Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

In der eigentlichen Pflege ist Homeoffice nicht möglich, denn Grundpflege, Behandlungspflege, Medikamentengabe und Krankenbeobachtung verlangen Anwesenheit am Patientenbett, im Heim oder in der Wohnung der Pflegebedürftigen. Für den Beruf insgesamt ist Homeoffice daher die seltene Ausnahme. Möglich wird es vor allem in Tätigkeiten außerhalb der direkten Versorgung: telefonische Gesundheits- und Pflegeberatung bei Krankenkassen oder Telemedizinanbietern, Begutachtung nach Aktenlage, Kodierung und Dokumentationsprüfung, Qualitätsmanagement und teils das Case Management. Solche Stellen setzen meist mehrere Jahre Berufserfahrung und oft eine Zusatzqualifikation voraus, und viele bieten Homeoffice nur an einzelnen Tagen oder nach der Einarbeitung, während etwa Begutachtungen beim Versicherten oder Besprechungen vor Ort Präsenz verlangen. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen abschließbaren Arbeitsplatz und eine sichere Verbindung, weil mit Gesundheitsdaten gearbeitet wird, die der Schweigepflicht und dem Datenschutz unterliegen. In Leitungsfunktionen wie der Pflegedienstleitung lassen sich Dienstplanung und Verwaltung teilweise mobil erledigen, die Anwesenheit in der Einrichtung bleibt aber der Kern der Aufgabe.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft / Gesundheits- und Krankenpfleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 3.950 € 4.400 € 47.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.600 € 5.500 € 55.200 €

Das Gehalt richtet sich vor allem nach dem Tarifwerk des Trägers, also TVöD-P bei kommunalen Häusern, TV-L an Unikliniken, AVR von Caritas oder Diakonie bei kirchlichen Trägern oder Haustarifen privater Ketten, sowie nach Fachweiterbildungen und Leitungsaufgaben; Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen kommen zu den genannten Werten hinzu und machen oft einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Stellen mit Homeoffice-Anteil etwa bei Krankenkassen oder im Medizinischen Dienst sind häufig ähnlich oder etwas besser eingruppiert, entfallen aber ohne Schichtdienst auch die Zulagen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft?

Pflegefachkräfte übernehmen die professionelle Pflege von Menschen jeden Alters, die krank, verletzt oder dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Im Krankenhaus messen sie Vitalwerte, verabreichen Medikamente und Infusionen, versorgen Wunden, bereiten Patienten auf Untersuchungen und Operationen vor und beobachten den Verlauf nach Eingriffen. In Pflegeheimen und ambulanten Diensten stehen Körperpflege, Mobilisation, Ernährung und die Begleitung chronisch kranker und sterbender Menschen stärker im Vordergrund. Zum Beruf gehören außerdem vorbehaltene Aufgaben: Pflegefachkräfte erheben den Pflegebedarf, planen die Pflege, steuern sie und überprüfen, ob sie wirkt. Ein erheblicher Teil der Schicht entfällt auf Dokumentation, Übergaben, Absprachen mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen sowie auf die Anleitung von Pflegehilfskräften und Auszubildenden.

Wie wird man Pflegefachkraft?

Der übliche Weg ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, die seit 2020 die früheren Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammenfasst. Sie wechselt zwischen Pflegeschule und praktischen Einsätzen in Krankenhaus, stationärer und ambulanter Langzeitpflege und wird vergütet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Pflegehilfeausbildung. Daneben gibt es ein primärqualifizierendes Pflegestudium mit Bachelorabschluss, das ebenfalls zur Berufszulassung führt. Wer bereits als Pflegehelfer arbeitet, kann die Ausbildung unter Umständen verkürzen. Ausländische Abschlüsse lassen sich anerkennen, oft nach Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang und mit Nachweis deutscher Sprachkenntnisse. Nach einigen Berufsjahren sind Fachweiterbildungen etwa in Intensivpflege, Anästhesie, Onkologie, Palliativpflege oder Praxisanleitung verbreitet.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend: viel Stehen und Gehen, Heben und Lagern von Menschen, Arbeit unter Infektionsschutz. Im Krankenhaus und im Heim ist Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sowie Wochenend- und Feiertagsarbeit die Regel. Personalmangel führt vielerorts dazu, dass Kollegen kurzfristig einspringen müssen und die Zeit pro Patient knapp ist. Hinzu kommt die seelische Belastung durch schwere Krankheitsverläufe, Tod und Konflikte mit Angehörigen. Die Verantwortung ist hoch, Fehler bei Medikamenten oder Beobachtung können ernste Folgen haben. Viele Pflegekräfte reduzieren deshalb ihre Stunden, Teilzeit ist im Beruf weit verbreitet, und ein Teil verlässt das Bett nach einigen Jahren für andere Aufgaben im Gesundheitswesen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird durch die alternde Bevölkerung weiter steigen. Offene Stellen gibt es praktisch in allen Regionen, in Krankenhäusern ebenso wie in der Alten- und ambulanten Pflege. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen in spezialisierte Bereiche, in die Stationsleitung oder Pflegedienstleitung, in Praxisanleitung und Pflegepädagogik oder über ein Studium in Pflegemanagement und Pflegewissenschaft. Außerhalb der direkten Versorgung arbeiten erfahrene Pflegefachkräfte in der Pflegeberatung, im Case Management, im Medizinischen Dienst, bei Krankenkassen, im Qualitätsmanagement oder in der Kodierung und im Medizincontrolling. In diesen Funktionen finden sich auch die meisten Stellen mit Anteilen an Arbeit von zu Hause.

Aufgaben

  • Pflegebedarf erheben, Pflege planen und dokumentieren
  • Grund- und Behandlungspflege wie Körperpflege, Wundversorgung und Injektionen durchführen
  • Medikamente richten und verabreichen, Infusionen anlegen und überwachen
  • Vitalwerte messen und Veränderungen im Gesundheitszustand beobachten
  • Ärztinnen und Ärzte bei Visiten, Untersuchungen und Eingriffen unterstützen
  • Patienten und Angehörige beraten und anleiten
  • Schichtübergaben führen und Pflegehilfskräfte sowie Auszubildende anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger beziehungsweise Pflegestudium mit Berufszulassung
  • Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Lagern und langes Stehen
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
  • Sorgfalt, Beobachtungsgabe und Ruhe in Notsituationen
  • Gute Deutschkenntnisse, bei ausländischen Abschlüssen meist Niveau B2
  • Für Beratungs- oder Prüftätigkeiten mit Homeoffice-Anteil meist mehrjährige Berufserfahrung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Ambulante Pflegedienste
  • Reha-Kliniken
  • Krankenkassen und Medizinischer Dienst
  • Hospize und Palliativstationen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz mit staatlicher Abschlussprüfung; in Teilzeit dauert sie bis zu fünf Jahre. Alternativ führt ein meist dreieinhalbjähriges primärqualifizierendes Pflegestudium zum Bachelor und zur Berufszulassung.

Homeoffice-Stellen als Pflegefachkraft / Gesundheits- und Krankenpfleger

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