Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein großer Teil der Arbeit im Innendienst und im telefonischen Kundenservice, also Anrufe, E-Mails, Vertragsänderungen und Schadensaufnahme, lässt sich technisch von zu Hause erledigen, und viele Versicherer und Servicedienstleister bieten das inzwischen an, oft an zwei bis drei Tagen pro Woche und häufig erst nach der Einarbeitung. Stellen, die ganz von zu Hause ausgeübt werden, gibt es vor allem in der telefonischen Beratung und im Service, sie sind aber nicht die Regel. Im Vertrieb mit persönlicher Beratung, in Agenturen und im Außendienst ist Anwesenheit bei Kunden oder im Geschäftsraum üblich, wobei Videoberatungen einen Teil der Termine ersetzen können. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen ruhigen, abschließbaren Arbeitsplatz, da mit Gesundheits- und Finanzdaten gearbeitet wird und Gespräche nicht mitgehört werden dürfen; Headset, stabile Internetverbindung und meist ein vom Arbeitgeber gestellter Rechner gehören dazu. Im Servicecenter gelten auch im Homeoffice feste Schichtzeiten und eine Erreichbarkeit, die über das Telefonsystem gemessen wird, sodass die freie Zeiteinteilung meist begrenzt ist.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Kundenberater Versicherung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 3.100 € 3.800 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.700 € 4.600 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.600 € 6.000 € 55.200 €

Bei tarifgebundenen Versicherern gilt der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe mit festen Gehaltsgruppen, während Servicecenter-Dienstleister und kleinere Makler oft darunter und ohne Tarif bezahlen. Im Vertrieb hängt das Einkommen stark vom Provisionsanteil ab und kann deutlich nach oben oder unten abweichen; Homeoffice wird besonders häufig im telefonischen Service angeboten, der eher im unteren Teil der Spanne liegt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kundenberater in der Versicherung?

Kundenberater in der Versicherung sind die Ansprechpartner für Menschen und Betriebe, die eine Versicherung abschließen, ändern oder in Anspruch nehmen wollen. Im Innendienst eines Versicherers oder in einem Servicecenter nehmen sie Anrufe, E-Mails und Chatanfragen entgegen, erklären Vertragsbedingungen, ändern Bankverbindungen und Adressen, passen Versicherungssummen an und nehmen Schadensmeldungen auf. Im Vertrieb, ob in einer Agentur, bei einem Makler oder im Außendienst eines Versicherers, liegt der Schwerpunkt auf der Beratung: Bedarf ermitteln, Tarife vergleichen, Angebote berechnen, Beratungsgespräche dokumentieren und Verträge zum Abschluss bringen. Typische Sparten sind Haftpflicht-, Hausrat-, Kfz-, Wohngebäude-, Berufsunfähigkeits- und Altersvorsorgeversicherungen. Ein großer Teil der Arbeit findet in Bestandsführungs- und Tarifrechnersystemen statt; jede Beratung muss nach gesetzlichen Vorgaben protokolliert werden.

Wie wird man Kundenberater in der Versicherung?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen. Wer ohne diese Ausbildung einsteigt, braucht für die Vermittlung von Versicherungen in der Regel die IHK-Sachkundeprüfung als Geprüfter Fachmann oder Geprüfte Fachfrau für Versicherungsvermittlung sowie eine Eintragung im Vermittlerregister oder die Einbindung über den Arbeitgeber. Quereinsteiger aus dem Bankwesen, dem Einzelhandel oder dem telefonischen Kundenservice werden häufig eingestellt, gerade in Servicecentern, und dort oft intern geschult. Weiterbildungen führen zum Versicherungsfachwirt oder zum Fachwirt für Finanzberatung, ein Studium der Versicherungswirtschaft ist ebenfalls möglich. Für alle Vermittler gilt eine gesetzliche Weiterbildungspflicht von mindestens 15 Stunden pro Jahr.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt Geduld und eine klare Sprache, denn Versicherungsbedingungen sind kompliziert und viele Anrufer melden sich in angespannten Situationen, etwa nach einem Unfall oder Wasserschaden. Im Servicecenter bestimmen Telefonzeiten, Warteschlangen und Kennzahlen wie Bearbeitungszeit und Erreichbarkeit den Tag; das wird von vielen als belastend empfunden, und die Fluktuation ist in solchen Einheiten vergleichsweise hoch. Im Vertrieb kommt der Abschlussdruck hinzu: Ein Teil der Vergütung hängt oft an Provisionen und Zielvorgaben, Termine bei Kunden liegen häufig am Abend oder am Wochenende, und Absagen gehören zum Alltag. Sorgfalt ist unverzichtbar, denn Fehler in der Beratung oder Dokumentation können Haftungsfragen auslösen. Arbeitszeiten im Innendienst sind meist geregelt, in Servicecentern aber oft im Schichtsystem mit späten Diensten oder Samstagen.

Aussichten

Kundenberater werden in der Versicherungsbranche weiter gesucht, vor allem im Vertrieb und in der Beratung zur Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit, wo viele ältere Vermittler in den nächsten Jahren ausscheiden. Einfache Serviceanfragen werden dagegen zunehmend automatisiert oder über Onlineportale abgewickelt, sodass sich die Arbeit stärker auf komplexe Fälle verlagert. Mit Erfahrung und Fachwirt-Abschluss sind Wege in die Spezialisierung, etwa Gewerbe- oder Firmenkunden, in die Teamleitung, die Schadenregulierung oder in eine eigene Agentur als selbstständiger Versicherungsvertreter möglich.

Aufgaben

  • Anrufe, E-Mails und Chatanfragen von Versicherungskunden beantworten
  • Versicherungsbedarf ermitteln und passende Tarife vergleichen
  • Angebote berechnen und Verträge abschließen
  • Vertragsänderungen wie Adresse, Bankverbindung oder Versicherungssumme bearbeiten
  • Schadensmeldungen aufnehmen und an die Schadenabteilung weiterleiten
  • Beratungsgespräche nach gesetzlichen Vorgaben dokumentieren
  • Bestandskunden zu Vertragsanpassungen und Kündigungen beraten

Voraussetzungen

  • Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen oder eine vergleichbare kaufmännische Ausbildung
  • IHK-Sachkundeprüfung für Versicherungsvermittlung, wenn Verträge vermittelt werden
  • Nachweis der jährlichen Weiterbildung von mindestens 15 Stunden
  • Sicheres mündliches und schriftliches Deutsch und verständliches Erklären
  • Sorgfalt im Umgang mit Vertragsdaten und Dokumentation
  • Belastbarkeit am Telefon und Umgang mit Zielvorgaben

Wo man arbeitet

  • Versicherungsgesellschaften
  • Kundenservicecenter und Callcenter-Dienstleister
  • Versicherungsagenturen
  • Versicherungsmakler
  • Banken und Finanzvertriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss. Quereinsteiger erwerben meist die IHK-Sachkundeprüfung als Geprüfte Fachleute für Versicherungsvermittlung, die nach einer Vorbereitung von einigen Wochen bis wenigen Monaten abgelegt wird. Als Aufstieg folgt häufig der Versicherungsfachwirt.

Homeoffice-Stellen als Kundenberater Versicherung

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