Projektingenieur (m/w/d) Siedlungswasserwirtschaft
Seit über 60 Jahren erbringen wir kreative Ingenieurleistungen. Dabei betreuen wir mit rund 300 Mitarbeitenden unsere Ku...
Projektingenieure der Siedlungswasserwirtschaft planen und betreuen Anlagen der Wasserversorgung, der Abwasserableitung und der Abwasserreinigung, von der Kanalsanierung bis zum Kläranlagenumbau. Sie arbeiten meist in Ingenieurbüros, bei Kommunen oder Wasserverbänden und begleiten Projekte von der Vorplanung bis zur Bauüberwachung.
Planerische Arbeit lässt sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen: hydraulische Berechnungen, CAD-Pläne, Leistungsverzeichnisse, Kostenberechnungen, Berichte und ein Teil der Abstimmung per Video. Ortstermine, Bestandsaufnahmen, Baubesprechungen, Bauüberwachung und Abnahmen verlangen dagegen Anwesenheit vor Ort, ebenso häufig Termine bei Behörden und in Gremien. In Ingenieurbüros ist Homeoffice an einzelnen Tagen, oft an ein bis drei Tagen pro Woche, inzwischen verbreitet, bei Kommunen und Verbänden hängt es stark von der jeweiligen Dienstvereinbarung ab; Stellen, die ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind die Ausnahme und kommen am ehesten in reinen Planungs- oder Berechnungsrollen vor. Wer in der Bauüberwachung arbeitet, ist in Bauphasen überwiegend unterwegs und kaum am Schreibtisch. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen leistungsfähigen Rechner, große Bildschirme und einen stabilen VPN-Zugang für Fachsoftware und umfangreiche Plandaten. Da Wasserversorgung und Abwasser zur kritischen Infrastruktur gehören, gelten für Netzpläne und Anlagendaten oft strenge Vorgaben zur Informationssicherheit.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.200 € | 4.700 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.100 € | 5.900 € | 61.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.300 € | 7.500 € | 75.600 € |
Bei Kommunen und Verbänden richtet sich das Gehalt nach dem TVöD, meist in den Entgeltgruppen E11 bis E12 und mit Leitungsfunktion E13 oder höher, im Landesdienst nach dem TV-L; die Spannen sind dort eng und folgen den Erfahrungsstufen. In Ingenieurbüros wird frei verhandelt, die Höhe hängt stark von Bürogröße, Region und Projektverantwortung ab, wobei kleine Büros oft unter dem Tarifniveau des öffentlichen Dienstes liegen und große Planungsgesellschaften darüber.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt stehen Bauprojekte rund um Trinkwasser, Abwasser und Regenwasser: neue Kanäle und Pumpwerke, die Sanierung alter Leitungsnetze, Regenrückhaltebecken, Erweiterungen von Kläranlagen oder Wasserwerken. Projektingenieure werten Bestandsdaten und Kanal-TV-Befahrungen aus, rechnen Netze hydraulisch nach, legen Leitungsquerschnitte und Becken aus und erstellen daraus Lagepläne, Längsschnitte und Erläuterungsberichte. In Ingenieurbüros wird nach den Leistungsphasen der HOAI gearbeitet, also von der Grundlagenermittlung über Entwurfs- und Genehmigungsplanung bis zu Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung. Dazu gehören Leistungsverzeichnisse, Kostenberechnungen, die Prüfung von Angeboten und Rechnungen sowie Wasserrechtsanträge bei den Behörden. Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung: mit Auftraggebern aus Stadtwerken und Verbänden, mit Genehmigungsbehörden, Baufirmen, Vermessern und Fachplanern für Elektro- und Maschinentechnik. Auf Seiten der Kommunen und Verbände liegt der Schwerpunkt stärker auf Steuerung externer Büros, Budget und Betriebsfragen.
Der übliche Weg ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen, Umweltingenieurwesen oder in der Wasserwirtschaft mit einer Vertiefung in Siedlungswasserwirtschaft. Ein Master ist im öffentlichen Dienst für höhere Entgeltgruppen und in größeren Büros für Leitungsaufgaben oft gewünscht, für den Einstieg aber nicht zwingend. Quereinstiege gelingen am ehesten aus benachbarten Ingenieurfächern wie Tiefbau, Verkehrswegebau oder Verfahrenstechnik. Bauzeichner oder Techniker mit Berufserfahrung im Kanalbau übernehmen in manchen Büros Teile der Planung, die Projektleitung setzt aber in der Regel ein Studium voraus. Wichtig sind sichere Kenntnisse in CAD und Fachsoftware für Kanalnetzberechnung sowie in den einschlägigen Regelwerken von DWA und DVGW.
Projekte laufen über Monate bis Jahre, oft mehrere parallel, und hängen an Förderfristen, Gemeinderatssitzungen und Baustellenzeitplänen. Termindruck entsteht vor allem vor Ausschreibungen und Abgaben von Genehmigungsunterlagen. In der Bauphase kommen Ortstermine, Baubesprechungen und Abnahmen hinzu, je nach Büro mit regelmäßigen Fahrten in einem größeren Umkreis, bei Kläranlagen und Kanalbaustellen auch bei Wind, Wetter und Geruch. Fehler in der Planung werden teuer und sind im Boden schwer zu korrigieren, entsprechend hoch ist die Verantwortung. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, Überstunden in Spitzenphasen sind in Ingenieurbüros aber verbreitet. Wer mit Behörden und Bauherren verhandelt, braucht Geduld, denn Genehmigungen und politische Entscheidungen dauern.
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Viele Kanalnetze stammen aus der Nachkriegszeit und müssen saniert werden, Starkregenvorsorge und Klimaanpassung verlangen neue Konzepte für Regenwasser, und die überarbeitete EU-Kommunalabwasserrichtlinie bringt weitere Reinigungsstufen auf Kläranlagen. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Ingenieure in den Ruhestand. Entwicklungswege führen zur Projekt- oder Abteilungsleitung im Büro, zur Bauherrenvertretung bei Kommunen und Verbänden, in Spezialgebiete wie Kanalsanierung, Starkregenrisikomanagement oder Verfahrenstechnik der Abwasserreinigung oder als beratender Ingenieur in die Selbstständigkeit.
Üblich ist ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen oder Umweltingenieurwesen von sechs bis sieben Semestern, häufig ergänzt durch einen Master mit drei bis vier Semestern und Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft. Danach folgt eine Einarbeitung im Büro oder in der Verwaltung, in der die Verantwortung für eigene Projekte schrittweise wächst. Für eigenverantwortliche Bauvorlageberechtigung oder die Eintragung als beratender Ingenieur verlangen die Ingenieurkammern zusätzlich Berufspraxis.
Seit über 60 Jahren erbringen wir kreative Ingenieurleistungen. Dabei betreuen wir mit rund 300 Mitarbeitenden unsere Ku...
Fichtner Water & Transportation ist eines der bedeutendsten Ingenieurbüros in Deutschland. Wir arbeiten an spannenden un...
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