Pflegefachkraft Examinierte (m/w/d)
Das Pflegeteam Simon GmbH & Co. KG ist ein mittelgroßes Unternehmen, das sich auf qualitativ hochwertige Leistungen im B...
Examinierte Pflegefachkräfte versorgen kranke, alte und pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause, planen die Pflege, führen ärztlich angeordnete Maßnahmen durch und dokumentieren den Verlauf. Der Beruf ist an die Arbeit am Menschen gebunden und findet fast immer vor Ort statt.
In der direkten Pflege ist Homeoffice praktisch ausgeschlossen, denn Versorgung, Medikamentengabe, Wundbehandlung und Beobachtung verlangen die Anwesenheit am Patienten im Krankenhaus, im Heim oder in der Wohnung der Klienten. Möglich wird Arbeit von zu Hause erst in Tätigkeiten neben dem Pflegebett: telefonische Pflegeberatung bei Kassen oder Beratungsstellen, medizinische Hotlines und Telepflege, Case Management, Qualitätsmanagement, Dokumentationsprüfung oder Teile der Begutachtung beim Medizinischen Dienst, die aber weiterhin Hausbesuche umfasst. In diesen Stellen ist meist Arbeit an einzelnen Tagen oder überwiegend von zu Hause üblich, ganz von zu Hause arbeiten nur wenige, etwa in reinen Telefonberatungen. Auch Leitungskräfte erledigen Dienstplanung und Verwaltung gelegentlich von zu Hause, bleiben aber überwiegend vor Ort. Gemessen am ganzen Beruf ist Homeoffice die Ausnahme, und wer es sucht, verlässt in aller Regel die direkte Versorgung. Wer von zu Hause arbeitet, hat mit Gesundheitsdaten zu tun und braucht deshalb einen abschließbaren, ungestörten Arbeitsplatz, gesicherte Verbindungen und feste Erreichbarkeitszeiten für Anrufe von Versicherten oder Patienten.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 4.000 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.500 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.600 € | 57.600 € |
Das Gehalt hängt vor allem vom Tarif des Arbeitgebers ab, etwa TVöD-P bei kommunalen Kliniken, TV-L an Unikliniken oder AVR von Caritas und Diakonie; in der Altenpflege gilt der Pflegemindestlohn als Untergrenze, und Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen kommen in der direkten Pflege oft spürbar hinzu. Fachweiterbildungen wie Intensivpflege und Leitungsfunktionen heben das Gehalt, während die Stellen mit Homeoffice in Beratung und Verwaltung häufig ohne Schichtzulagen auskommen und dadurch netto nicht unbedingt mehr einbringen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht die direkte Versorgung von Patienten und Bewohnern: Vitalwerte messen, Medikamente richten und verabreichen, Wunden versorgen, Infusionen anhängen, bei Körperpflege, Mobilisation und Nahrungsaufnahme unterstützen. Pflegefachkräfte erheben den Pflegebedarf, schreiben die Pflegeplanung und passen sie an, wenn sich der Zustand verändert. Seit dem Pflegeberufegesetz sind diese Planungsaufgaben ihnen vorbehalten. Dazu kommen Visiten mit Ärzten, Übergaben zwischen den Schichten, Gespräche mit Angehörigen und die Anleitung von Pflegehilfskräften und Auszubildenden. Ein beträchtlicher Teil der Arbeitszeit geht in die Dokumentation, die meist digital am Stationsrechner oder auf mobilen Geräten erfolgt. In der ambulanten Pflege fahren Pflegefachkräfte feste Touren zu Klienten nach Hause, in der Intensivpflege betreuen sie wenige Patienten mit hohem technischem Aufwand.
Der Regelweg ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Sie ersetzt seit 2020 die getrennten Ausbildungen in Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege; Abschlüsse nach altem Recht gelten weiter. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Ausbildung, etwa als Pflegehelfer. Daneben gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge mit Bachelorabschluss und Berufszulassung. Für Pflegehilfskräfte ist eine verkürzte Ausbildung möglich, ausländische Abschlüsse lassen sich nach einer Anerkennung, oft mit Anpassungslehrgang oder Kenntnisprüfung, einsetzen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung führt nicht in die Fachkraftrolle.
Die Arbeit ist körperlich anstrengend: viel Stehen und Gehen, Heben und Umlagern von Menschen, wechselnde Schichten mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sowie Arbeit an Wochenenden und Feiertagen. Personalmangel führt in vielen Einrichtungen zu dichten Diensten und Anrufen zum Einspringen an freien Tagen. Emotional belastend sind der Umgang mit Schmerz, Sterben und schwierigen Angehörigen. Fehler bei Medikamenten oder Beobachtung können ernste Folgen haben, deshalb ist Konzentration auch am Ende einer langen Schicht gefordert. Ein Teil der Beschäftigten reduziert die Stunden oder wechselt nach einigen Jahren in andere Bereiche, was die Belastung für die Verbleibenden erhöht. Teilzeit ist dagegen weit verbreitet und meist gut zu bekommen, allerdings selten mit freier Wahl der Lage der Dienste.
Die Nachfrage ist hoch und wird mit der Alterung der Bevölkerung weiter steigen; in fast allen Regionen fehlen Pflegefachkräfte. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen, etwa in Intensiv- und Anästhesiepflege, Palliativpflege, Wundmanagement oder Praxisanleitung, in Leitungsfunktionen wie Wohnbereichs-, Stations- oder Pflegedienstleitung. Mit Studium öffnen sich Pflegepädagogik, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft. Abseits des Pflegebetts arbeiten erfahrene Pflegefachkräfte in der Pflegeberatung, im Case Management, im Qualitätsmanagement, bei Krankenkassen oder als Gutachter beim Medizinischen Dienst. Diese Stellen sind deutlich seltener als Stellen in der direkten Versorgung und setzen meist mehrere Jahre Berufserfahrung voraus.
Üblich ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen und staatlicher Abschlussprüfung; in Teilzeit dauert sie bis zu fünf Jahre. Alternativ führt ein primärqualifizierendes Pflegestudium von meist drei bis vier Jahren zum Bachelor und zur Berufszulassung.
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