Steuerfachangestellte / Steuerfachwirtin / Bilanzbuchhalter (m/w/d)
Wir sind eine expandierende Steuerberatungskanzlei und bieten mittelständischen Unternehmen aller Rechtsformen sowie Pri...
Steuerfachangestellte, Steuerfachwirtinnen und Bilanzbuchhalterinnen erledigen Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für Mandanten einer Kanzlei oder für das eigene Unternehmen. Die drei Bezeichnungen stehen für eine Ausbildung und zwei darauf aufbauende Fortbildungsstufen.
Ein großer Teil der Arbeit – Buchen, Lohnabrechnung, Steuererklärungen, Abschlussarbeiten – findet am Rechner statt und lässt sich von zu Hause erledigen, sofern die Kanzlei oder das Unternehmen mit digitalen Belegen und einem gesicherten Fernzugriff arbeitet. Anwesenheit verlangen Mandantengespräche, die Bearbeitung von Papierbelegen, die Einarbeitung und die Ausbildung; Auszubildende arbeiten in der Regel vor Ort. In vielen Kanzleien und Buchhaltungsabteilungen ist Homeoffice heute an einzelnen Tagen üblich, häufig an ein bis drei Tagen pro Woche und oft erst nach der Probezeit. Stellen, die ganz oder überwiegend von zu Hause ausgeübt werden, gibt es vor allem bei stark digitalisierten Kanzleien und in der Lohnbuchhaltung, sie sind aber eher die Ausnahme als die Regel. Wegen der Verschwiegenheitspflicht und des Datenschutzes gelten zu Hause strenge Vorgaben: ein abschließbarer oder zumindest nicht einsehbarer Arbeitsplatz, Zugriff nur über VPN und Kanzleihardware, kein Ausdrucken von Mandantenunterlagen. Erwartet wird meist Erreichbarkeit zu festen Kernzeiten, vor Fristen auch kurzfristige Abstimmung mit dem Team.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.800 € | 6.000 € | 57.600 € |
Einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht; die Gehälter werden meist frei verhandelt, die Steuerberaterkammern veröffentlichen nur Empfehlungen für die Ausbildungsvergütung. Am stärksten wirken die Fortbildungsstufe – Steuerfachwirtin und Bilanzbuchhalterin liegen deutlich über der Steuerfachangestellten –, die Größe des Arbeitgebers und die Region, wobei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Unternehmen in Großstädten meist mehr zahlen als kleine Kanzleien auf dem Land.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Kern geht es um die laufenden Zahlen von Unternehmen, Selbstständigen und Privatpersonen. Steuerfachangestellte kontieren Belege, buchen Konten ab, bereiten Umsatzsteuervoranmeldungen vor, erstellen Lohn- und Gehaltsabrechnungen und fertigen Einkommensteuererklärungen an. Sie prüfen Steuerbescheide, legen bei Bedarf Einspruch vor und klären Rückfragen von Mandanten und Finanzamt am Telefon oder per E-Mail. Gearbeitet wird fast durchgehend mit Kanzleisoftware, in Deutschland überwiegend mit DATEV.
Steuerfachwirtinnen übernehmen anspruchsvollere Fälle: Jahresabschlüsse für Personen- und Kapitalgesellschaften, betriebliche Steuererklärungen, die Vorbereitung von Betriebsprüfungen und oft die fachliche Anleitung jüngerer Kolleginnen. Bilanzbuchhalterinnen arbeiten häufiger in der Buchhaltungsabteilung eines Unternehmens. Sie verantworten Monats- und Jahresabschlüsse, Rückstellungen und Abgrenzungen, die Abstimmung mit Wirtschaftsprüfern und zunehmend auch Berichte für Controlling und Geschäftsführung.
Der übliche Einstieg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Steuerfachangestellten in einer Steuerkanzlei, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der Steuerberaterkammer. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sie sich verkürzen. Die Fortbildung zur Steuerfachwirtin setzt eine abgeschlossene Ausbildung und mehrere Jahre Berufspraxis voraus und endet ebenfalls mit einer Kammerprüfung. Geprüfte Bilanzbuchhalterin wird man über eine Fortbildungsprüfung vor der IHK, die eine kaufmännische Ausbildung und einschlägige Praxis verlangt. Die Vorbereitung läuft meist berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre. Quereinsteiger mit kaufmännischer Ausbildung, etwa Industriekaufleute, finden über die Buchhaltung den Zugang. Ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Steuern ist ein weiterer Weg, ersetzt aber die Praxiserfahrung nicht.
Die Arbeit ist an Fristen gebunden: Voranmeldungen jeden Monat, Lohnabrechnungen zum Monatsende, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen in festen Zeiträumen. Vor Abgabeterminen und in der Abschlusssaison im Frühjahr fallen regelmäßig Überstunden an. Wer konzentriert und genau arbeiten kann, hat Vorteile, denn Fehler kosten Mandanten Geld und Kanzleien Haftung. Hinzu kommt ständiger Lernaufwand, weil sich Steuerrecht, Fristen und Software jedes Jahr ändern. Ein großer Teil des Tages wird sitzend am Bildschirm verbracht. Schwierig ist für manche der Umgang mit Mandanten, die Unterlagen unvollständig oder kurz vor Fristablauf einreichen. Für alle Mitarbeitenden einer Steuerkanzlei gilt eine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht.
Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren größer als das Angebot. Viele Kanzleien finden kaum Auszubildende und erfahrene Fachkräfte, was die Verhandlungsposition von Bewerberinnen stärkt. Die Digitalisierung übernimmt einfaches Buchen zunehmend automatisch, verschiebt die Arbeit aber eher zu Prüfung, Abschluss und Beratung, als dass sie Stellen überflüssig macht. Entwicklungswege führen von der Steuerfachangestellten über die Steuerfachwirtin bis zur Steuerberaterprüfung, die nach entsprechender Berufspraxis auch ohne Studium möglich ist. Bilanzbuchhalterinnen können sich in Richtung Leitung Rechnungswesen, Controlling oder internationale Rechnungslegung entwickeln.
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Steuerfachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer. Nach einigen Jahren Berufspraxis folgt berufsbegleitend die Fortbildung zur Steuerfachwirtin (Kammerprüfung) oder zur Geprüften Bilanzbuchhalterin (IHK-Prüfung), die Vorbereitung dauert jeweils etwa ein bis zwei Jahre.
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