Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ob eine Leitung von zu Hause arbeiten kann, hängt stark davon ab, welche Einheit sie führt. In Stabs- und Zentralbereichen von Banken, etwa Controlling, Risikomanagement, IT oder Marktfolge, ist mobiles Arbeiten an einzelnen Tagen pro Woche inzwischen in vielen Häusern üblich, häufig geregelt über Betriebsvereinbarungen mit einem Anteil von etwa 40 bis 60 Prozent; Berichte, Konzepte, Freigaben und viele Besprechungen per Video lassen sich dort von zu Hause erledigen. Filialleitungen und Führungskräfte im Kundengeschäft sind dagegen überwiegend vor Ort, weil Kundentermine, Präsenz im Team und Öffnungszeiten das verlangen. Eine Leitungsstelle, die ganz oder überwiegend von zu Hause ausgeübt wird, ist im Bankwesen die Ausnahme, da von Führungskräften Anwesenheit bei Teamterminen, Mitarbeitergesprächen und Gremiensitzungen erwartet wird. Wer zu Hause arbeitet, braucht einen abgeschlossenen Arbeitsplatz, da Personal- und Kundendaten dem Bankgeheimnis und strengen Datenschutzvorgaben unterliegen, und muss für das Team gut erreichbar bleiben. Für die Führung eines teilweise verteilt arbeitenden Teams kommen feste Präsenztage und regelmäßige Abstimmungsformate hinzu.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Leitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.500 € 14.000 € 114.000 €

Das Gehalt hängt vor allem von der Führungsebene, der Größe des Instituts und der Zahl der geführten Mitarbeitenden ab; erste Führungsrollen werden oft noch nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken, dem TVöD-S der Sparkassen oder dem Tarifvertrag der Volks- und Raiffeisenbanken bezahlt, höhere Leitungsstellen meist außertariflich mit variablem Bonusanteil. Großbanken und Stabsbereiche in Ballungsräumen zahlen deutlich mehr als kleine Regionalinstitute, und gerade dort wird mobiles Arbeiten auch häufiger angeboten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Leitung?

Eine Leitung führt eine Organisationseinheit: ein Team, eine Abteilung, eine Filiale oder einen ganzen Bereich. In Banken reicht das von der Teamleitung im Kreditservice über die Filialleitung bis zur Bereichsleitung Risikocontrolling oder Firmenkundengeschäft. Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Abstimmung. Führungskräfte setzen Ziele und verteilen Aufgaben, führen Mitarbeitergespräche, planen Personaleinsatz und Urlaub, genehmigen Vorgänge im Rahmen ihrer Kompetenzen und vertreten ihre Einheit in Gremien und Projekten. Dazu kommen Budgetplanung, Kennzahlenberichte an Vorstand oder Geschäftsleitung und die Umsetzung neuer Vorgaben. Im Bankwesen nimmt die Regulierung viel Raum ein: Anforderungen der Bankenaufsicht, Prüfungen durch interne Revision und Wirtschaftsprüfer, Dokumentationspflichten. Je höher die Ebene, desto weniger fachliche Sachbearbeitung und desto mehr Strategie, Personalverantwortung und Konfliktlösung.

Wie wird man Leitung?

Eine Ausbildung zur Leitung gibt es nicht. Der übliche Weg führt über Fachkenntnis und Berufserfahrung. In Banken ist das häufig eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann, gefolgt von einer Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt, oder ein Studium der Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Finanzwirtschaft. Nach einigen Jahren als Fachkraft folgt oft eine erste Führungsrolle als Teamleitung oder Stellvertretung. Viele Institute begleiten diesen Schritt mit internen Führungskräfteprogrammen. Für bestimmte Positionen verlangt die Aufsicht eine nachgewiesene fachliche Eignung und Zuverlässigkeit. Ein Quereinstieg ohne Branchenerfahrung ist selten, am ehesten in IT, Personal oder Projektleitung möglich, wo Führungserfahrung aus anderen Branchen zählt.

Was der Beruf verlangt

Führung bedeutet Verantwortung für Menschen und Ergebnisse zugleich. Unbeliebte Entscheidungen gehören dazu: Stellenabbau, Filialschließungen, schwierige Gespräche über Leistung. In Banken wurden in den vergangenen Jahren viele Strukturen zusammengelegt, was für Führungskräfte häufig mehr Mitarbeitende, mehr Standorte und mehr Veränderungsarbeit bedeutet. Die Arbeitszeit geht in vielen Stellen über die tarifliche Wochenarbeitszeit hinaus, da Leitungspositionen oft außertariflich vergütet werden und Mehrarbeit damit abgegolten ist. Der Kalender ist meist voller Termine, die eigene Arbeit an Konzepten und Berichten fällt dann in Randzeiten. Teilzeit in Führung ist in Banken möglich, etwa als Tandem-Modell, aber noch nicht weit verbreitet. Gefragt sind Entscheidungsfähigkeit, Belastbarkeit, Kommunikationsgeschick und die Fähigkeit, regulatorische Vorgaben zuverlässig umzusetzen.

Aussichten

Die Zahl der Bankfilialen und Institute sinkt seit Jahren, und damit auch die Zahl klassischer Leitungsstellen im Filialgeschäft. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Führungskräften in Bereichen wie Regulatorik, Risikomanagement, IT, Datenanalyse und Digitalisierung. Viele erfahrene Führungskräfte gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, was Aufstiegschancen eröffnet. Entwicklungswege führen von der Team- zur Abteilungs- und Bereichsleitung, in Projekt- oder Transformationsleitung oder bei kleineren Instituten bis in Vorstand oder Geschäftsleitung. Ein Wechsel zu Beratungsunternehmen, Finanzdienstleistern oder Aufsichtsbehörden ist ebenfalls verbreitet.

Aufgaben

  • Ziele für das Team festlegen und deren Erreichung überwachen
  • Mitarbeitergespräche, Beurteilungen und Personalauswahl führen
  • Personaleinsatz, Urlaub und Vertretungen planen
  • Budget planen und Kennzahlenberichte an Vorstand oder Bereichsleitung erstellen
  • Kredit- oder Geschäftsvorfälle im Rahmen der eigenen Kompetenz freigeben
  • regulatorische Vorgaben und Prüfungsfeststellungen umsetzen
  • die eigene Einheit in Gremien, Projekten und gegenüber Kunden vertreten

Voraussetzungen

  • Bankausbildung mit Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium
  • mehrjährige Berufserfahrung im jeweiligen Fachgebiet, für höhere Ebenen auch Führungserfahrung
  • Kenntnis der aufsichtsrechtlichen Anforderungen im eigenen Bereich
  • Entscheidungsfähigkeit und Sicherheit in schwierigen Gesprächen
  • Belastbarkeit bei hoher Terminlast und Veränderungsdruck
  • Zuverlässigkeit und persönliche Eignung, die bei bestimmten Positionen von der Aufsicht geprüft wird

Wo man arbeitet

  • Privatbanken
  • Sparkassen und Landesbanken
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Direktbanken und Finanzdienstleister
  • Versicherungen und Bausparkassen
  • Unternehmen anderer Branchen mit eigenen Fach- und Verwaltungsabteilungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann oder ein drei- bis fünfjähriges Studium, etwa der Betriebswirtschaft, gefolgt von mehreren Jahren Fachpraxis. Viele Führungskräfte absolvieren berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt und ein internes Führungskräfteprogramm, bevor sie eine erste Teamleitung übernehmen.

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