Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Modellieren, Zeichnungen ableiten und Stücklisten pflegen lassen sich grundsätzlich von zu Hause erledigen, sofern der Arbeitgeber einen leistungsfähigen Rechner, CAD-Lizenzen und einen sicheren Zugang zum PDM-System stellt. Anwesenheit verlangen dagegen Abstimmungen mit Fertigung und Montage, das Begutachten von Prototypen und Musterteilen, Aufmaße vor Ort und in manchen Betrieben die Einarbeitung, die fast immer im Büro stattfindet. In größeren Unternehmen und bei Ingenieurdienstleistern ist Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche inzwischen in Teilen üblich, oft erst nach der Probezeit; überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten vor allem Freiberufler und ein kleiner Teil der Angestellten, in kleinen Fertigungsbetrieben ist Homeoffice eher die Ausnahme. Wer zu Hause konstruiert, arbeitet mit vertraulichen Konstruktionsdaten, für die strenge Vorgaben zu Datenschutz und Geheimhaltung gelten, und braucht eine stabile, schnelle Internetverbindung für große Datenmengen. Kurze Rückfragen mit Kollegen aus Entwicklung und Werkstatt dauern über Videocall oft länger als am Arbeitsplatz, deshalb legen viele Teams feste Präsenztage fest.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Technischer Produktdesigner / Technischer Zeichner verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Arbeitgeber nach Tarif zahlt: In der Metall- und Elektroindustrie gilt der Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) der IG Metall, der deutlich über den Werten kleiner, nicht tarifgebundener Betriebe und vieler Handelsunternehmen liegt. Zusätzlich zählen Branche, Betriebsgröße und Spezialisierung, etwa auf Simulation oder bestimmte CAD-Systeme, während Personaldienstleister in der Regel weniger zahlen als die Einsatzbetriebe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Technischer Produktdesigner?

Technische Produktdesigner arbeiten überwiegend an CAD-Systemen wie SolidWorks, Siemens NX, Creo, CATIA oder Inventor. Aus Skizzen, Lastenheften und Vorgaben aus der Entwicklung entstehen 3D-Modelle, Baugruppen und daraus abgeleitete Fertigungszeichnungen mit Maßen, Toleranzen, Passungen und Oberflächenangaben. Dazu gehören Stücklisten, Explosionszeichnungen für Montageanleitungen und die Pflege von Zeichnungsständen, wenn sich ein Bauteil ändert. Viele berechnen einfache Festigkeiten, wählen Normteile und Werkstoffe aus und stimmen mit Fertigung, Einkauf und Qualitätssicherung ab, ob sich ein Teil wirtschaftlich herstellen lässt. Im Handel, der in vielen Anzeigen auftaucht, geht es häufig um Eigenmarken, Ladenbau, Verpackungen, Ersatzteilkataloge oder technische Produktdaten für Lieferanten. Die frühere Berufsbezeichnung Technischer Zeichner ist noch verbreitet, beschreibt aber den Zeichenbrett-Beruf, der in der heutigen Ausbildung aufgegangen ist.

Wie wird man Technischer Produktdesigner?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Technischen Produktdesigner mit einer Dauer von dreieinhalb Jahren, wahlweise in der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion oder Maschinen- und Anlagenkonstruktion. Für Bau und Gebäudetechnik gibt es den verwandten Beruf Technischer Systemplaner. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss oder Abitur und solide Kenntnisse in Mathematik und Physik. Quereinsteiger kommen oft aus Metall- oder Mechatronikberufen und eignen sich CAD über Weiterbildungen an, etwa über Lehrgänge der Kammern oder geförderte Kurse. Ohne nachweisbare Praxis an einem gängigen CAD-System ist der Einstieg schwer.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist konzentrierte Bildschirmarbeit über viele Stunden, mit entsprechender Belastung für Augen, Nacken und Rücken. Fehler in einer Zeichnung fallen manchmal erst in der Fertigung auf und werden dann teuer, deshalb ist Genauigkeit wichtiger als Tempo. Gleichzeitig stehen Konstruktionsabteilungen oft unter Termindruck, wenn Produktanläufe, Messen oder Kundenaufträge feststehen. Änderungswünsche kommen häufig spät, und dieselbe Baugruppe wird mehrfach überarbeitet. Räumliches Vorstellungsvermögen und Normenwissen, etwa zu ISO-Toleranzen und technischen Zeichnungsregeln, werden vorausgesetzt. Die Arbeitszeiten sind meist regulär im Gleitzeitrahmen, Schichtarbeit ist selten.

Aussichten

Konstruktionspersonal wird in Maschinenbau, Automobilzulieferung, Elektrotechnik und Medizintechnik regelmäßig gesucht, die Nachfrage schwankt aber mit der Industriekonjunktur. Ingenieurdienstleister stellen viele Fachkräfte ein und verleihen sie an Kunden, was Abwechslung, aber auch wechselnde Einsatzorte bedeuten kann. Routineaufgaben wie das Ableiten von Zeichnungen werden zunehmend automatisiert, gefragt bleiben Fachkräfte, die konstruieren und mitdenken. Aufstiegswege führen über den Techniker in Maschinenbautechnik, eine Weiterbildung zum Konstrukteur, Spezialisierungen in Simulation, PDM-Systemen oder Blechkonstruktion oder über ein Studium des Maschinenbaus oder Produktdesigns.

Aufgaben

  • 3D-Modelle von Bauteilen und Baugruppen im CAD-System erstellen
  • Fertigungszeichnungen mit Maßen, Toleranzen und Oberflächenangaben ableiten
  • Stücklisten anlegen und im PDM- oder ERP-System pflegen
  • Normteile, Werkstoffe und Kaufteile auswählen
  • Konstruktionsänderungen einarbeiten und Zeichnungsstände dokumentieren
  • Einfache Festigkeits- und Toleranzberechnungen durchführen
  • Herstellbarkeit mit Fertigung, Einkauf und Lieferanten abstimmen
  • Explosionszeichnungen für Montageanleitungen und Ersatzteilkataloge erstellen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Technischer Produktdesigner oder Technischer Zeichner, alternativ vergleichbare technische Ausbildung mit CAD-Weiterbildung
  • Sichere Kenntnisse in mindestens einem gängigen CAD-System
  • Wissen über Normen, Toleranzen und Fertigungsverfahren
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt
  • Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
  • Belastbarkeit bei langer Bildschirmarbeit und Termindruck

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Automobil- und Zulieferindustrie
  • Ingenieur- und Konstruktionsbüros
  • Elektro- und Medizintechnikhersteller
  • Handelsunternehmen mit Eigenmarken oder Ladenbau
  • Möbel- und Konsumgüterhersteller

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die duale Ausbildung zum Technischen Produktdesigner, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Quereinsteiger aus Metall- oder Mechatronikberufen kommen über mehrmonatige CAD-Weiterbildungen in den Beruf, eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker dauert in Vollzeit zwei Jahre.

Homeoffice-Stellen als Technischer Produktdesigner / Technischer Zeichner

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