusammensetzung müssen innerhalb enger Grenzen liegen, weil Abnehmer aus Bau, Chemie oder Stahlindustrie darauf ihre eigenen Prozesse aufbauen. Die Leitung arbeitet deshalb eng mit Labor, Betriebsleitung, Aufbereitung und Vertrieb zusammen. Oft überschneidet sich die Rolle mit Umwelt-, Energie- oder Arbeitsschutzmanagement, sodass mehrere Managementsysteme integriert betreut werden. Zur Führungsaufgabe gehören Personalverantwortung für QM-Beauftragte und Laborpersonal sowie die Budgetplanung.
Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium in Ingenieurwissenschaften, etwa Rohstoff- oder Bergbauingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Geowissenschaften, Mineralogie oder Chemie, seltener Wirtschaftsingenieurwesen. Danach folgen mehrere Jahre im Qualitätswesen, im Labor oder in der Produktion. Zusatzqualifikationen wie Qualitätsmanagementbeauftragter, Qualitätsmanager oder Auditor, etwa nach DGQ- oder TÜV-Standard, werden in Stellenanzeigen fast immer erwartet. Ein Quereinstieg gelingt am ehesten Technikern oder Meistern mit langer Erfahrung im Betrieb, die sich im Qualitätsmanagement weitergebildet haben und intern aufsteigen.
Die Rolle steht zwischen den Abteilungen: Die Produktion will Mengen liefern, die QM-Leitung muss bei Abweichungen bremsen und unbequeme Entscheidungen vertreten, etwa Material zu sperren. Vor Zertifizierungsaudits und bei schwerwiegenden Reklamationen entsteht erheblicher Termindruck. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Überstunden in Auditphasen aber üblich. Im Bergbau liegen Betriebe häufig abseits von Städten, mitunter gibt es mehrere Standorte, die regelmäßig besucht werden müssen, was Fahrzeiten bedeutet. Begehungen in Tagebau, Grube oder Aufbereitung verlangen Schutzausrüstung und die Bereitschaft, sich in Staub, Lärm und Witterung zu bewegen. Gefragt sind Normenkenntnis, analytisches Denken, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, Ergebnisse verständlich gegenüber Geschäftsführung und Kunden darzustellen.
Qualitätsmanagement bleibt Pflicht, solange Abnehmer Zertifikate und Nachweise verlangen, und die Anforderungen wachsen eher, etwa durch Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lieferkettenpflichten. Leitungsstellen sind allerdings rar, weil jedes Unternehmen nur eine oder wenige davon hat; Wechsel finden oft nach vielen Jahren statt. In der heimischen Rohstoffbranche ist die Zahl der Betriebe überschaubar, Fachkräfte mit Branchenerfahrung sind gesucht. Weiterentwicklungen führen in die Leitung integrierter Managementsysteme, in die Werks- oder Betriebsleitung, in konzernweite Qualitätsfunktionen oder in eine Tätigkeit als externer Auditor.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren in einem ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Fach, gefolgt von mehreren Jahren Berufserfahrung im Qualitätswesen oder in der Produktion. Berufsbegleitende Lehrgänge zum Qualitätsmanagementbeauftragten und Auditor dauern meist einige Wochen bis Monate und schließen mit einem Zertifikat ab. Bis zur Leitungsfunktion vergehen in der Regel fünf bis zehn Jahre.
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