Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Homeoffice ist in diesem Beruf die Ausnahme, weil Prüfung, Freigabe, Fehlersuche und Teamführung Anwesenheit im Hangar, in der Werkstatt oder in der Fertigung verlangen. Von zu Hause lassen sich allenfalls Teile der Büroarbeit erledigen, etwa Schichtplanung, Auswertung von Befundberichten, das Überarbeiten von Arbeitsanweisungen oder die Vorbereitung von Schulungen. Wo Arbeitgeber das erlauben, betrifft es meist einzelne Tage oder Stunden und eher Stellen mit Schwerpunkt in Arbeitsvorbereitung oder Qualitätswesen als in der Linienwartung. Ganz oder überwiegend von zu Hause ist die Tätigkeit in der üblichen Form nicht auszuüben. Wer mobil arbeitet, braucht Zugriff auf gesicherte Firmensysteme, und für Unterlagen aus der Wehrtechnik oder mit Exportbeschränkungen gelten oft strenge Vorgaben, die das Arbeiten außerhalb des Betriebs ganz ausschließen können.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Meister Elektrotechnik im Bereich Avionik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.900 € 4.500 € 5.200 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.200 € 6.100 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.000 € 7.200 € 72.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Tarifbindung ab: Viele Hersteller und Zulieferer zahlen nach dem Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie, große Instandhaltungsbetriebe haben eigene Haustarife, während kleinere Betriebe frei verhandeln und teils deutlich darunter liegen. Eine Part-66-Lizenz mit Freigabeberechtigung sowie Schicht- und Bereitschaftszulagen, die in diesen Werten nicht enthalten sind, erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Meister Elektrotechnik im Bereich Avionik?

Avionik umfasst alles, was in einem Luftfahrzeug elektrisch und elektronisch arbeitet: Navigations- und Kommunikationsanlagen, Flugsteuerungsrechner, Anzeigen im Cockpit, Kabelbäume, Bordnetz und Sensorik. Meisterinnen und Meister in diesem Bereich arbeiten in Instandhaltungsbetrieben, bei Herstellern von Flugzeugen und Bordgeräten oder bei Zulieferern der Wehrtechnik. Sie teilen Mechatroniker und Elektroniker auf Aufträge und Schichten ein, prüfen ausgeführte Arbeiten, werten Fehlermeldungen aus und entscheiden über die Vorgehensweise bei schwierigen Störungen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Dokumentation: Arbeitskarten, Prüfprotokolle, Befundberichte und Freigaben müssen lückenlos und nachvollziehbar sein. Dazu kommen Gespräche mit Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung, Materialwirtschaft und Kunden, die Einarbeitung neuer Kollegen und die Betreuung von Auszubildenden. In der Fertigung stehen Prüfabläufe, Prozessverbesserungen und die Abstimmung mit der Konstruktion stärker im Vordergrund.

Wie wird man Meister Elektrotechnik im Bereich Avionik?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung als Fluggerätelektroniker, Elektroniker für Geräte und Systeme oder in einem verwandten elektrotechnischen Beruf. Nach einigen Jahren Berufserfahrung folgt die Meisterprüfung, entweder als Industriemeister Elektrotechnik vor der IHK oder als Elektrotechnikermeister im Handwerk. Die Weiterbildung dauert in Vollzeit rund ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis vier Jahre und lässt sich über das Aufstiegs-BAföG fördern. In der Instandhaltung ist zusätzlich eine Lizenz nach EASA Part-66, meist der Kategorie B2, gefragt oder Voraussetzung, um Arbeiten freigeben zu dürfen. Ergänzend kommen Musterberechtigungen für bestimmte Flugzeugtypen hinzu. Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Ausbildung ist praktisch nicht möglich; wer aus der Industrieelektronik kommt, braucht in der Regel luftfahrtspezifische Schulungen.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist hoch: Eine Freigabe bestätigt, dass ein Luftfahrzeug sicher betrieben werden kann. Fehler in Verkabelung oder Dokumentation können Folgen haben, die weit über einen Reklamationsfall hinausgehen. In der Instandhaltung wird häufig im Schichtbetrieb gearbeitet, auch nachts und am Wochenende, weil Flugzeuge in kurzen Bodenzeiten gewartet werden. Steht ein Flugzeug unplanmäßig am Boden, entsteht erheblicher Zeitdruck. Die Arbeit findet in Hangars, an engen Einbauorten und teils auf Außenstationen statt; Reisen zu Kunden oder anderen Standorten kommen vor. Technische Unterlagen sind fast durchweg auf Englisch. Für Tätigkeiten auf Flughäfen ist eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach dem Luftsicherheitsgesetz nötig, in der Wehrtechnik oft eine Sicherheitsüberprüfung. Hinzu kommt die Führungsrolle zwischen Werkstatt und Leitung, die Konflikte um Personal, Termine und Qualität mit sich bringt.

Aussichten

Fachkräfte mit Avionik-Erfahrung und Part-66-Lizenz sind knapp, die Nachfrage aus Instandhaltung, Fertigung und Verteidigungsindustrie ist stabil bis steigend. Neue Flugzeuggenerationen, Nachrüstungen und die Modernisierung militärischer Flotten erhöhen den Bedarf an elektronischem Know-how. Mögliche Entwicklungsschritte sind die Leitung einer Abteilung oder Schicht, Aufgaben in Qualitätsmanagement und Prüfwesen, die Arbeitsvorbereitung, technische Schulung oder ein Studium der Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik, das mit Meistertitel auch ohne Abitur möglich ist.

Aufgaben

  • Mitarbeitende auf Aufträge und Schichten einteilen und anleiten
  • Elektrische und elektronische Systeme an Luftfahrzeugen prüfen und Fehlerursachen eingrenzen
  • Ausgeführte Arbeiten kontrollieren und im Rahmen der Berechtigung freigeben
  • Arbeitskarten, Prüfprotokolle und Befundberichte erstellen und prüfen
  • Mit Qualitätssicherung, Materialwirtschaft und Kunden Termine und Befunde abstimmen
  • Auszubildende betreuen und neue Kollegen einarbeiten
  • Arbeitsabläufe und Prüfverfahren verbessern

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf, bevorzugt Fluggerätelektroniker
  • Meisterprüfung als Industriemeister Elektrotechnik oder Elektrotechnikermeister
  • In der Instandhaltung häufig Lizenz nach EASA Part-66, meist Kategorie B2, und Musterberechtigungen
  • Gute Englischkenntnisse für technische Dokumentation
  • Zuverlässigkeitsüberprüfung nach Luftsicherheitsgesetz, in der Wehrtechnik oft Sicherheitsüberprüfung
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und gelegentlichen Reisen
  • Sorgfalt, Führungsfähigkeit und Belastbarkeit unter Zeitdruck

Wo man arbeitet

  • Instandhaltungsbetriebe für Luftfahrzeuge (Part-145)
  • Flugzeug- und Hubschrauberhersteller
  • Hersteller und Zulieferer von Bordelektronik
  • Unternehmen der Wehrtechnik
  • Technikabteilungen von Fluggesellschaften
  • Instandsetzungseinrichtungen der Bundeswehr

Der Weg in den Beruf

Nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung, etwa als Fluggerätelektroniker oder Elektroniker für Geräte und Systeme, und einigen Jahren Berufspraxis folgt die Meisterprüfung bei IHK oder Handwerkskammer, die in Vollzeit rund ein Jahr und berufsbegleitend zwei bis vier Jahre dauert. Für Freigaben in der Instandhaltung kommt meist eine Lizenz nach EASA Part-66 hinzu.

Homeoffice-Stellen als Meister Elektrotechnik im Bereich Avionik

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