Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Das Ausarbeiten von Anmeldungen, Recherchen und das Beantworten von Prüfungsbescheiden lassen sich gut von zu Hause erledigen, weil sie vor allem am Rechner stattfinden. Anwesenheit verlangen dagegen Erfindergespräche, bei denen Maschinen oder Prototypen vor Ort angesehen werden, mündliche Verhandlungen vor dem Bundespatentgericht und Termine vor Verletzungsgerichten; Anhörungen vor den Patentämtern finden teils per Videokonferenz, teils in Präsenz statt. In vielen Kanzleien und Patentabteilungen ist Homeoffice an einzelnen bis mehreren Tagen pro Woche üblich, überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten eher erfahrene Berufsträger, und während der Ausbildung ist die Präsenz wegen Anleitung und der Stationen bei Amt und Gericht meist deutlich höher. Wie verbreitet vollständig ortsunabhängige Stellen sind, lässt sich nicht verlässlich beziffern. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen gesicherten Zugang zu Akten und Fristenkalender, einen Arbeitsplatz, an dem vertrauliche Unterlagen zu unveröffentlichten Erfindungen niemandem zugänglich sind, und eine verlässliche Erreichbarkeit für Mandanten und Fristfragen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Patentanwalt / Patentingenieur im Sondermaschinenbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 5.200 € 6.500 € 62.400 €
Mit Berufserfahrung 6.000 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 12.000 € 18.000 € 144.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Zulassung als Patentanwalt oder European Patent Attorney ab; Patentingenieure ohne Zulassung und Kandidaten in Ausbildung liegen deutlich darunter, Partner in Kanzleien mit Gewinnbeteiligung weit darüber. Kanzleigehälter sind frei verhandelt, in Patentabteilungen der Industrie gilt teils der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, wobei erfahrene Patentanwälte dort meist außertariflich bezahlt werden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Patentanwalt oder Patentingenieur im Sondermaschinenbau?

Im Sondermaschinenbau entstehen Anlagen, die für einen einzelnen Kunden oder einen speziellen Fertigungsprozess gebaut werden: Montagelinien, Verpackungs- und Prüfmaschinen, Handhabungs- und Automatisierungstechnik. Patentanwälte und Patentingenieure sorgen dafür, dass die technischen Lösungen darin geschützt werden. Sie sprechen mit Konstrukteuren und Entwicklern über eine neue Greifmechanik oder ein Antriebskonzept, recherchieren den Stand der Technik und schreiben daraus eine Patentanmeldung mit Beschreibung, Zeichnungen und Patentansprüchen. Die Ansprüche sind der Kern der Arbeit: Sie müssen die Erfindung so breit wie möglich fassen, ohne an bekannten Lösungen zu scheitern. Danach folgt oft jahrelanger Schriftverkehr mit dem Deutschen Patent- und Markenamt oder dem Europäischen Patentamt. Prüfungsbescheide werden beantwortet, Ansprüche angepasst, Fristen überwacht. Hinzu kommen Einsprüche gegen Patente von Wettbewerbern, Freedom-to-operate-Analysen vor einer Markteinführung und Gutachten in Verletzungsfällen. Zugelassene Patentanwälte vertreten ihre Mandanten auch vor dem Bundespatentgericht und wirken in Verletzungsprozessen neben Rechtsanwälten mit. Patentingenieure ohne Zulassung übernehmen vor allem Recherche, Entwurf und Bescheidserwiderungen, oft unter Aufsicht eines Patentanwalts.

Wie wird man Patentanwalt oder Patentingenieur?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach, für diese Spezialisierung meist Maschinenbau, Mechatronik oder Elektrotechnik. Für die Zulassung als Patentanwalt in Deutschland kommt mindestens ein Jahr praktische technische Tätigkeit hinzu, danach eine rund dreijährige Ausbildung: der größte Teil bei einem Patentanwalt oder in einer Patentabteilung der Industrie, je einige Monate beim Deutschen Patent- und Markenamt und beim Bundespatentgericht, begleitet von einem juristischen Fernstudium. Am Ende stehen die Patentanwaltsprüfung und die Zulassung durch die Patentanwaltskammer. Viele legen zusätzlich die europäische Eignungsprüfung zum European Patent Attorney ab. Als Patentingenieur steigen Ingenieure ohne diese Ausbildung in Kanzleien oder Patentabteilungen ein, häufig als Vorstufe zur Ausbildung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit besteht überwiegend aus konzentriertem Lesen und Schreiben, großenteils auf Englisch. Wer lieber selbst konstruiert oder an Maschinen arbeitet, vermisst das oft. Fristen der Patentämter sind nicht verhandelbar; versäumte Fristen können Rechte kosten und Haftungsfälle auslösen. Das erzeugt regelmäßigen Termindruck, besonders wenn mehrere Verfahren gleichzeitig laufen. In Kanzleien wird die Arbeit häufig nach abrechenbaren Stunden gemessen. Die Ausbildung ist lang, das Fernstudium läuft neben der Arbeit und die Prüfungen gelten als anspruchsvoll. Sorgfalt im sprachlichen Detail ist wichtiger als schnelle Ergebnisse, und die Verantwortung für unveröffentlichte Erfindungen verlangt strikte Verschwiegenheit.

Aussichten

Qualifizierte Patentanwälte mit maschinenbaulichem Hintergrund sind gesucht, weil der deutsche Maschinen- und Anlagenbau zu den anmeldestärksten Branchen gehört und der Nachwuchs durch die lange Ausbildung knapp bleibt. Mit dem Einheitspatent und dem Einheitlichen Patentgericht sind zusätzliche Aufgaben entstanden. Entwicklungswege führen in Kanzleien zur Partnerschaft, in der Industrie zur Leitung einer Patentabteilung oder in die Selbstständigkeit. Ein Wechsel zum Patentamt als Prüfer ist ebenfalls möglich.

Aufgaben

  • Erfindungsmeldungen mit Konstrukteuren und Entwicklern besprechen
  • Stand der Technik in Patentdatenbanken recherchieren
  • Patentanmeldungen mit Ansprüchen, Beschreibung und Zeichnungen ausarbeiten
  • Prüfungsbescheide des DPMA und EPA beantworten
  • Einsprüche gegen Patente von Wettbewerbern vorbereiten
  • Freedom-to-operate- und Verletzungsanalysen erstellen
  • Fristen überwachen und Mandanten zu Schutzstrategien beraten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik oder einem verwandten Fach
  • Für die Zulassung als Patentanwalt: praktische technische Tätigkeit, Ausbildung und bestandene Patentanwaltsprüfung
  • Sehr gutes Englisch, für europäische Verfahren hilfreich auch Französisch
  • Präzise schriftliche Ausdrucksfähigkeit und Verständnis für komplexe Mechanik
  • Gewissenhaftigkeit im Umgang mit Fristen und vertraulichen Informationen

Wo man arbeitet

  • Patentanwaltskanzleien
  • Patentabteilungen von Maschinen- und Anlagenbauern
  • Kanzleien für gewerblichen Rechtsschutz
  • Deutsches Patent- und Markenamt und Europäisches Patentamt

Der Weg in den Beruf

Nach einem technischen Studium und mindestens einem Jahr praktischer technischer Tätigkeit folgt eine rund dreijährige Ausbildung bei einem Patentanwalt oder in einer Patentabteilung, beim DPMA und beim Bundespatentgericht mit begleitendem juristischem Fernstudium. Sie endet mit der Patentanwaltsprüfung und der Zulassung durch die Patentanwaltskammer; als Patentingenieur ist der Einstieg auch ohne diese Ausbildung direkt nach dem Studium möglich.

Homeoffice-Stellen als Patentanwalt / Patentingenieur im Sondermaschinenbau

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