Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Die Assistenz am Stuhl, Röntgen, Prophylaxe, Hygiene und der Empfang verlangen Anwesenheit in der Praxis, und damit der größte Teil des Berufs. Homeoffice ist deshalb die Ausnahme. Von zu Hause lassen sich vor allem die Abrechnung, die Prüfung von Heil- und Kostenplänen, Schriftverkehr mit Kostenträgern und in manchen Praxen die telefonische Terminvergabe erledigen. Solche Stellen gibt es meist für Fachkräfte mit Abrechnungserfahrung oder einer Fortbildung zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin, oft bei externen Abrechnungsdienstleistern oder in größeren Praxen und Praxisketten, dort teils überwiegend von zu Hause, häufiger aber nur an einzelnen Tagen oder als Teilzeit- und Nebentätigkeit. Wer von zu Hause abrechnet, arbeitet mit sensiblen Gesundheitsdaten, braucht einen gesicherten Zugang zur Praxissoftware und einen abschließbaren Arbeitsplatz und muss für Rückfragen aus der Praxis zu festen Zeiten erreichbar sein.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Zahnmedizinische Fachangestellte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.250 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.850 € 3.300 € 34.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.500 € 4.300 € 42.000 €

Der Gehaltstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe und der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der ZFA gilt nur in wenigen Kammerbereichen und wird von vielen Praxen lediglich als Orientierung genutzt, sodass die Gehälter überwiegend frei verhandelt werden. Am stärksten steigern Aufstiegsfortbildungen wie Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin oder Verwaltungsassistentin das Gehalt; Stellen mit Homeoffice-Anteil finden sich vor allem in der Abrechnung und setzen meist eine solche Qualifikation voraus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Zahnmedizinische Fachangestellte?

Im Mittelpunkt steht die Assistenz am Behandlungsstuhl. Zahnmedizinische Fachangestellte bereiten das Behandlungszimmer vor, reichen Instrumente an, saugen ab, mischen Füllungs- und Abformmaterialien an und behalten den Patienten im Blick. Sie fertigen Röntgenaufnahmen an, wenn sie die nötigen Kenntnisse im Strahlenschutz nachweisen, und übernehmen je nach Praxis Prophylaxeaufgaben wie das Anfärben von Belägen oder die Anleitung zur Mundhygiene. Nach jeder Behandlung werden Instrumente gereinigt, desinfiziert, sterilisiert und dokumentiert, denn die Hygienevorschriften sind streng und werden überprüft.

Dazu kommt die Arbeit am Empfang: Termine vergeben, Patienten aufnehmen, Telefonate führen, Heil- und Kostenpläne erläutern, Material bestellen. Ein großer Teil betrifft die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen über die Kassenzahnärztliche Vereinigung und mit Privatpatienten nach der Gebührenordnung für Zahnärzte. In größeren Praxen teilen sich die Mitarbeiterinnen in Assistenz, Prophylaxe und Verwaltung auf, in kleinen Praxen macht jede von allem etwas.

Wie wird man Zahnmedizinische Fachangestellte?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Zahnarztpraxis mit Berufsschulunterricht. Die Abschlussprüfung wird vor der Zahnärztekammer abgelegt. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Schulabschluss. Mit guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Quereinsteiger kommen meist über eine Umschulung, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden kann. Ohne Abschluss sind nur Hilfstätigkeiten möglich, etwa am Empfang oder in der Aufbereitung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd: langes Sitzen in verdrehter Haltung am Stuhl, viel Stehen und Laufen, Kontakt mit Desinfektionsmitteln, Handschuhen und Speichel. Wer zu Hautreizungen oder Allergien neigt, hat es schwer. Das Infektionsrisiko verlangt sorgfältiges Arbeiten und einen Impfschutz, insbesondere gegen Hepatitis B. Der Takt ist eng, Termine laufen über, Schmerzpatienten werden eingeschoben, ängstliche Patienten brauchen Geduld. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Sprechzeiten, oft mit Terminen am frühen Abend, in manchen Praxen auch am Samstag, und gelegentlich mit Notdiensten. Viele Fachkräfte kritisieren die Bezahlung im Verhältnis zur Verantwortung, und die Abwanderung aus dem Beruf ist hoch.

Aussichten

Die Nachfrage ist groß, viele Praxen suchen lange nach Personal, und ausgebildete Fachkräfte finden in der Regel schnell eine Stelle, auch in Teilzeit. Für die Weiterentwicklung gibt es ein geregeltes Fortbildungssystem der Zahnärztekammern: Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin, Zahnmedizinische Fachassistentin, Dentalhygienikerin für den klinischen Weg, Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin oder Praxismanagerin für Abrechnung und Organisation. Mit einer solchen Qualifikation steigen Verantwortung und Gehalt. Außerhalb der Praxis gibt es Stellen bei Abrechnungsdienstleistern, in Dentaldepots, bei Herstellern von Praxissoftware und bei Krankenkassen.

Aufgaben

  • Bei Füllungen, Wurzelbehandlungen und chirurgischen Eingriffen assistieren
  • Instrumente reinigen, sterilisieren und die Aufbereitung dokumentieren
  • Röntgenaufnahmen anfertigen
  • Patienten empfangen, Termine vergeben und Telefonate annehmen
  • Leistungen mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und nach GOZ abrechnen
  • Heil- und Kostenpläne erstellen und Patienten erläutern
  • Patienten zur Mundhygiene anleiten und Prophylaxemaßnahmen durchführen
  • Material und Medikamente bestellen und den Bestand prüfen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte
  • Kenntnisse im Strahlenschutz, alle fünf Jahre zu aktualisieren
  • Impfschutz, insbesondere gegen Hepatitis B
  • Hautverträglichkeit gegenüber Desinfektionsmitteln und Handschuhen
  • Geschicklichkeit, Sorgfalt bei Hygiene und Dokumentation
  • Ruhiger Umgang mit ängstlichen oder schmerzgeplagten Patienten
  • Für Abrechnungsstellen sichere Kenntnisse von BEMA und GOZ

Wo man arbeitet

  • Zahnarztpraxen
  • Kieferorthopädische Praxen
  • Praxen für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Zahnmedizinische Versorgungszentren
  • Zahnkliniken an Universitäten
  • Abrechnungsdienstleister für Zahnarztpraxen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Zahnarztpraxis mit Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer; bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Quereinsteiger erreichen den Abschluss meist über eine geförderte Umschulung. Aufstiegsfortbildungen wie Prophylaxeassistentin, Verwaltungsassistentin oder Dentalhygienikerin dauern je nach Kammer einige Monate bis etwa zwei Jahre.

Homeoffice-Stellen als Zahnmedizinische Fachangestellte

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