Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Die eigentlichen Einsätze – Übernahme im Krankenhaus, Transfer und Flug – verlangen ausnahmslos Anwesenheit, und sie machen bei den meisten Flying Doctors den Kern der Arbeit aus. Von zu Hause erledigen lassen sich Rufbereitschaft, Fallprüfung, Telefonate mit behandelnden Ärzten im Ausland, Einsatzplanung sowie Berichte und Abrechnungen; wer dafür eingesetzt wird, muss in der Bereitschaft telefonisch und per Mail sofort erreichbar sein und kurzfristig zum Flughafen aufbrechen können. Ganz von zu Hause arbeiten in der Regel nur Ärztinnen und Ärzte, die bei manchen Assistance-Gesellschaften ausschließlich telefonisch beraten und keine Flüge übernehmen – das ist ein eigener Tätigkeitszuschnitt und nicht der übliche Beruf. Wie verbreitet solche reinen Beratungsstellen sind, lässt sich nicht verlässlich beziffern; sie sind aber deutlich seltener als Einsatzstellen. Für die Arbeit von zu Hause sind ein ruhiger Raum, verschlüsselte Kommunikation und ein sorgfältiger Umgang mit Gesundheitsdaten nach ärztlicher Schweigepflicht und DSGVO nötig.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Technical Delegate / Flying Doctor verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 5.500 € 6.500 € 7.500 € 78.000 €
Mit Berufserfahrung 6.500 € 7.800 € 9.500 € 93.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.000 € 9.500 € 12.000 € 114.000 €

Es gibt keinen eigenen Tarifvertrag; die Werte orientieren sich an Klinikgehältern nach dem TV-Ärzte/VKA und an festen Stellen bei Assistance-Gesellschaften, während die Mehrheit auf Honorarbasis mit Tagessätzen pro Einsatz arbeitet und das Einkommen dann vor allem von der Zahl der Einsätze abhängt. Reine Beratungsstellen von zu Hause sind in der Regel niedriger vergütet als Einsatzstellen mit Flug und Bereitschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Technical Delegate / Flying Doctor?

Flying Doctors begleiten Patientinnen und Patienten, die im Ausland erkrankt oder verunglückt sind, zurück in ihr Heimatland. Auftraggeber sind meist Assistance-Gesellschaften, Reiseversicherer, Automobilclubs oder Betreiber von Ambulanzflugzeugen. Ein Einsatz beginnt mit der Durchsicht der Unterlagen und einem Arzt-zu-Arzt-Gespräch mit der behandelnden Klinik im Ausland. Danach wird geprüft, ob jemand flugtauglich ist, ob ein Linienflug mit Begleitung genügt oder ein Ambulanzjet nötig ist, welche Medikamente, Sauerstoffmengen und Geräte mitgeführt werden müssen. Vor Ort übernimmt die Ärztin oder der Arzt den Patienten im Krankenhaus, überwacht ihn während Transfer und Flug, behandelt Komplikationen an Bord und übergibt ihn mit Bericht an die aufnehmende Klinik. Die Bezeichnung Technical Delegate wird nicht einheitlich verwendet; bei manchen Anbietern steht sie für Delegierte, die vor Ort die Transportfähigkeit einschätzen, Abläufe mit Kliniken und Behörden klären und den Einsatz für die Einsatzzentrale koordinieren. Zur Tätigkeit gehört außerdem Schreibarbeit: Einsatzprotokolle, medizinische Berichte, Abrechnungen.

Wie wird man Technical Delegate / Flying Doctor?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation. Die meisten Auftraggeber verlangen eine Facharztweiterbildung oder fortgeschrittene Weiterbildung in Anästhesiologie, Innerer Medizin, Allgemeinmedizin oder Notfallmedizin sowie die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und Erfahrung auf Intensivstation oder im Notarztdienst. Kurse in Flugmedizin, etwa die Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin oder spezielle Repatriierungskurse, werden häufig erwartet oder zu Beginn nachgeholt. Zertifikate wie ACLS oder ATLS sind verbreitet. Viele steigen nebenberuflich ein, während sie weiter in einer Klinik arbeiten, und übernehmen zunächst einfache Begleitungen auf Linienflügen.

Was der Beruf verlangt

Einsätze kommen kurzfristig, oft mit wenigen Stunden Vorlauf, und dauern ein bis mehrere Tage. Nachtflüge, Zeitzonenwechsel, Wartezeiten an Flughäfen und lange Arbeitstage ohne festen Rhythmus gehören dazu. An Bord arbeitet man meist allein oder mit einer Pflegekraft, ohne Rückgriff auf Kolleginnen und Labor, auf engem Raum und mit begrenzter Ausrüstung. Englisch auf sicherem Niveau ist Pflicht, weitere Sprachen helfen beim Gespräch mit ausländischen Kliniken. Belastend sind die Unplanbarkeit, die Verantwortung bei instabilen Patienten und bei freiberuflicher Tätigkeit ein schwankendes Einkommen ohne Garantie auf regelmäßige Aufträge. Mit Familie oder Pflegeverpflichtungen ist die Reisetätigkeit schwer vereinbar, sofern kein Netz für kurzfristige Abwesenheiten besteht.

Aussichten

Der Bedarf an medizinischen Rückholungen hängt eng am Reiseaufkommen und ist seit einigen Jahren wieder stabil. Erfahrene Anästhesisten und Intensivmediziner mit Flugmedizin-Qualifikation werden gesucht, fest angestellte Stellen sind allerdings selten; der Großteil arbeitet auf Honorarbasis neben einer Klinik- oder Praxistätigkeit. Entwicklungswege führen in die Einsatzzentrale eines Assistance-Unternehmens als beratende Ärztin oder Arzt, in die medizinische Leitung eines Ambulanzflugbetreibers oder in die Ausbildung von Begleitpersonal.

Aufgaben

  • Arztberichte aus ausländischen Kliniken prüfen und Flugtauglichkeit einschätzen
  • Arzt-zu-Arzt-Gespräche mit behandelnden Kliniken führen
  • Transportart, Medikamente, Sauerstoff und Geräte für den Einsatz festlegen
  • Patienten im Krankenhaus übernehmen und während Transfer und Flug überwachen
  • Komplikationen an Bord erkennen und notfallmedizinisch behandeln
  • Patienten mit Übergabebericht an die aufnehmende Klinik übergeben
  • Einsatzprotokolle, medizinische Berichte und Abrechnungen erstellen

Voraussetzungen

  • Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharzt oder fortgeschrittene Weiterbildung, meist in Anästhesiologie, Innerer Medizin oder Allgemeinmedizin
  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und Erfahrung in Intensiv- oder Notarztmedizin
  • Kenntnisse in Flugmedizin, oft durch Zusatz-Weiterbildung oder Repatriierungskurs
  • Sicheres Englisch, weitere Fremdsprachen von Vorteil
  • Reisebereitschaft, kurzfristige Verfügbarkeit und gültige Reisedokumente
  • Körperliche Belastbarkeit bei Nachtflügen und Zeitzonenwechseln

Wo man arbeitet

  • Assistance-Gesellschaften und Reiseversicherer
  • Ambulanzflugbetreiber
  • Rückholdienste von Automobilclubs
  • Luftrettungs- und Krankentransportorganisationen
  • Kliniken und Praxen als Hauptarbeitgeber bei nebenberuflicher Tätigkeit

Der Weg in den Beruf

Nach einem sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine Facharztweiterbildung von in der Regel fünf bis sechs Jahren, meist in Anästhesiologie oder Innerer Medizin, ergänzt um die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Flugmedizinische Kenntnisse werden über Kurse oder die Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin erworben, häufig berufsbegleitend. Der Einstieg erfolgt meist nebenberuflich mit Begleitungen auf Linienflügen.

Homeoffice-Stellen als Technical Delegate / Flying Doctor

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