Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Angebote einholen, Verträge vorbereiten, Transporte disponieren, Nachweise im elektronischen Verfahren bearbeiten und Auswertungen erstellen lassen sich mit Zugang zur Branchensoftware und zum Abfallnachweissystem von zu Hause erledigen. Anwesenheit verlangen dagegen Besichtigungen von Anlagen und Anfallstellen, Kundentermine, Probenahmen, Abstimmungen mit Waage, Annahme und Fuhrpark sowie die Einarbeitung, die meist vor Ort stattfindet. In größeren Entsorgungsunternehmen und Konzernen ist Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche in Teilen üblich, in kleineren Betrieben mit eigenem Hof und eigener Anlage eher die Ausnahme; eine Stelle ganz von zu Hause ist selten und kommt am ehesten im reinen Handel mit Sekundärrohstoffen vor. Wer von zu Hause arbeitet, muss zu den Dispositionszeiten telefonisch erreichbar sein, oft schon am frühen Morgen, und braucht eine Signaturkarte oder einen gesicherten Zugang für das Nachweisverfahren. Kunden- und Preisdaten sind vertraulich, weshalb Arbeitgeber in der Regel einen gesicherten Firmenzugang und einen ungestörten Arbeitsplatz voraussetzen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Stoffstrommanager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.600 € 5.500 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 5.900 € 7.200 € 70.800 €

Das Gehalt hängt vor allem vom Arbeitgeber ab: Kommunale Entsorger zahlen nach TVöD oder TV-V, ein Teil der privaten Entsorger nach den Tarifverträgen des BDE mit ver.di, viele kleinere Betriebe ohne Tarif. Im Handel mit Sekundärrohstoffen kommen häufig erfolgsabhängige Anteile hinzu, und Stellen mit Hochschulabschluss in großen Konzernen liegen eher am oberen Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Stoffstrommanager?

Stoffstrommanager arbeiten meist in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft, seltener in Industriebetrieben mit großen Reststoffmengen. Sie entscheiden, welche Anlage welches Material aufnimmt: Altholz, Gewerbeabfälle, Kunststoffe, Schrott, Bauschutt oder gefährliche Abfälle. Dazu holen sie Angebote von Verbrennungs-, Sortier- und Recyclinganlagen ein, verhandeln Preise und Mengen und schließen Abnahmeverträge. Sie disponieren Transporte, stimmen sich mit Speditionen und dem eigenen Fuhrpark ab und behalten Lagerbestände und Anlagenkapazitäten im Blick. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation: Abfälle nach Abfallschlüssel einstufen, Entsorgungsnachweise und Begleitscheine im elektronischen Abfallnachweisverfahren bearbeiten, Analysen anfordern und prüfen, ob ein Material für einen Verwertungsweg zugelassen ist. Hinzu kommen Auswertungen zu Mengen, Erlösen und Recyclingquoten, etwa für Kunden, Behörden oder die eigene Geschäftsführung. In Industrieunternehmen verschiebt sich der Schwerpunkt auf Ressourceneffizienz, Materialbilanzen und die Frage, wie sich Reststoffe vermeiden oder als Rohstoff weiterverkaufen lassen.

Wie wird man Stoffstrommanager?

Eine geschützte Berufsbezeichnung oder eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium in Umweltwissenschaften, Umwelt- oder Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem spezialisierten Studiengang wie angewandtem Stoffstrommanagement. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, mit anschließender Berufserfahrung in einem Entsorgungsbetrieb. Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft können mit Weiterbildung zum Techniker oder Meister in den Beruf wechseln. Für bestimmte Aufgaben werden Sachkundelehrgänge verlangt, etwa zum Abfallbeauftragten oder für die Leitung eines Entsorgungsfachbetriebs.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verbindet Handel, Logistik und Recht. Wer ihn ausübt, muss Preise verhandeln können und zugleich die Vorgaben aus Kreislaufwirtschaftsgesetz, Nachweisverordnung und Gefahrgutrecht sicher anwenden; Fehler bei der Einstufung oder Dokumentation können zu Bußgeldern führen. Der Alltag ist kleinteilig und von Störungen geprägt: Eine Anlage fällt aus, ein Lkw kommt nicht, eine Analyse überschreitet Grenzwerte, und dann muss kurzfristig ein anderer Weg gefunden werden. Das bedeutet häufige Telefonate, Druck am Monats- oder Quartalsende und gelegentlich Arbeit über die übliche Bürozeit hinaus. Märkte für Sekundärrohstoffe schwanken stark, sodass Erlöse und Kosten sich innerhalb weniger Wochen verschieben können. Besuche bei Kunden und Anlagen gehören dazu, teils mit Fahrten im Außendienst.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Höhere Recyclingquoten, Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft und steigende Rohstoffpreise machen den gezielten Umgang mit Stoffströmen für Entsorger und Industrie wichtiger. Gesucht sind vor allem Fachkräfte, die kaufmännisches Geschick mit abfallrechtlichem Wissen verbinden. Mit Erfahrung führt der Weg zur Leitung einer Disposition oder eines Stoffstrombereichs, in den Handel mit Sekundärrohstoffen, in die Nachhaltigkeitsabteilung eines Industrieunternehmens oder in die Beratung.

Aufgaben

  • Entsorgungs- und Verwertungswege für Abfälle und Reststoffe suchen und vergleichen
  • Preise und Abnahmemengen mit Anlagen, Händlern und Kunden verhandeln
  • Transporte disponieren und mit Speditionen und Fuhrpark abstimmen
  • Abfälle nach Abfallschlüssel einstufen und Analysen prüfen
  • Entsorgungsnachweise und Begleitscheine im elektronischen Nachweisverfahren bearbeiten
  • Mengen, Erlöse und Recyclingquoten auswerten und berichten
  • Anlagen und Anfallstellen beim Kunden besichtigen

Voraussetzungen

  • Studium in Umweltwissenschaften, Umwelttechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen oder kaufmännische Ausbildung mit Erfahrung in der Entsorgungswirtschaft
  • Kenntnisse im Abfallrecht, besonders Kreislaufwirtschaftsgesetz und Nachweisverordnung
  • Verhandlungsgeschick und Sicherheit am Telefon
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Einstufung
  • Belastbarkeit bei kurzfristigen Änderungen in der Disposition
  • Führerschein der Klasse B für Termine bei Kunden und Anlagen

Wo man arbeitet

  • Private Entsorgungs- und Recyclingunternehmen
  • Kommunale Entsorgungsbetriebe
  • Händler für Sekundärrohstoffe und Schrott
  • Industriebetriebe mit großen Reststoffmengen
  • Umwelt- und Ingenieurberatungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium von sechs bis sieben Semestern in Umweltwissenschaften, Umwelttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Stoffstrommanagement. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa im Groß- und Außenhandel oder in der Logistik, mit mehreren Jahren Erfahrung in der Entsorgungswirtschaft in den Beruf; Sachkundelehrgänge im Abfallrecht dauern wenige Tage.

Homeoffice-Stellen als Stoffstrommanager

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