Psychologischer Psychotherapeut (m/w/d)
Next Generation Education. Since 1848. Die Hochschule Fresenius ist Teil der Carl Remigius Fresenius Education Group und...
Psychologische Psychotherapeuten erkennen und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren, ohne Medikamente zu verordnen. Sie arbeiten in eigener Praxis, in Kliniken oder Beratungseinrichtungen und brauchen eine staatliche Approbation.
Ein Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Dokumentation, Berichte an den Gutachter, Abrechnung, Vorbereitung von Sitzungen und, in Grenzen, Therapiesitzungen per Video über einen zertifizierten Anbieter. Die gesetzlichen Krankenkassen erlauben Videobehandlung, begrenzen aber den Anteil der so erbrachten Leistungen, und Diagnostik, Erstkontakte sowie Krisensituationen verlangen in der Regel den persönlichen Kontakt, sodass ein Kassensitz nicht überwiegend von zu Hause geführt werden kann. In Kliniken und Ambulanzen ist Homeoffice die Ausnahme, weil Stationsarbeit, Gruppen und Teambesprechungen Anwesenheit verlangen; möglich ist dort allenfalls ein einzelner Tag für Schreibarbeiten. Ganz von zu Hause arbeiten vor allem Therapeuten bei Online-Therapieanbietern, in digitalen Gesundheitsanwendungen oder in Privatpraxen mit Selbstzahlern, ein vergleichsweise kleiner Teil des Berufs. Wer per Video behandelt, braucht einen ungestörten, schallgeschützten Raum, eine stabile Internetverbindung und muss Schweigepflicht und Datenschutz auch in der eigenen Wohnung zuverlässig sicherstellen.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.300 € | 4.900 € | 5.500 € | 58.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 5.700 € | 6.500 € | 68.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Angestellte in Kliniken des öffentlichen Dienstes werden nach TVöD oder TV-L bezahlt, approbierte Psychotherapeuten meist in Entgeltgruppe 14, leitende Psychologen in Entgeltgruppe 15; kirchliche Träger zahlen nach AVR, private Klinikketten nach Haustarif oder frei verhandelt. In eigener Praxis hängt das Einkommen vor allem davon ab, ob ein Kassensitz vorhanden ist und wie viele Sitzungen pro Woche abgerechnet werden, und streut deshalb stärker als in der Anstellung; Stellen bei Online-Therapieanbietern werden häufig auf Honorarbasis vergütet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Patienten, meist in Sitzungen von 50 Minuten. Am Anfang einer Behandlung klären Psychotherapeuten in der Sprechstunde und in probatorischen Sitzungen, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt, stellen eine Diagnose nach ICD und entscheiden über das weitere Vorgehen. Danach folgt die eigentliche Therapie in einem der anerkannten Verfahren, etwa Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, analytischer Psychotherapie oder systemischer Therapie. Dazu kommen Testdiagnostik, Krisenintervention bei Suizidgefahr, Gruppentherapien und Gespräche mit Angehörigen. Ein erheblicher Teil der Arbeit findet außerhalb der Sitzungen statt: Sitzungen dokumentieren, Berichte an den Gutachter für die Kostenübernahme schreiben, mit der Krankenkasse abrechnen, sich mit Hausärzten und Psychiatern abstimmen. In Kliniken arbeiten Psychotherapeuten im Stationsteam mit Ärzten, Pflege und Fachtherapeuten und nehmen an Fallbesprechungen und Visiten teil.
Der Weg hat sich mit dem Psychotherapeutengesetz von 2020 geändert. Der neue Weg führt über einen Bachelor und einen Master in Psychotherapie mit anschließender Approbationsprüfung. Wer die Approbation hat, darf sich Psychotherapeut nennen, für die Abrechnung mit den gesetzlichen Kassen ist aber eine etwa fünfjährige Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten nötig, die in Kliniken, Ambulanzen und Praxen in Anstellung absolviert wird. Nach altem Recht studiert man Psychologie bis zum Master und schließt eine drei- bis fünfjährige Ausbildung an einem staatlich anerkannten Institut an; dieser Weg läuft in den kommenden Jahren mit Übergangsfristen aus. Ein Quereinstieg ohne entsprechendes Studium ist nicht möglich. Die Heilpraktikererlaubnis für Psychotherapie ist ein anderer, deutlich eingeschränkter Beruf.
Die Arbeit ist emotional belastend. Psychotherapeuten hören täglich von Traumata, Gewalt, Suizidgedanken und Lebenskrisen und müssen das aushalten, ohne es mit nach Hause zu nehmen. Regelmäßige Supervision und Intervision gehören deshalb zum Beruf. Die Verantwortung bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung ist hoch. In eigener Praxis kommen unternehmerische Aufgaben hinzu, die Sitzungszeiten richten sich oft nach den Patienten, also auch auf frühe Morgen- oder Abendstunden. Der bürokratische Aufwand mit Anträgen, Berichten und Dokumentation wird von vielen als belastend beschrieben. Die Ausbildung ist lang, nach altem Recht teuer und in der Phase vor der Approbation schlecht bezahlt.
Die Nachfrage nach Psychotherapie übersteigt das Angebot deutlich, Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Therapieplatz sind verbreitet, besonders auf dem Land. Arbeitslosigkeit ist unter approbierten Psychotherapeuten selten. Der Engpass liegt woanders: Kassensitze sind durch die Bedarfsplanung begrenzt und in vielen Städten nur gegen hohe Ablösesummen zu bekommen. Alternativen sind Anstellung in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum, Jobsharing auf einem Kassensitz oder eine Privatpraxis für Selbstzahler und Privatversicherte. Weiterentwicklung ist möglich durch Zusatzqualifikationen etwa in Traumatherapie, Neuropsychologie oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, durch leitende Positionen in Kliniken sowie durch Tätigkeiten als Supervisor, Dozent oder Gutachter.
Nach neuem Recht führen ein fünfjähriges Studium aus Bachelor und Master in Psychotherapie zur Approbation, danach folgt eine etwa fünfjährige Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten. Nach altem Recht schließt sich an den Master in Psychologie eine drei- bis fünfjährige Ausbildung an einem staatlich anerkannten Institut mit Approbationsprüfung an; dieser Weg läuft mit Übergangsfristen aus.
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Für meine zwei etablierten verhaltenstherapeutischen Praxen in Solingen-Ohligs und Düsseldorf Stadtmitte suche ich einen...
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