Projektleiter Siedlungswasserwirtschaft (m/w/d)
Fichtner Water & Transportation ist eines der bedeutendsten Ingenieurbüros in Deutschland. Wir arbeiten an spannenden un...
Projektleiter in der Siedlungswasserwirtschaft planen und steuern Vorhaben der Abwasserableitung, Abwasserreinigung, Regenwasserbewirtschaftung und Trinkwasserversorgung, von der ersten Variantenuntersuchung bis zur Abnahme der Bauleistung. Sie arbeiten meist in Ingenieurbüros, bei Kommunen oder bei Wasser- und Abwasserverbänden.
Planungsarbeit, das Prüfen von Berechnungen, das Schreiben von Erläuterungsberichten, Ausschreibungen, Kostenkontrolle und viele Abstimmungen per Videokonferenz lassen sich von zu Hause erledigen, sofern Zugang zu CAD-, GIS- und Hydrauliksoftware über VPN oder Remote-Desktop besteht. Baustellentermine, Bauüberwachung, Abnahmen, Ortsbegehungen, Sitzungen in Gemeinderäten und die persönliche Führung des Teams verlangen Anwesenheit, und gerade in der Bauphase eines Projekts überwiegen diese Termine. In Ingenieurbüros ist Homeoffice an einzelnen Tagen inzwischen in vielen Stellen üblich, häufig an ein bis zwei, teils drei Tagen pro Woche; überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist in diesem Beruf die Ausnahme, weil die Rolle an Projekte vor Ort gebunden ist. Bei Kommunen und Verbänden hängt der Umfang von der jeweiligen Dienstvereinbarung ab und ist teils enger geregelt. Wer zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen großen Bildschirm für Pläne, eine stabile Verbindung für umfangreiche Dateien und muss für Rückfragen von Baustelle und Auftraggeber telefonisch erreichbar sein.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.900 € | 4.500 € | 5.200 € | 54.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.700 € | 5.400 € | 6.300 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.600 € | 6.500 € | 7.800 € | 78.000 € |
Bei Kommunen, Stadtwerken und vielen Verbänden richtet sich das Gehalt nach dem TVöD, für Projektleiter meist Entgeltgruppe E11 bis E13, in einigen Ländern nach dem TV-L; dort ist die Spanne eng. In Ingenieurbüros wird frei verhandelt, wobei Bürogröße, Region und Verantwortung für Personal und Umsatz den Ausschlag geben, und kleine Büros im ländlichen Raum zahlen oft spürbar weniger als große Planungsgesellschaften.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt stehen Bauvorhaben rund um Kanalnetze, Kläranlagen, Regenrückhaltebecken, Pumpwerke und Trinkwasserleitungen. Ein Projektleiter verantwortet ein oder mehrere solcher Projekte über die Leistungsphasen der HOAI hinweg: Er klärt mit dem Auftraggeber, meist einer Gemeinde oder einem Zweckverband, den Bedarf, lässt hydraulische Berechnungen und Kanalnetzmodelle erstellen oder prüft sie, vergleicht Varianten und schätzt Kosten. Er stellt Genehmigungsunterlagen für die Wasserbehörde zusammen, beantragt Fördermittel, erstellt Leistungsverzeichnisse und wertet Angebote nach VOB aus. In der Bauphase leitet er Baubesprechungen, prüft Nachträge und Abschlagsrechnungen und nimmt Leistungen ab. Dazu kommen die Führung eines kleinen Teams aus Ingenieuren und Technischen Zeichnern, die Termin- und Budgetkontrolle sowie der Kontakt zu Behörden, Baufirmen und gelegentlich zu Anwohnern.
Üblich ist ein Studium des Bauingenieurwesens, der Umwelttechnik oder der Wasserwirtschaft mit Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft, als Bachelor oder Master. Projektleitung übernimmt man in der Regel nach einigen Jahren als Projektingenieur, in denen man Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung selbst gemacht hat. Staatlich geprüfte Bautechniker mit langer Erfahrung in der Kanal- oder Leitungsplanung kommen in kleineren Büros ebenfalls in solche Rollen, seltener bei öffentlichen Arbeitgebern, die für entsprechende Stellen oft einen Hochschulabschluss verlangen. Weiterbildungen etwa der DWA zu Kanalsanierung, Starkregenvorsorge oder Kläranlagenbetrieb sind verbreitet. Die Kammermitgliedschaft als Beratender Ingenieur wird für bestimmte Aufgaben wie Bauvorlagen verlangt.
Der Beruf verbindet technische Detailarbeit mit Organisation und Verhandlung. Mehrere Projekte laufen parallel, Fristen für Förderanträge, Ausschreibungen und Bauzeiten setzen den Takt, und Verzögerungen auf der Baustelle landen beim Projektleiter. Kommunale Auftraggeber entscheiden über Gremien, was Abstimmungen langwierig macht und Abendtermine in Bauausschüssen oder Bürgerversammlungen mit sich bringt. Konflikte mit Baufirmen über Nachträge und Mängel gehören zum Alltag. Fahrten zu Baustellen und Auftraggebern im Umkreis des Büros sind regelmäßig nötig, je nach Betrieb auch über größere Entfernungen und bei jedem Wetter. Die Arbeitszeiten sind überwiegend geregelt, in Phasen vor Abgabeterminen fällt aber Mehrarbeit an.
Die Nachfrage ist hoch. Viele Kanalnetze sind sanierungsbedürftig, die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie verlangt weitere Reinigungsstufen auf Kläranlagen, und Starkregen und Trockenperioden machen Regenwassermanagement und Versorgungssicherheit zu Dauerthemen. Gleichzeitig fehlen Ingenieure, und in den nächsten Jahren gehen viele erfahrene Fachleute in Rente. Entwicklungswege führen zur Bereichs- oder Niederlassungsleitung im Ingenieurbüro, zur Partnerschaft, zur Abteilungsleitung bei einem Abwasserverband oder Stadtwerk oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Büro.
Der übliche Weg führt über ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen oder in der Wasserwirtschaft (meist sechs bis sieben Semester), oft ergänzt um einen Master (drei bis vier Semester). Danach folgen in der Regel drei bis fünf Jahre als Projektingenieur, bevor man eigenverantwortlich Projekte leitet.
Fichtner Water & Transportation ist eines der bedeutendsten Ingenieurbüros in Deutschland. Wir arbeiten an spannenden un...
Seit über 60 Jahren erbringen wir kreative Ingenieurleistungen. Dabei betreuen wir mit rund 300 Mitarbeitenden unsere Ku...
Wir benachrichtigen dich, sobald passende Stellen erscheinen – kein Spam, jederzeit abbestellbar.