Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein Teil der Leitungsarbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Dienstplanung, Kontrolle der digitalen Dokumentation, Schriftverkehr mit Krankenkassen, Abrechnungsfragen, Telefonate und Bewerbungsgespräche per Video. Pflegevisiten, Erstaufnahmen, Einarbeitung am Bett, Teambesprechungen, Gespräche mit Angehörigen und Prüfungen durch den Medizinischen Dienst verlangen dagegen Anwesenheit in der Häuslichkeit, in der Wohngemeinschaft oder im Büro des Dienstes. Homeoffice ist in diesem Beruf in Teilen üblich, meist an einzelnen Tagen pro Woche oder als mobiles Arbeiten zwischen Außenterminen; ganz oder überwiegend von zu Hause zu arbeiten ist die Ausnahme und am ehesten in übergeordneten Leitungsrollen größerer Anbieter möglich. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen gesicherten Zugang zur Pflegesoftware, einen abschließbaren Arbeitsplatz für Gesundheitsdaten und muss für das Team und für Notfälle jederzeit telefonisch erreichbar sein. In Rufbereitschaft kann ein Homeoffice-Tag kurzfristig in eine Fahrt zur Versorgung umschlagen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Pflegedienstleitung / PDL ambulante Intensivpflege verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.700 € 5.300 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.200 € 5.900 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €

Die meisten Intensivpflegedienste sind private Anbieter ohne Tarifbindung, das Gehalt wird frei verhandelt und hängt stark von Betriebsgröße, Zahl der verantworteten Versorgungen, Rufbereitschaftsregelung und Region ab; bei kirchlichen oder kommunalen Trägern gelten etwa AVR Caritas, AVR Diakonie oder TVöD-P. Häufig kommen Dienstwagen und Zuschläge für Rufbereitschaft hinzu, die in den Werten nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegedienstleitung in der ambulanten Intensivpflege?

In der außerklinischen Intensivpflege werden Menschen versorgt, die dauerhaft beatmet werden, eine Trachealkanüle tragen oder aus anderen Gründen eine ständige Überwachung brauchen. Die Versorgung läuft häufig als Eins-zu-eins-Betreuung rund um die Uhr in der Wohnung der Klientin oder des Klienten oder in einer Intensivpflege-WG. Die Pflegedienstleitung organisiert diese Versorgung: Sie stellt die Dienstpläne für 24 Stunden an sieben Tagen auf, besetzt kurzfristige Ausfälle nach, führt Pflegevisiten durch und kontrolliert Pflegeplanung und Dokumentation. Sie koordiniert Überleitungen aus der Klinik, stimmt sich mit Hausärzten, Fachärzten, Beatmungszentren, Therapeuten und Hilfsmittelversorgern ab und klärt mit den Krankenkassen Verordnungen und Genehmigungen. Dazu kommen Personalgespräche, Bewerbungsverfahren, Einarbeitung neuer Pflegefachkräfte, Gespräche mit Angehörigen und die Vorbereitung von Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst.

Wie wird man Pflegedienstleitung in der ambulanten Intensivpflege?

Grundlage ist eine dreijährige Pflegeausbildung, heute meist als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher als Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger. Hinzu kommen mehrere Jahre Berufserfahrung und die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft mit mindestens 460 Stunden, alternativ ein Studium im Pflegemanagement. Für die außerklinische Intensivpflege verlangen die Rahmenempfehlungen nach § 132l SGB V zusätzlich eine intensivpflegerische Qualifikation, etwa die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege, eine Weiterbildung zum Atmungstherapeuten oder einen Kurs zur Pflegeexpertin für außerklinische Intensivpflege, sowie praktische Erfahrung in diesem Bereich. Viele steigen nach Jahren auf einer Intensivstation oder als Pflegefachkraft in einem Intensivpflegedienst zunächst als stellvertretende Leitung ein.

Was der Beruf verlangt

Die Personaldecke in der Intensivpflege ist dünn, und eine Versorgung darf nicht ausfallen. Das bedeutet häufige Umplanung, Telefonate am frühen Morgen und am Wochenende und in vielen Diensten eine Rufbereitschaft. In kleineren Betrieben springt die Leitung selbst in Schichten ein, wenn sich keine Vertretung findet. Die Verantwortung für lebenserhaltende Versorgung, Konflikte mit Angehörigen, Prüfungen durch Kassen und Medizinischen Dienst sowie hohe Fluktuation im Team sind belastend. Gefragt sind sichere Kenntnisse in Beatmung und Notfallmanagement, Führungsstärke, Organisationstalent und die Fähigkeit, auch unter Druck verbindlich zu entscheiden. Zwischen den Versorgungen fallen oft längere Fahrten an, auf dem Land besonders.

Aussichten

Die Nachfrage nach qualifizierten Leitungen ist hoch, weil die formalen Anforderungen durch das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz und die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses gestiegen sind und nur wenige Pflegefachkräfte alle Nachweise mitbringen. Zugleich verändert sich der Markt: Kassen prüfen strenger, die Entwöhnung von der Beatmung wird stärker verfolgt, und kleinere Anbieter schließen sich größeren Gruppen an. Entwicklungswege führen zur Regional- oder Bereichsleitung über mehrere Standorte, ins Qualitätsmanagement, in die Beratung von Kassen oder Hilfsmittelanbietern oder mit einem Studium in die Geschäftsführung eines Pflegedienstes.

Aufgaben

  • Dienstpläne für die 24-Stunden-Versorgung erstellen und Ausfälle kurzfristig nachbesetzen
  • Pflegevisiten durchführen und Pflegeplanung sowie Dokumentation prüfen
  • Überleitungen aus Klinik und Beatmungszentrum organisieren
  • Verordnungen und Genehmigungen mit Krankenkassen klären
  • Pflegefachkräfte einstellen, einarbeiten und Personalgespräche führen
  • Ärzte, Therapeuten und Hilfsmittelversorger koordinieren
  • Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes vorbereiten und begleiten
  • Rufbereitschaft übernehmen und in Notfällen Entscheidungen treffen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit Berufserfahrung
  • Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft (mindestens 460 Stunden) oder Studium Pflegemanagement
  • Intensivpflegerische Zusatzqualifikation, etwa Fachweiterbildung Intensivpflege oder Atmungstherapie
  • Sichere Kenntnisse in Beatmung, Trachealkanülenmanagement und Notfallversorgung
  • Führerschein und Bereitschaft zu Fahrten zwischen den Versorgungen
  • Belastbarkeit bei Rufbereitschaft und kurzfristigen Umplanungen

Wo man arbeitet

  • Ambulante Intensivpflegedienste
  • Intensivpflege-Wohngemeinschaften
  • Ambulante Pflegedienste mit Intensivpflegebereich
  • Überregionale Pflegegruppen mit mehreren Standorten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Pflegeausbildung, danach einige Jahre Berufserfahrung, häufig auf einer Intensivstation oder in einem Intensivpflegedienst. Darauf folgen die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft, die berufsbegleitend meist ein bis zwei Jahre dauert, und eine intensivpflegerische Zusatzqualifikation, etwa die zweijährige Fachweiterbildung Intensivpflege oder eine kürzere Weiterbildung in außerklinischer Intensivpflege.

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