Senior Process Engineer - Wasserstoff / Anlagenbau (m/w/d)
Wir sind aus Überzeugung Pioniere für unsere zukünftige klimaneutrale Energieversorgung und bringen mit innovativen Lösu...
Process Engineers planen, überwachen und verbessern verfahrenstechnische Anlagen und Produktionsabläufe, etwa in Kraftwerken, Wasserwerken, Kläranlagen oder der Chemie. Sie verbinden Berechnung und Simulation am Rechner mit der Arbeit an der laufenden Anlage.
Berechnungen, Simulationen, Auswertungen von Betriebsdaten, das Schreiben von Berichten, Genehmigungsunterlagen und Lastenheften sowie Videobesprechungen mit Lieferanten lassen sich gut von zu Hause erledigen, sofern der Zugriff auf Konstruktions- und Simulationssoftware über eine gesicherte Verbindung eingerichtet ist. Begehungen, Störungsanalysen an der Anlage, Probenahmen, Inbetriebnahmen und Abstimmungen mit dem Schichtbetrieb verlangen dagegen Anwesenheit vor Ort. In vielen Stellen bei Versorgern, Ingenieurbüros und Konzernen ist Homeoffice an einzelnen Tagen, oft ein bis zwei pro Woche, üblich; überwiegend von zu Hause arbeiten eher Planer und Simulationsspezialisten ohne festen Anlagenbezug, ganz von zu Hause nur sehr wenige. Wer für eine laufende Anlage zuständig ist, muss bei Störungen kurzfristig vor Ort sein können, weshalb ein Wohnort in erreichbarer Entfernung oft vorausgesetzt wird. Da Anlagen der Wasser- und Energieversorgung zur kritischen Infrastruktur zählen, gelten für den Fernzugriff auf Prozessdaten häufig strenge IT-Sicherheitsregeln, und manche Systeme sind von außen bewusst nicht erreichbar.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.000 € | 4.600 € | 5.300 € | 55.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 5.800 € | 6.800 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.300 € | 7.300 € | 8.800 € | 87.600 € |
Bei Stadtwerken und kommunalen Versorgern gelten meist der TV-V oder der TVöD mit vergleichsweise engen Spannen, in der Chemieindustrie der Chemie-Tarifvertrag der IG BCE, der deutlich höher liegt. Frei verhandelt wird vor allem in Ingenieurbüros und im Anlagenbau, wo Abschluss, Projektverantwortung und Unternehmensgröße den größten Unterschied machen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Ein Process Engineer, auf Deutsch meist Verfahrens- oder Prozessingenieur, sorgt dafür, dass technische Prozesse stabil, sicher und wirtschaftlich laufen. In der Energie- und Wasserversorgung und der Entsorgung heißt das zum Beispiel: die Belüftung in einer Kläranlage so einstellen, dass Abbauleistung und Stromverbrauch zusammenpassen, die Rauchgasreinigung einer Müllverbrennungsanlage auslegen, Chemikaliendosierung im Wasserwerk optimieren oder neue Verfahren wie Elektrolyse, Biogasaufbereitung oder Phosphorrückgewinnung in bestehende Anlagen einbinden. Zum Alltag gehören Massen- und Energiebilanzen, Prozesssimulationen, das Erstellen und Prüfen von Verfahrensfließbildern und R&I-Schemata, die Auswertung von Betriebsdaten aus dem Prozessleitsystem sowie Störungsanalysen gemeinsam mit Betrieb und Instandhaltung. In Projekten kommen Lastenhefte, Angebotsvergleiche, Abstimmungen mit Lieferanten und die Begleitung von Inbetriebnahmen hinzu. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Dokumentation: Genehmigungsunterlagen, Gefährdungsbeurteilungen, HAZOP-Studien und Berichte für Behörden.
Der übliche Weg ist ein Studium der Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen, Umwelttechnik, Energietechnik oder Bioverfahrenstechnik, an Fachhochschule oder Universität, mit Bachelor nach sechs bis sieben Semestern und oft einem anschließenden Master. Für Stellen in Forschung, Anlagenbau oder Konzernen wird der Master häufig vorausgesetzt. Ein Quereinstieg gelingt am ehesten aus verwandten Ingenieurfächern wie Maschinenbau oder Chemie. Staatlich geprüfte Techniker der Verfahrens- oder Umwelttechnik mit Berufserfahrung übernehmen in manchen Betrieben ähnliche Aufgaben, werden aber selten unter diesem Titel eingestellt. Englischkenntnisse sind in internationalen Unternehmen Voraussetzung, Kenntnisse in Simulationssoftware wie Aspen Plus oder Simba sind ein Vorteil.
Der Beruf verlangt, abstrakte Berechnungen mit dem tatsächlichen Verhalten einer Anlage abzugleichen, die selten so läuft wie im Modell. Bei Störungen, Ausfällen oder Grenzwertüberschreitungen entsteht Zeitdruck, weil Versorgung und Umweltauflagen nicht warten. Inbetriebnahmen und Umbauten fallen oft in Phasen mit langen Tagen, manchmal auch Wochenenden, und in Betrieben mit Rund-um-die-Uhr-Anlagen gibt es Rufbereitschaften. Die Arbeit vor Ort bedeutet Lärm, Gerüche, Schutzausrüstung und den Umgang mit Gefahrstoffen. Hinzu kommt viel Abstimmung: mit Schichtpersonal, Elektro- und Automatisierungstechnik, Einkauf, Behörden und externen Planern. Wer im Anlagenbau arbeitet, ist zudem häufig auf Baustellen und bei Kunden unterwegs, teils über Wochen.
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Energiewende, Wasserstoffwirtschaft, Klimaanpassung der Wasserinfrastruktur, die vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen und Kreislaufwirtschaft schaffen Projekte über Jahre, während viele erfahrene Fachleute in Rente gehen. Kommunale Versorger und Entsorger suchen vielerorts länger nach geeigneten Bewerbern. Mit Erfahrung führt der Weg in die Projektleitung, die Leitung eines Betriebs oder einer Verfahrensabteilung, in Spezialistenrollen etwa für Prozesssicherheit oder Digitalisierung von Anlagen oder in die Beratung und Planung bei Ingenieurbüros.
Üblich ist ein Bachelorstudium in Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen oder Umwelttechnik von sechs bis sieben Semestern, häufig gefolgt von einem Master mit drei bis vier Semestern. Quereinsteiger kommen meist aus Maschinenbau oder Chemie und arbeiten sich über Projekterfahrung in die Verfahrenstechnik ein.
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