Finanzbuchhalter / Bilanzbuchhalter (m/w/d)
1.600 Mitarbeiter. 18 Standorte weltweit. 60.000 Container im Umlauf. Seit der Gründung im Jahr 1972 befinden wir uns st...
Finanzbuchhalter erfassen und prüfen die laufenden Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, Bilanzbuchhalter erstellen darüber hinaus Monats- und Jahresabschlüsse. Beide sorgen dafür, dass die Zahlen eines Betriebs vollständig, korrekt und fristgerecht vorliegen.
Die meisten Tätigkeiten, also Buchen, Abstimmen, Zahlungsläufe vorbereiten und Abschlussarbeiten, lassen sich am Rechner von zu Hause erledigen, sofern die Belege digital vorliegen und ein sicherer Zugang zum Buchhaltungssystem besteht. Anwesenheit verlangen dagegen Papierbelege, die Post, Inventuren, Abstimmungen mit Lager oder Produktion und in vielen Betrieben die Einarbeitung. In größeren Unternehmen und bei digitaler Belegverarbeitung ist Homeoffice an zwei bis drei Tagen pro Woche inzwischen verbreitet, ganz von zu Hause zu arbeiten ist dagegen die Ausnahme und kommt eher bei Buchhaltungsdienstleistern oder bei erfahrenen Kräften vor. In kleineren Produktionsbetrieben mit Papierablage arbeiten viele Buchhalter weiterhin überwiegend vor Ort. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen ungestörten Arbeitsplatz, oft zwei Bildschirme und eine VPN-Verbindung, muss die Vertraulichkeit der Finanzdaten auch gegenüber Mitbewohnern wahren und ist in Abschlussphasen zu festen Zeiten für Rückfragen erreichbar.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 5.000 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.300 € | 6.500 € | 63.600 € |
Den größten Unterschied macht die Qualifikation: Bilanzbuchhalter mit Abschlussverantwortung verdienen deutlich mehr als Finanzbuchhalter in der laufenden Buchhaltung, dazu kommen Unternehmensgröße und Region. In tarifgebundenen Industriebetrieben gelten etwa die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L, in Kanzleien und kleinen Betrieben wird meist frei und oft niedriger verhandelt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht die laufende Buchhaltung: Eingangs- und Ausgangsrechnungen kontieren und buchen, Kontoauszüge abgleichen, offene Posten bei Kunden und Lieferanten überwachen, Zahlungsläufe vorbereiten und Mahnungen verschicken. Dazu kommen Umsatzsteuervoranmeldungen, Abstimmungen mit dem Finanzamt und Rückfragen aus Einkauf, Vertrieb oder Geschäftsleitung. In Industriebetrieben gehören oft Anlagenbuchhaltung, Kostenstellenrechnung und die Abstimmung mit der Warenwirtschaft dazu. Bilanzbuchhalter übernehmen zusätzlich die Abschlussarbeiten: Abgrenzungen und Rückstellungen bilden, Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB erstellen, teils auch nach IFRS, und die Unterlagen für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aufbereiten. In kleineren Unternehmen liegt beides oft in einer Hand, in größeren ist die Arbeit nach Kreditoren, Debitoren, Hauptbuch und Abschluss aufgeteilt. Gearbeitet wird fast ausschließlich mit Buchhaltungs- und ERP-Software wie DATEV, SAP oder Lexware sowie mit Tabellenkalkulation.
Der übliche Einstieg ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter, mit anschließender Spezialisierung in der Buchhaltung. Viele erwerben berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter bei IHK oder privaten Bildungsträgern. Der Abschluss als Bilanzbuchhalter ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung, die mehrjährige Berufspraxis voraussetzt und meist ein bis zwei Jahre neben dem Beruf dauert. Alternativ führen ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder ein dualer Studiengang in den Beruf. Quereinsteiger aus anderen kaufmännischen Bereichen finden über Lehrgänge und praktische Erfahrung in der Kreditorenbuchhaltung Zugang, für Abschlussarbeiten wird jedoch fast immer eine formale Qualifikation erwartet.
Die Arbeit verlangt Genauigkeit über lange Strecken und die Bereitschaft, Differenzen von wenigen Cent nachzugehen. Sie ist an feste Fristen gebunden: Monatsabschluss, Umsatzsteuertermine und vor allem der Jahresabschluss bringen regelmäßig Spitzenzeiten mit Überstunden, in vielen Betrieben im ersten Quartal. Urlaub ist in diesen Phasen oft nicht möglich. Steuer- und Handelsrecht ändern sich laufend, wer den Anschluss behalten will, muss sich fortbilden. Die Tätigkeit findet überwiegend sitzend am Bildschirm statt und ist inhaltlich in Teilen wiederkehrend, was nicht allen liegt. Verschwiegenheit gegenüber Gehalts-, Kunden- und Unternehmensdaten ist selbstverständlich.
Die Nachfrage nach qualifizierten Buchhaltern ist seit Jahren hoch, besonders nach Bilanzbuchhaltern mit Abschlusserfahrung. Viele Betriebe finden schwer Personal, auch weil zahlreiche Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung den Beruf: Belegerfassung und einfache Buchungen werden zunehmend automatisiert, während Prüfung, Auswertung und Abschlussarbeit an Gewicht gewinnen. Reine Erfassungstätigkeiten dürften seltener werden. Entwicklungswege führen in die Leitung der Buchhaltung, ins Controlling, zum geprüften Controller oder Steuerfachwirt, mit weiterer Qualifikation auch in Richtung Steuerberatung oder kaufmännische Leitung.
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender Praxis in der Buchhaltung, oft ergänzt durch einen Lehrgang zum Finanzbuchhalter. Für den Bilanzbuchhalter folgt nach mehreren Jahren Berufserfahrung eine meist ein- bis zweijährige berufsbegleitende IHK-Fortbildung, alternativ führt ein Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen in den Beruf.
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Lohn- und Gehaltsbuchhalter erstellen die monatlichen Entgeltabrechnungen für Beschäftigte, melden Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer und halten die Personalstammdaten aktuell. Sie arbeiten in Unternehmen, Steuerberatungskanzleien und bei Abrechnungsdienstleistern.
Steuerfachangestellte erledigen in Steuerberatungskanzleien die laufende Buchhaltung, Lohnabrechnungen, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für Mandanten und bereiten Unterlagen für die Steuerberaterin oder den Steuerberater vor.
Steuerfachwirte sind fortgebildete Fachkräfte in Steuerkanzleien und Steuerabteilungen, die Jahresabschlüsse und Steuererklärungen weitgehend eigenständig erstellen, Mandate betreuen und den Steuerberater fachlich entlasten.
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