Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein Teil der Meisteraufgaben lässt sich von zu Hause erledigen: Angebote kalkulieren, Pläne zeichnen, Dokumentationen und Prüfprotokolle ausarbeiten, Material bestellen, Einsatzpläne schreiben und Anmeldungen beim Netzbetreiber vorbereiten. Der Kern des Berufs verlangt aber Anwesenheit, denn Aufmaß, Baustellenkontrolle, Abnahmen, Anlagenprüfungen, Störungsbehebung und die Führung von Monteuren und Auszubildenden finden vor Ort statt. Homeoffice ist in diesem Beruf insgesamt eher die Ausnahme; wo es angeboten wird, betrifft es meist einzelne Tage pro Woche und vor allem Stellen in Projektleitung, Arbeitsvorbereitung, Planung oder technischem Vertrieb. Ganz oder überwiegend von zu Hause arbeitet kaum jemand mit diesem Abschluss, und wie häufig solche Regelungen genau sind, lässt sich nicht verlässlich beziffern. Wer Büroarbeit zu Hause erledigt, braucht einen Zugang zur Planungs- und Kalkulationssoftware des Betriebs und muss für Rückfragen von Baustelle und Kunden telefonisch erreichbar bleiben. Kurzfristige Einsätze vor Ort lassen sich dabei nicht immer planen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Meister Elektrotechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.300 € 60.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob in einem kleinen Handwerksbetrieb oder in der Industrie gearbeitet wird: In der Industrie mit Tarifbindung an die Metall- und Elektro-Tarifverträge der IG Metall oder beim TVöD liegen die Gehälter meist deutlich höher als im Handwerk, wo regional unterschiedliche Tarifverträge des Elektrohandwerks gelten, aber viele Betriebe nicht tarifgebunden sind. Stellen mit Homeoffice-Anteil finden sich vor allem in Projektleitung und Planung größerer Unternehmen, die tendenziell im oberen Teil der Spanne zahlen; Schicht- und Bereitschaftszulagen in der Industrie sind in den Werten nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Meister Elektrotechnik?

Im Handwerk leiten Meister der Elektrotechnik Aufträge vom ersten Kundengespräch bis zur Abnahme. Sie nehmen Anlagen vor Ort auf, planen Installationen für Wohn- und Gewerbebauten, erstellen Angebote und Aufmaße, bestellen Material und teilen Monteure und Auszubildende auf die Baustellen ein. Sie prüfen fertige Anlagen, unterschreiben Prüfprotokolle, melden Anlagen beim Netzbetreiber an und klären Mängel mit Bauleitern und Architekten. Je nach Fachrichtung geht es um Energie- und Gebäudetechnik, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur, Kommunikations- und Sicherheitstechnik oder Systemelektronik. In der Industrie arbeiten Industriemeister Elektrotechnik meist in Instandhaltung oder Fertigung: Sie organisieren Schichten, planen Wartungen, beheben mit ihrem Team Störungen an Maschinen und sind oft als verantwortliche Elektrofachkraft für die Sicherheit der elektrischen Anlagen zuständig. In kleineren Betrieben arbeiten Meister häufig selbst mit, in größeren überwiegen Organisation und Personalführung.

Wie wird man Meister Elektrotechnik?

Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung, etwa zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder für Betriebstechnik, die dreieinhalb Jahre dauert. Die Meisterprüfung im Handwerk besteht aus vier Teilen: fachpraktischer und fachtheoretischer Teil, betriebswirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse sowie die Ausbildereignung. Die Vorbereitung dauert in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre. Der Industriemeister wird über eine IHK-Fortbildung erreicht, die meist Berufserfahrung voraussetzt. Beide Abschlüsse sind auf derselben Stufe wie ein Bachelor eingeordnet. Die Kosten für Kurse und Prüfung sind erheblich, lassen sich aber über das Aufstiegs-BAföG zu einem großen Teil fördern. Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Ausbildung ist praktisch nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verbindet Technik, Personalverantwortung und kaufmännisches Denken. Meister haften für die Sicherheit der Anlagen, die sie abnehmen, und müssen Normen und Vorschriften laufend verfolgen. Im Handwerk bestimmen Termindruck auf Baustellen, kurzfristige Ausfälle im Team, Materialengpässe und schwierige Kunden den Alltag. Lange Tage, Fahrten zwischen Baustellen und Büroarbeit am Abend sind verbreitet. In der Industrie kommen Schichtsystem, Rufbereitschaft und Störungseinsätze außerhalb der regulären Zeit hinzu. Die Arbeit auf Baustellen und an Anlagen ist körperlich, wenn auch weniger als im Gesellenalltag. Wer einen eigenen Betrieb führt, trägt zusätzlich das unternehmerische Risiko.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Energiewende, Photovoltaik, Wärmepumpen, Ladesäulen und die Digitalisierung von Gebäuden und Fabriken erzeugen viel Arbeit, während viele Betriebsinhaber in den Ruhestand gehen und Nachfolger fehlen. Entwicklungswege sind die Selbstständigkeit oder die Übernahme eines Betriebs, die Projekt- oder Bauleitung, der Wechsel in Planungsbüros, den technischen Vertrieb oder zu Netzbetreibern. Über eine Weiterbildung zum Betriebswirt im Handwerk oder ein Studium, das mit Meistertitel auch ohne Abitur möglich ist, stehen weitere Positionen offen. Als Sachverständiger oder Prüfer lässt sich eine Spezialisierung aufbauen.

Aufgaben

  • Anlagen beim Kunden aufnehmen und Installationen planen
  • Angebote kalkulieren und Aufträge abrechnen
  • Monteure und Auszubildende auf Baustellen einteilen und anleiten
  • Elektrische Anlagen prüfen, abnehmen und Prüfprotokolle erstellen
  • Anlagen beim Netzbetreiber anmelden und Inbetriebnahmen begleiten
  • Wartungen planen und Störungen an Maschinen und Anlagen beheben lassen
  • Auszubildende ausbilden und Prüfungen vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf
  • Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk oder Industriemeister Elektrotechnik (IHK)
  • Sichere Kenntnis von VDE-Normen und Unfallverhütungsvorschriften
  • Führungsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen gegenüber Team und Kunden
  • Kaufmännisches Verständnis für Kalkulation und Abrechnung
  • Führerschein Klasse B, da Baustellen und Kunden angefahren werden
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit auf Baustellen und an Anlagen

Wo man arbeitet

  • Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
  • Industriebetriebe in Instandhaltung und Fertigung
  • Ingenieur- und Planungsbüros für Gebäudetechnik
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Facility-Management-Unternehmen
  • Eigener Handwerksbetrieb

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker mit Gesellenprüfung, danach meist einige Jahre Berufserfahrung. Die Meisterschule dauert in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre, und endet mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer oder der Industriemeisterprüfung vor der IHK.

Homeoffice-Stellen als Meister Elektrotechnik

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