Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Konzepte schreiben, Customizing im System, Tests, Ticketbearbeitung und viele Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich von zu Hause erledigen, sofern der Kunde einen VPN-Zugang auf seine Systeme gewährt. Anwesenheit verlangen dagegen oft Kick-off-Termine, Prozessworkshops, Key-User-Schulungen und die Wochen rund um den Produktivstart, in denen viele Kunden die Beraterinnen und Berater vor Ort sehen wollen. Seit 2020 ist Homeoffice in der SAP-Beratung weit verbreitet, in vielen Stellen wird überwiegend von zu Hause gearbeitet, mit Einsätzen beim Kunden je nach Projektphase; ganz ohne Reisen kommen dagegen nur wenige Stellen aus, am ehesten im Support und bei Nearshore-Modellen. In Inhouse-Positionen sind Regelungen mit zwei bis drei Bürotagen pro Woche häufig, wobei Unternehmen das sehr unterschiedlich handhaben. Im Alltag bedeutet das Arbeiten mit Laptop und gesicherten Zugängen des Arbeitgebers oder Kunden, vertraulichen Umgang mit Preis- und Kundendaten sowie feste Erreichbarkeit zu Projektzeiten und kurzfristige Reisebereitschaft.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Consultant SAP SD verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.200 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 9.500 € 93.600 €

Das Gehalt hängt vor allem von Berufserfahrung mit S/4HANA, Projektverantwortung und Arbeitgeber ab: große Beratungen zahlen oft mehr, teils mit variablem Bonus, verlangen aber mehr Reisen. Einen Branchentarif gibt es nicht; Inhouse-Stellen in der Industrie sind teils an den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA) oder der Chemie gebunden, Freiberufler rechnen über Tagessätze ab, die nicht mit diesen Werten vergleichbar sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant SAP SD?

SAP SD (Sales and Distribution) ist der Teil von SAP ERP beziehungsweise SAP S/4HANA, in dem Unternehmen ihren Vertrieb abbilden: Angebote, Kundenaufträge, Preisfindung, Lieferungen, Fakturen und Gutschriften. Consultants für dieses Modul nehmen in Workshops die Vertriebsprozesse eines Unternehmens auf, übersetzen sie in Anforderungen und richten das System im Customizing ein, etwa Auftragsarten, Konditionstechnik, Kopiersteuerung oder Nachrichtenfindung. Sie schreiben Fachkonzepte für Erweiterungen, die Entwickler anschließend programmieren, testen Abläufe, schulen Key-User und begleiten den Produktivstart. Ein großer Teil der Arbeit liegt an den Schnittstellen zu anderen Modulen, vor allem zur Materialwirtschaft (MM), zur Finanzbuchhaltung (FI) und zu Lager und Logistik. Derzeit prägen Umstellungen von SAP ECC auf S/4HANA viele Projekte. Neben Projekten gibt es den Support: Fehlermeldungen aus dem Fachbereich analysieren, Tickets bearbeiten, kleinere Änderungen umsetzen.

Wie wird man Consultant SAP SD?

Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft oder Informatik, oft mit anschließendem Traineeprogramm in einem SAP-Beratungshaus. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus dem Fachbereich: Wer jahrelang im Vertriebsinnendienst, in der Auftragsabwicklung oder als Key-User mit SAP SD gearbeitet hat, bringt Prozesswissen mit, das in der Beratung gefragt ist. Auch Fachinformatiker und kaufmännisch Ausgebildete mit SAP-Erfahrung wechseln in die Beratung. Die Zertifizierung von SAP für das Modul ist kein Muss, wird aber in Ausschreibungen oft gern gesehen. Gute Englischkenntnisse gehören in internationalen Projekten dazu.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert analytisches Denken und Geduld mit komplexen Systemen, in denen eine Einstellung an anderer Stelle unerwartete Folgen haben kann. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Fachabteilungen zuzuhören und ihnen technische Grenzen verständlich zu erklären. Projekte laufen unter Termin- und Budgetdruck, vor Go-Live-Terminen und Monatsabschlüssen sind Überstunden und Wochenendeinsätze nicht selten. Bei Beratungshäusern ist Reisetätigkeit zum Kunden weiterhin Teil des Berufs, wenn auch seltener als früher. Wechselnde Kunden, Projektphasen und Ansprechpartner verlangen Anpassungsfähigkeit. Wissen veraltet schnell, weil SAP das System laufend weiterentwickelt, sodass regelmäßige Fortbildung erwartet wird.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Das Ende der Standardwartung für ältere SAP-Versionen zwingt viele Unternehmen zur Migration auf S/4HANA, und erfahrene SD-Beraterinnen und -Berater sind knapp. Entwicklungswege führen zum Senior oder Lead Consultant, in die Projektleitung, zur Solution-Architektur oder in angrenzende Bereiche wie SAP Customer Experience, Logistik-Module oder Integration. Viele Erfahrene machen sich als Freiberufler selbstständig. Andere wechseln in die Inhouse-IT eines Industrie- oder Handelsunternehmens, wo die Projekte ruhiger und die Reisen weniger sind.

Aufgaben

  • Vertriebsprozesse in Workshops mit Fachabteilungen aufnehmen
  • Preisfindung, Auftragsarten und Fakturierung im SAP-Customizing einrichten
  • Fachkonzepte für Erweiterungen und Schnittstellen schreiben
  • Integrationstests mit MM, FI und Logistik durchführen
  • Key-User schulen und Dokumentationen erstellen
  • Altsysteme auf SAP S/4HANA migrieren und Daten übernehmen
  • Fehlermeldungen im Support analysieren und beheben

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftsinformatik, BWL oder Informatik oder mehrjährige SAP-SD-Praxis im Fachbereich
  • Fundiertes Verständnis von Vertriebs- und Auftragsabwicklungsprozessen
  • Kenntnisse im SAP-Customizing, idealerweise mit S/4HANA
  • Gutes Englisch für internationale Projekte
  • Kommunikationsstärke im Umgang mit Fachabteilungen
  • Reisebereitschaft je nach Arbeitgeber und Projekt

Wo man arbeitet

  • SAP-Beratungshäuser und IT-Dienstleister
  • Große Unternehmensberatungen
  • Inhouse-IT von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Selbstständig als freiberuflicher Berater

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik oder BWL (drei bis fünf Jahre) und ein Traineeprogramm von etwa sechs bis zwölf Monaten in einem Beratungshaus. Alternativ wechseln Fachkräfte aus Vertrieb oder Auftragsabwicklung nach mehreren Jahren SAP-Praxis in die Beratung, oft ergänzt durch eine SAP-Zertifizierung.

Homeoffice-Stellen als Consultant SAP SD

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