Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Analysen, Konzeptarbeit, das Erstellen von Präsentationen sowie viele Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich gut von zu Hause erledigen, und seit einigen Jahren laufen in vielen Projekten auch Workshops teilweise digital. Anwesenheit beim Kunden wird trotzdem häufig erwartet, vor allem beim Projektstart, bei Workshops mit Fachabteilungen, bei Präsentationen vor der Geschäftsführung und in kritischen Projektphasen. In vielen Beratungen ist ein hybrides Modell üblich, bei dem an einzelnen oder mehreren Tagen pro Woche von zu Hause gearbeitet wird; wie viel genau, hängt weniger vom Arbeitgeber als vom jeweiligen Kunden und Projekt ab. Stellen, die ganz oder überwiegend von zu Hause ausgeübt werden, gibt es vor allem in IT- und Systemberatung, sie sind aber nicht die Regel und können sich mit dem nächsten Projekt ändern. Im Alltag bedeutet das Arbeit mit Kundenlaptops und Zugängen, die strengen Vorgaben zu Datenschutz und Vertraulichkeit unterliegen, sowie hohe Erreichbarkeit während der Kernzeiten des Kunden.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Consultant/ Senior Consultant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.200 € 10.500 € 98.400 €

Einen Tarifvertrag gibt es in der Beratung in der Regel nicht, die Gehälter werden frei verhandelt und hängen stark von Größe und Renommee der Beratung, vom Fachgebiet (Strategie- und IT-Beratung zahlen oft mehr als kleine Prozessberatungen) und von der Region ab. Hinzu kommt bei vielen Arbeitgebern ein variabler Bonus, der an Auslastung und Firmenergebnis gekoppelt ist und in den Werten nicht enthalten ist.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant / Senior Consultant?

Consultants arbeiten in Projekten bei Kunden, die ein bestimmtes Problem gelöst haben wollen: Ein Mittelständler führt ein neues ERP-System ein, eine Bank muss neue Meldepflichten umsetzen, ein Konzern will seinen Einkauf neu organisieren. Der Arbeitsalltag besteht aus Interviews mit Fachabteilungen, der Aufnahme von Ist-Prozessen, Datenanalysen in Excel oder BI-Werkzeugen, dem Erstellen von Präsentationen und Konzeptpapieren sowie Workshops, in denen Lösungen mit dem Kunden abgestimmt werden. Je nach Ausrichtung kommen Systemkonfiguration, Testmanagement, Anforderungsmanagement oder Schulungen hinzu. Senior Consultants verantworten Arbeitspakete, planen Aufwände, präsentieren Ergebnisse vor der Führungsebene des Kunden und arbeiten an Angeboten für Folgeprojekte mit. Ein Teil der Zeit fließt in interne Aufgaben wie Wissensaufbau, Methodenentwicklung und Akquise.

Wie wird man Consultant / Senior Consultant?

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein abgeschlossenes Studium, häufig in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Informatik, Ingenieurwesen oder Wirtschaftsrecht. Große Beratungen stellen Absolventen als Junior Consultant oder Consultant ein; nach etwa zwei bis vier Jahren folgt in der Regel die Beförderung zum Senior Consultant. Quereinstieg ist verbreitet und oft gewünscht: Wer mehrere Jahre in einer Fachabteilung gearbeitet hat, etwa im Controlling, in der Logistik, im Personalwesen oder in der IT, bringt Branchen- und Prozesswissen mit, das Beratungen gezielt suchen. Zertifikate zu Projektmanagement, agilen Methoden oder bestimmten Softwaresystemen wie SAP verbessern die Chancen.

Was der Beruf verlangt

Beratung ist Projektarbeit unter Termin- und Budgetdruck. Kunden bezahlen nach Tagessätzen und erwarten sichtbare Ergebnisse, Abgabetermine und Lenkungskreissitzungen erzeugen regelmäßig Spitzen mit langen Arbeitstagen. In vielen Häusern wird die Auslastung, also der Anteil abrechenbarer Stunden, genau gemessen und fließt in Beurteilungen ein. Reisen zum Kunden gehören in vielen Stellen dazu, teils mit Übernachtungen unter der Woche, auch wenn das seit einigen Jahren weniger geworden ist. Gefordert sind schnelle Einarbeitung in fremde Organisationen, sichere Kommunikation mit Fachleuten und Vorständen, ein strukturierter Umgang mit Widerständen und die Bereitschaft, sich alle paar Monate auf ein neues Projekt und neue Ansprechpartner einzustellen. Die Fluktuation ist branchentypisch hoch, viele wechseln nach einigen Jahren in Unternehmen. Für Teilzeit ist der Beruf schwieriger als viele andere, weil Kundentermine und Projektphasen wenig Rücksicht auf feste Arbeitszeiten nehmen, wenngleich einige Beratungen inzwischen Teilzeitmodelle anbieten.

Aussichten

Der Bedarf an Beratung ist stabil, schwankt aber mit der Konjunktur: In Krisen werden Projekte gestoppt, in Umbruchphasen steigt die Nachfrage. Gefragt sind derzeit vor allem Themen rund um Digitalisierung, Cloud-Umstellungen, Datenanalyse, IT-Sicherheit, Nachhaltigkeitsberichterstattung und regulatorische Anforderungen in Banken und Versicherungen. Der klassische Karrierepfad führt über Manager und Senior Manager bis zur Partnerschaft, wobei mit jeder Stufe Vertrieb und Personalverantwortung wichtiger werden. Viele wechseln nach einigen Jahren in Inhouse-Beratung, Projektleitung oder Führungspositionen bei früheren Kunden. Mit Erfahrung und Netzwerk ist auch die Selbstständigkeit als freiberuflicher Berater ein gangbarer Weg.

Aufgaben

  • Interviews mit Fachabteilungen führen und Ist-Prozesse dokumentieren
  • Daten auswerten und Schwachstellen herausarbeiten
  • Konzepte, Soll-Prozesse und Entscheidungsvorlagen ausarbeiten
  • Workshops vorbereiten und moderieren
  • Ergebnisse in Präsentationen aufbereiten und vor dem Kunden vorstellen
  • Umsetzung begleiten, Tests koordinieren und Anwender schulen
  • Arbeitspakete planen und Projektfortschritt berichten
  • an Angeboten und Kundenakquise mitarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium, etwa in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Ingenieurwesen, alternativ mehrjährige einschlägige Berufserfahrung
  • für Senior Consultants mehrere Jahre Projekt- oder Fachpraxis
  • analytisches Denken und sicherer Umgang mit Excel, PowerPoint und fachspezifischer Software
  • sichere Kommunikation und Präsentation, auch vor Führungskräften
  • sehr gute Deutsch- und gute Englischkenntnisse
  • Reisebereitschaft und Belastbarkeit in Projektspitzen

Wo man arbeitet

  • Unternehmensberatungen
  • IT-Beratungen und Systemhäuser
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit Beratungssparte
  • Inhouse-Beratungen großer Konzerne
  • Softwarehersteller mit Implementierungsberatung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren mit anschließendem Einstieg als Junior Consultant oder Consultant. Nach etwa zwei bis vier Jahren Berufserfahrung folgt meist die Stufe Senior Consultant. Quereinsteiger mit mehrjähriger Fachpraxis steigen oft direkt auf Consultant- oder Senior-Ebene ein.

Homeoffice-Stellen als Consultant/ Senior Consultant

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