Galvaniseur im Fertigungsbereich Behandlung (m/w/d)
Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH ist einer der führenden europäischen Hersteller von Flugzeugausrüstungen. Die Pro...
Galvaniseure überziehen Bauteile aus Metall oder Kunststoff in elektrolytischen Bädern mit Schichten aus Zink, Nickel, Chrom, Kupfer oder Edelmetall, um sie vor Korrosion zu schützen, verschleißfester zu machen oder ihnen ein bestimmtes Aussehen zu geben. Die Arbeit findet an Badanlagen in der Produktion statt.
Die eigentliche Tätigkeit an Badanlagen, das Vorbehandeln, Beschichten und Prüfen der Teile verlangt durchgehend Anwesenheit im Betrieb, Homeoffice ist für Galvaniseure in der Fertigung praktisch nicht möglich. Von zu Hause lassen sich allenfalls einzelne Schreibarbeiten erledigen, etwa Prüfprotokolle auswerten, Badanalysen dokumentieren oder Schulungsunterlagen zum Gefahrstoffrecht bearbeiten, und das betrifft in erster Linie Meister, Techniker oder Beschäftigte in Qualitätssicherung und Arbeitsvorbereitung. Selbst dort bleibt es meist bei einzelnen Tagen oder Stunden, weil Abstimmungen an der Anlage und Kontrollen vor Ort den Großteil der Arbeit ausmachen. Stellen, die als Homeoffice-Stellen ausgeschrieben sind, beziehen sich in diesem Beruf in der Regel auf solche Randtätigkeiten oder auf angrenzende Bürofunktionen und nicht auf die Fertigung selbst. Wer überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten möchte, findet das in diesem Beruf kaum und müsste in Bereiche wie technischen Vertrieb oder Dokumentation wechseln.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 4.900 € | 49.200 € |
Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Betrieb nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie der IG Metall bezahlt, wie es viele Industriebetriebe und Automobilzulieferer tun, oder ob es sich um einen kleineren Handwerks- oder Lohnbeschichtungsbetrieb ohne Tarifbindung handelt, wo die Löhne deutlich niedriger liegen können. Schichtzulagen, die hier nicht eingerechnet sind, machen bei Wechselschicht einen spürbaren Teil des Einkommens aus; Meister- oder Technikerabschluss heben das Gehalt in den oberen Bereich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Ein Galvaniseur im Fertigungsbereich Behandlung bereitet Werkstücke für die Beschichtung vor, beschichtet sie und prüft das Ergebnis. Zuerst werden Teile entfettet, gebeizt, gestrahlt oder geschliffen, damit die Oberfläche sauber und haftfähig ist. Danach werden sie auf Gestelle gesteckt oder in Trommeln gefüllt und durch eine Folge von Bädern geführt. In den Elektrolyten scheidet sich unter Strom das Metall auf dem Werkstück ab. Der Galvaniseur stellt Stromdichte, Temperatur und Verweilzeit ein, misst pH-Wert und Konzentrationen, ergänzt Chemikalien und hält die Bäder stabil. Anschließend werden Schichtdicken gemessen, Haftung und Aussehen geprüft und die Ergebnisse dokumentiert. Hinzu kommen Wartung der Anlagen, Filterwechsel, Abwasserbehandlung und der Umgang mit Gefahrstoffen. In größeren Betrieben laufen viele Schritte automatisiert, dann verschiebt sich die Arbeit zum Überwachen, Programmieren und Eingreifen bei Störungen.
Der übliche Weg ist heute die dreijährige duale Ausbildung zum Oberflächenbeschichter, die den früheren Ausbildungsberuf Galvaniseur abgelöst hat. Die Ausbildung findet in Industrie- und Handwerksbetrieben statt und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Ein Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss; Grundkenntnisse in Chemie und Mathematik helfen. Quereinsteiger aus Metallberufen oder der Chemie werden in manchen Betrieben angelernt, vor allem für Tätigkeiten an automatisierten Anlagen. Wer sich selbstständig machen oder einen Handwerksbetrieb führen will, legt die Meisterprüfung im Galvaniseur-Handwerk ab.
Die Arbeit ist körperlich und findet in Produktionshallen statt, in denen es warm, feucht und laut sein kann. Gearbeitet wird mit Säuren, Laugen, Cyaniden oder Chromverbindungen, deshalb gehören Schutzkleidung, Handschuhe, Brille und teilweise Atemschutz zum Alltag. Sorgfalt ist unverzichtbar, weil Fehler im Bad ganze Chargen unbrauchbar machen und Gefahrstoffe Gesundheit und Umwelt schaden können. Viele Betriebe arbeiten im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, weil Bäder und Anlagen ungern stillstehen; auch Wochenendschichten kommen vor. Wiederkehrende Handgriffe beim Bestücken von Gestellen, Heben von Teilen und langes Stehen belasten Rücken und Gelenke. Wer an Allergien oder Hauterkrankungen leidet, sollte die Eignung vorab klären lassen.
Galvanisch beschichtete Teile werden im Fahrzeug- und Maschinenbau, in der Elektronik, der Sanitärtechnik und der Medizintechnik gebraucht. Die Zahl der Auszubildenden ist klein, viele Betriebe suchen Fachkräfte, und erfahrene Galvaniseure haben in der Regel gute Chancen auf eine Stelle. Unsicherheit entsteht durch strengere Umweltauflagen, etwa beim Einsatz von Chrom(VI), und durch die Abhängigkeit von der Autoindustrie. Weiterbildungen führen zum Meister, zum staatlich geprüften Techniker für Galvanotechnik oder Oberflächentechnik oder in Qualitätssicherung, Arbeitsvorbereitung und Umweltschutz. Mit einem Studium der Oberflächen- oder Werkstofftechnik ist auch der Wechsel in Entwicklung und Verfahrenstechnik möglich.
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Oberflächenbeschichter mit Abschluss vor der IHK oder Handwerkskammer. Darauf aufbauend sind die Meisterprüfung im Galvaniseur-Handwerk oder eine zweijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker möglich.
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