Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Von zu Hause erledigen lassen sich Terminvereinbarung, Telefonakquise, Angebotsvergleiche, Dokumentation und Teile der Prüfungsvorbereitung. Auch Videoberatungen sind seit einigen Jahren verbreitet und lassen sich von zu Hause führen. Während des Trainee-Programms wird in den meisten Fällen dennoch Anwesenheit erwartet: bei Schulungen, in der Geschäftsstelle, bei begleiteten Kundenterminen und Teambesprechungen. Viele Kunden wünschen zudem das persönliche Gespräch bei sich zu Hause oder im Büro. Ganz von zu Hause arbeiten in diesem Beruf nur wenige, etwa bei reinen Online-Beratungsfirmen. Üblich ist eine Mischung, in der die Büroarbeit an einzelnen Tagen oder Abenden daheim erledigt wird, nach der Einarbeitung oft mehr als zuvor. Wer von zu Hause berät, braucht einen ungestörten Raum mit stabiler Verbindung und muss Kundendaten und Unterlagen gemäß Datenschutz vor Mitbewohnern geschützt aufbewahren.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Trainee Finanzberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.000 € 2.800 € 3.800 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 4.000 € 6.500 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 5.500 € 10.000 € 66.000 €

Das Einkommen hängt vor allem vom Vergütungsmodell ab: festes Gehalt bei Banken und Versicherern, Fixum mit Provision oder reine Provision als selbstständiger Handelsvertreter, bei der Abschlüsse und Stornos über das Einkommen entscheiden. Bei Banken und Sparkassen gelten der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe bzw. der TVöD-Sparkassen, im Versicherungsinnendienst der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe. Im freien Finanzvertrieb gibt es keinen Tarif, und die Spanne ist entsprechend groß.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Trainee Finanzberater?

Trainees lernen das Handwerk der Finanzberatung im laufenden Betrieb. Zunächst begleiten sie erfahrene Berater zu Kundenterminen, später führen sie Gespräche selbst.

In diesen Gesprächen erfassen sie Einkommen, Verträge und Ziele der Kunden. Sie vergleichen Tarife für Berufsunfähigkeits-, Kranken- und Haftpflichtversicherungen, rechnen Vorsorgelücken durch und stellen Fondssparpläne oder Finanzierungen zusammen. Jede Beratung halten sie in einem gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsprotokoll fest.

Ein großer Teil der Arbeit ist Akquise. Dazu gehören Telefonate mit Interessenten, Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis, Veranstaltungen und Netzwerktermine. Hinzu kommen Schulungen, Produktseminare und die Vorbereitung auf die IHK-Prüfungen.

Die meisten Trainee-Programme gibt es bei Finanzvertrieben, Maklerhäusern und Versicherungsgesellschaften. Seltener bieten Banken und Sparkassen sie an. Die Programme unterscheiden sich erheblich: Manche sind feste Anstellungen mit Gehalt. Viele führen dagegen in eine selbstständige Tätigkeit als Handelsvertreter mit Provisionsvergütung.

Wie wird man Trainee Finanzberater?

Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Viele Programme nehmen Quereinsteiger mit Abitur, abgeschlossener Berufsausbildung oder Studium auf, häufig aus Vertrieb, Handel oder Gastronomie. Hochschulabsolventen der Wirtschaftswissenschaften werden gern genommen, sind aber keine Voraussetzung.

Während des Programms wird auf die Sachkundeprüfung vor der IHK vorbereitet. Für die Versicherungsvermittlung braucht es die Erlaubnis nach § 34d Gewerbeordnung, für Investmentfonds nach § 34f und für Immobilienkredite nach § 34i. Hinzu kommen eine Eintragung ins Vermittlerregister, eine Vermögensschadenhaftpflicht und ein einwandfreies Führungszeugnis. Schufa-Einträge oder Insolvenzen können eine Zulassung verhindern. Wer sich weiterqualifizieren will, kann den Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder den Certified Financial Planner anschließen.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist Vertrieb. Wer nicht gern auf fremde Menschen zugeht und keine Absagen verkraftet, hat es schwer.

Kundentermine liegen oft am Abend oder am Samstag, weil Kunden tagsüber arbeiten. In der Aufbauphase sind lange Wochen die Regel. In vielen Strukturvertrieben wird erwartet, zuerst Familie, Freunde und Bekannte als Kunden zu gewinnen. Das empfinden viele als Belastung.

Bei provisionsbasierten Modellen hängt das Einkommen von Abschlüssen ab. Hinzu kommt die Stornohaftung: Kündigt ein Kunde früh, müssen bereits erhaltene Provisionen zurückgezahlt werden. Manche Anbieter verlangen zudem Gebühren für Schulungen oder Software. Die Abbruchquote in den ersten zwei Jahren ist hoch.

Vor einer Zusage lohnt ein genauer Blick in den Vertrag: Handelt es sich um eine Festanstellung oder um eine Selbstständigkeit? Gibt es ein Fixum, und wie lange wird es gezahlt?

Aussichten

Der Bedarf an Beratung zu Altersvorsorge, Absicherung und Baufinanzierung bleibt hoch. Viele erfahrene Berater gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, und Bestände suchen Nachfolger.

Gleichzeitig wächst der Druck durch Vergleichsportale, Direktversicherer und strengere Regulierung. Diese Entwicklung begünstigt gut qualifizierte Berater gegenüber reinen Verkäufern.

Wer sich etabliert, kann eine eigene Geschäftsstelle aufbauen, ein Team führen, sich auf Baufinanzierung oder betriebliche Altersversorgung spezialisieren oder als unabhängiger Makler bzw. Honorarberater arbeiten. Ein Wechsel in die Kundenberatung von Banken oder in den Innendienst von Versicherern ist ebenfalls möglich.

Aufgaben

  • Kundengespräche zu Versicherungen, Vorsorge und Geldanlage vorbereiten und führen
  • Bedarf analysieren und Vorsorgelücken berechnen
  • Tarife und Produkte verschiedener Anbieter vergleichen
  • Beratungsprotokolle und Anträge vollständig dokumentieren
  • Neue Kunden über Telefon, Empfehlungen und Veranstaltungen gewinnen
  • Bestandskunden betreuen und Verträge regelmäßig überprüfen
  • Schulungen besuchen und auf die IHK-Sachkundeprüfung lernen

Voraussetzungen

  • Abitur, abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium, je nach Anbieter
  • Bereitschaft zur IHK-Sachkundeprüfung nach § 34d, § 34f oder § 34i GewO
  • Einwandfreies Führungszeugnis und geordnete finanzielle Verhältnisse
  • Kontaktfreude, Ausdauer und Umgang mit Absagen
  • Zahlenverständnis und Sorgfalt bei der Dokumentation
  • Bereitschaft zu Abend- und Wochenendterminen
  • Führerschein und häufig eigenes Auto für Kundenbesuche

Wo man arbeitet

  • Finanzvertriebe und Strukturvertriebe
  • Versicherungsmakler und Maklerpools
  • Versicherungsgesellschaften mit Außendienst
  • Banken und Sparkassen
  • Baufinanzierungsvermittler

Der Weg in den Beruf

Der übliche Einstieg ist ein Trainee-Programm von zwölf bis 24 Monaten bei einem Finanzdienstleister. Währenddessen wird die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann bzw. Geprüften Fachmann für Versicherungsvermittlung IHK abgelegt, oft ergänzt um die Prüfungen nach § 34f und § 34i GewO. Alternativ führt eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann in den Beruf.

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