Produktionsleiter für unsere Holzwerkstatt (w/m/d) in Vollzeit (37 Std./Woche)
Sie suchen nicht einfach nur einen Job, sondern möchten mitgestalten, bewegen und sichtbare Ergebnisse schaffen? Dann si...
Produktionsleiter planen, steuern und verantworten die Fertigung eines Betriebs, in der Holz- und Möbelindustrie etwa von der Plattenaufteilung bis zur Endmontage. Sie führen die Mitarbeiter in der Produktion und achten auf Termine, Kosten, Qualität und Arbeitssicherheit.
Homeoffice ist in diesem Beruf die Ausnahme, weil die Kernaufgaben Anwesenheit in der Fertigung verlangen: Schichtbesprechungen, Rundgänge durch die Halle, Entscheidungen bei Störungen, Mitarbeiterführung und Arbeitsschutz lassen sich nicht von zu Hause erledigen. Von zu Hause möglich sind Teile der Büroarbeit wie Kapazitätsplanung, Auswertung von Kennzahlen, Berichte, Budgetplanung, Angebotsprüfung für neue Anlagen und Videokonferenzen mit Lieferanten oder anderen Standorten. Manche Unternehmen, eher größere mit mehreren Werken oder gut aufgestellter Schichtleitung, erlauben dafür einzelne Tage im Monat oder einen festen Tag pro Woche; ganz oder überwiegend von zu Hause arbeiten Produktionsleiter praktisch nicht. Auch an Homeoffice-Tagen gilt die Erwartung, bei Problemen in der Fertigung telefonisch erreichbar zu sein und im Notfall kurzfristig ins Werk zu kommen, was einen nicht zu langen Arbeitsweg voraussetzt. Für die Arbeit von zu Hause braucht es Zugriff auf ERP- und Produktionsdaten über eine gesicherte Verbindung sowie einen Platz, an dem vertrauliche Personal- und Kostendaten nicht von Dritten eingesehen werden.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.200 € | 4.900 € | 5.800 € | 58.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 7.800 € | 10.000 € | 93.600 € |
Das Gehalt hängt vor allem von der Betriebsgröße, der Zahl der geführten Mitarbeiter und der Region ab; in kleinen und mittleren Möbelbetrieben liegt es deutlich unter dem, was größere Industrieunternehmen zahlen. Die Flächentarifverträge der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie gelten für Produktionsleiter meist nicht, da sie in der Regel außertariflich angestellt sind und häufig einen Bonus nach Zielerreichung erhalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Ein Produktionsleiter sorgt dafür, dass die Fertigung läuft: dass Aufträge rechtzeitig, in der geforderten Qualität und zu vertretbaren Kosten das Werk verlassen. In einem Möbelwerk heißt das, Produktionsaufträge aus der Arbeitsvorbereitung auf Zuschnitt, Kantenbearbeitung, CNC-Bearbeitung, Oberfläche und Montage zu verteilen, Maschinenbelegung und Schichtpläne abzustimmen und Engpässe früh zu erkennen. Ein großer Teil des Tages besteht aus Abstimmung: morgendliche Schichtbesprechungen in der Halle, Rücksprachen mit Einkauf und Vertrieb über Liefertermine, mit der Instandhaltung über Stillstände, mit der Qualitätssicherung über Reklamationen. Dazu kommen Kennzahlen wie Ausbringung, Ausschussquote und Maschinenverfügbarkeit, die ausgewertet und an die Geschäftsführung berichtet werden. Produktionsleiter führen Meister und Schichtleiter, verantworten Personalplanung und Arbeitsschutz und treiben Verbesserungen voran, etwa die Einführung neuer Maschinen, Lean-Methoden oder die Umstellung auf losgrößenoptimierte Fertigung bei individuellen Möbeln.
Einen geregelten Ausbildungsberuf gibt es nicht. In der Holz- und Möbelindustrie kommen viele über eine Ausbildung zum Tischler oder Holzmechaniker, sammeln Erfahrung in der Fertigung und bilden sich zum Tischlermeister, Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Holztechnik weiter. Ein zweiter Weg führt über ein Studium der Holztechnik, des Wirtschaftsingenieurwesens oder des Maschinenbaus. In beiden Fällen ist Berufserfahrung die eigentliche Voraussetzung: Die meisten übernehmen die Produktionsleitung erst nach mehreren Jahren als Schichtleiter, Meister, Fertigungsplaner oder Abteilungsleiter. Quereinsteiger aus anderen Industriezweigen haben Chancen, wenn sie Führungserfahrung in einer Serienfertigung mitbringen und sich in Werkstoffe und Maschinen der Holzbearbeitung einarbeiten.
Die Stelle steht zwischen Geschäftsführung und Belegschaft und muss beiden Seiten gerecht werden. Lieferverzug, Maschinenausfälle, Krankheitswellen oder Materialengpässe landen zuerst beim Produktionsleiter, oft mit kurzem Vorlauf. In Mehrschichtbetrieben wird Erreichbarkeit auch außerhalb der eigenen Arbeitszeit erwartet, Überstunden sind in vielen Betrieben üblich, besonders in Phasen hoher Auslastung vor Messen oder Saisonspitzen. Die Arbeit verlangt Präsenz in lauten, staubigen Hallen und den Umgang mit Konflikten, etwa bei Personalabbau, Leistungsproblemen oder Streit zwischen Abteilungen. Wer ungern unpopuläre Entscheidungen trifft oder Verantwortung für Unfälle und Qualitätsmängel schwer trägt, wird es in dieser Rolle nicht leicht haben.
Erfahrene Führungskräfte für die Produktion werden gesucht, auch weil viele Meister und Leiter in den kommenden Jahren in Rente gehen. Die Möbelindustrie selbst steht allerdings unter Druck durch Importkonkurrenz, schwankende Nachfrage und hohe Energie- und Materialkosten, was in einzelnen Betrieben zu Kurzarbeit oder Werksschließungen führt. Gefragt sind Kenntnisse in Automatisierung, Digitalisierung der Fertigung und Prozessoptimierung. Mögliche nächste Schritte sind die Werksleitung, die technische Geschäftsführung oder ein Wechsel in Beratung, Maschinenbau oder Vertrieb von Produktionsanlagen.
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Tischler oder Holzmechaniker, gefolgt von Berufserfahrung und einer Weiterbildung zum Meister oder staatlich geprüften Techniker Holztechnik, die in Vollzeit etwa zwei Jahre und berufsbegleitend rund vier Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Holztechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen von drei bis dreieinhalb Jahren in den Beruf. In beiden Fällen folgt die Produktionsleitung meist erst nach mehreren Jahren als Schichtleiter, Meister oder Fertigungsplaner.
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